Arbeitsbereiche

Arbeitsbereich 1: Individualisierte Studienmodule

Ein wesentlicher Fokus dieses Vorhabens liegt auf der Entwicklung individualisierter Studienmodule, die sowohl wissenschaftlich als auch anwendungsorientiert ausgelegt sind.

Der Arbeitsbereich 1 umfasst Themen für Studienmodule, die aufgrund vorhandener Expertise und Nachfrage bereits vor Start des Projekts genannt werden konnten. Weitere Themen für Studienmodule werden innerhalb der Marktanalyse erfasst und bedarfsgerecht entwickelt. Die bereits bekannten Module werden zum Teil von der Hochschule und zum Teil gemeinsam mit dem IWES erarbeitet. Folgende Themen werden von der Hochschule / fk-wind: entwickelt:

     

  • Teamtraining / Wissenschaftliches Arbeiten: Teamorientierte Erleichterung des Einstiegs in ein „theoretisches“ Studium für Teilnehmer, die längere Zeit praktische Aufgaben ausgeführt haben
  • Personal- und Projektmanagement: Vermittlung von Führungskompetenzen im Bereich der Projektdurchführung und -organisation sowie der Personalführung
  • Offshore/ Fehlersuche: Vermittlung von Fertigkeiten und Anforderungen aus dem Offshore-Bereich für kompetente Personen aus dem Onshore-Bereich. Analyse von Fehlern und Zusammenhängen aus dem Gesamtverständnis der Anlage heraus
  • Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS): Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses über Abläufe in Steuerungen von Windenergieanlagen, deren Grenzen und Einsatzgebiete zur Fehlerbehebung und Optimierung von Betriebszuständen
  • Nautik / Rigging: Nautische und seemännische Aspekte als Voraussetzung für den OffshoreEinsatz, für die Kommunikation mit der Schiffsbesatzung und zur Erhöhung der Sicherheit

Folgende Themen werden in Zusammenarbeit zwischen Hochschule/fk-wind: und IWES entwickelt:

  • Triebstrang: Vermittlung der theoretischen Kenntnisse des Triebstrangs verbunden mit der praktischen Handhabung des Gesamtsystems und einzelner Komponenten (Unterstützung der Modulentwicklung durch das Fraunhofer IWES)
  • Faserverbundtechnik: Praktische Umsetzung unterschiedlicher Fertigungsverfahren und Aufzeigen von deren Vor- und Nachteilen, sowie deren Fehleranfälligkeit in Versuchen (Unterstützung der Modulentwicklung durch das Fraunhofer IWES)
  • Gründung und Installation: Kenntnisse über Fundamente und deren Handling insbesondere hinsichtlich der Positionierung, Grouting und Leitersysteme (Unterstützung der Modulentwicklung durch das Fraunhofer IWES)
  • Test- und Prüfeinrichtung Gondelsystem: Beschreibung siehe Teilprojekt Fraunhofer IWES (Unterstützung der Modulentwicklung durch die fk-wind:)
  • Test und Prüfeinrichtung Rotorblatt: Beschreibung siehe Teilprojekt Fraunhofer IWES (Unterstützung der Modulentwicklung durch die fk-wind:)

Diese Studienmodule können sowohl alleinstehend angeboten, als auch in den Bachelorstudiengang integriert werden. Die Praxisanteile der Module 4 bis 8 werden zusammen mit externen Bildungsträgern entwickelt

Arbeitsbereich 2: Entwicklung von Ersatzmodulen

Zielgruppe für die Angebote zur Erhöhung der Durchlässigkeit in den MINT-Fächern sind sogenannte "nicht-traditionelle" Studierende. Dies umfasst z.B. Handwerker und Facharbeiter in technischen Berufen mit ersten Berufserfahrungen sowie mit einschlägigen Weiterbildungen, aber auch andere Personengruppen mit entsprechenden Erfahrungen, deren akademische Lernerfahrungen gegebenenfalls länger zurück liegen. Durch ein speziell gestaltetes Lehrkonzept in einzelnen ausgewählten Fächern soll der Anteil dieser Studierenden erhöht werden. Gleichzeitig sollen in beruflichen Zusammenhängen erworbene Kompetenzen auf bestimmte fachpraktische Elemente der bestehenden Curricula angerechnet werden.

Bild Zielgruppen

Die Angebote beziehen sich auf die technischen Bachelor-Studiengänge, die über ein weitgehend gemeinsames Grundlagenstudium verfügen. Dadurch können für die wesentlichen und als schwierig wahrgenommenen Kernfächer wie Mathematik und Mechanik spezielle Kurse entwickelt und angeboten werden. Der durch die Anrechnung gesparte Workload kann damit für eine intensivere Beschäftigung mit den Grundlagenfächern eingesetzt werden, um die Studierenden auf den gleichen Kompetenzstand zu bringen wie die Studierenden mit schulischer Hochschulzugangsberechtigung (HZB).

Folgende Arbeitsschritte sind geplant:

  • Durchführung einer Marktanalyse
  • Überarbeitung und Entwicklung der didaktisch-methodischen Ansätze der Grundlagenfächer
  • Formulierung von Modulbeschreibungen
  • Workshops für die Studiengänge zur Entwicklung und Prüfung der Anrechnungsmöglichkeiten beruflicher Kompetenzen
  • Rückkopplung mit der Industrie und Bildungsträgern
  • Erarbeitung eines experimentellen Konzepts für die Curricula und die Anrechnungsverfahren
  • Durchführung und Evaluation von Pilotmodulen mit anschließender Überarbeitung

Arbeitsbereich 3: Berufsbegleitender Bachelorstudiengang Wind Career

Die Entwicklung eines berufsbegleitenden praxisintegrierten Bachelorstudiengangs „Windenergie“ mit der Möglichkeit zur Anrechnung von beruflichen erworbenen Kompetenzen oder von absolvierten anrechenbaren Studienmodulen wird die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung entscheidend erhöhen. Zielgruppe des Studiengangs sind Praktiker in Unternehmen, die eine Aufstiegsqualifizierung planen.

Neben den klassischen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Kenntnissen wird das im Verbund entwickelte Curriculum Spezialisierungen auf dem Gebiet der Windenergietechnik mit Modulen aus der Mess- und Regelungstechnik, dem Maschinenbau, der Windparkplanung sowie Kompetenzen in der Projektbearbeitung beinhalten.

Besonderes Gewicht wird auf die Studierbarkeit für Berufstätige gelegt, indem unter anderem:

  • Anrechnungsmöglichkeiten für beruflich erworbene Kompetenzen ausgeschöpft werden, um die individuelle Studienbelastung zu reduzieren
  • obligatorische Präsenzzeiten minimiert werden, um zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie beizutragen
  • wo immer sinnvoll und möglich problemorientierte Zugänge zu den Inhalten gewählt werden, die dem Lerninteresse der Studierenden entgegenkommen
  • besondere Studien- und Betreuungskonzepte vor allem für die als Hürde wahrgenommenen Grundlageninhalte (wie z.B. Mathematik) implementiert werden
  • die Möglichkeit geschaffen wird, Projekt-, Studien- und Bachelorarbeiten im Arbeitsumfeld der Studierenden durchzuführen

Folgende Arbeitsschritte sind geplant:

  • Durchführung einer Marktanalyse zur Erfassung von Anforderungen und Kompetenzen sowie zur Gewinnung von Unternehmen.
  • Entwicklung des strukturellen und mediendidaktischen Konzepts für den Bachelorstudiengang in enger Kooperation mit dem IWES.
  • Entwicklung des Curriculums und der Inhalte unter Einbindung der Expertise des IWES.
  • Formulierung von Modulbeschreibungen.
  • Entwicklung und Prüfung der Anrechnungsmöglichkeiten beruflicher Kompetenzen auf die Curricula unter Hinzuziehung erfahrener externer Experten.