Angehende Medizintechniker entwickeln Herzmodell

Studierende aus dem Studiengang Medizintechnik an der Hochschule Bremerhaven ist es gelungen, das Herz eines für den Verzehr geschlachteten Schafes künstlich am Leben zu erhalten. „Ziel ist, Versuchsverfahren zu entwickeln, um Tierversuche zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Olaf Eick, der jetzt das Projekt startete.

Bei der Produktentwicklung der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie spielen Tierversuche immer noch eine bedeutende Rolle. Auf der anderen Seite werden täglich Tiere für den Verzehr geschlachtet, bei denen Organe als Abfallprodukte anfallen, weil kein Bedarf für sie besteht. Diese Organe könnte man in der medizinischen Forschung einsetzen, um so Tierversuche zu vermeiden oder zumindest die Anzahl zu reduzieren. So haben die angehenden Medizintechniker Herz und Blut eines frisch geschlachteten Schafes aus dem Schlachthof in der Hochschule an einen künstlichen Blutkreislauf angeschlossen und wieder zum Schlagen gebracht. Dazu wurde das Blut erwärmt, gereinigt (dialysiert) und mit Sauerstoff angereichert. Durch den Einsatz von Medikamenten konnte schließlich der Herzschlag beeinflusst werden. Nach dem erfolgreichen Projektstart soll nun in einem zweiten Versuch der künstliche Blutkreislauf optimiert und damit der Zeitraum der Herzaktivität verlängert werden.

„Sollte es gelingen, das Verfahren zuverlässig und wiederholbar zu gestalten, dann könnte es in der Medizintechnikindustrie Anwendung finden“, sagt Prof. Eick. Erste Kontakte zu einem Unternehmen im Bereich Herzschrittmachertechnologie bestehen bereits. So möchte man am Herzmodell Herzschrittmacher-Elektroden testen.

 

 

 

 

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