Kinderfreundlicher Service wird in Bremerhaven gelebt

Begutachterinnen und Studierende der Hochschule Bremerhaven: Anna Tissen und Kati Czerniawska
Begutachterinnen und Studierende der Hochschule Bremerhaven: Anna Tissen und Kati Czerniawska
Quelle: privat

Projekt mit BWL-Studentinnen der Hochschule Bremerhaven zeigt nachhaltige Wirkung

Wie soll man eine schwere Tür öffnen und gleichzeitig den Kinderwagen durchschieben? Mit viel Geschick ist dies zwar zu schaffen, Unternehmen und Institutionen die hierbei Hilfestellungen geben und auf die Bedürfnisse und Wünsche der kleinen Gäste eingestellt sind, können aber ab sofort vom Kinderschutzbund Bremerhaven das Siegel "Kinderfreundlicher Service" erhalten. Vier Studentinnen der Hochschule Bremerhaven hatten im Rahmen der Lehrveranstaltung "Projektmanagement" unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Lukas das Konzept zunächst erarbeitet. An der Umsetzung und Einführung des Siegels konnten die Studierenden des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaftslehre jetzt aktiv mitwirken.

"Wir freuen uns, dass nach der Konzeptvorstellung nicht Schluss war, sondern die Ergebnisse fast 1:1 umgesetzt werden konnten", so Christiane Johannsen, Projektkoordinatorin des Kinderschutzbundes Bremerhaven. So wurden unter anderem die Studentinnen AnnaTissen und Kati Czerniawska im Anschluss an ihre Projektarbeit als Begutachterinnen bei den Firmenbegehungen beschäftigt. Sie prüfen, ob die 14 Mindestkriterien in sechs Kategorien zur Erlangung des Siegels "Kinderfreundlicher Service" des Kinderschutzbundes Bremerhaven von den Unternehmen vollständig erfüllt werden.Hier geht es um die Bereiche Sicherheit, sanitäre Einrichtungen, Hindernisvermeidung, freundlicher Umgang mit den Kindern, Einstellung auf die Bedürfnisse der Kleinen sowie Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Zusätzlich zu diesen Prüfsteinen sind noch zwölf weitere Punkte im Bereich der Zusatzkriterien zu sammeln, beispielsweise durch Aktionen und Veranstaltungen für Kinder oder Spielecken. Auch Details wie die Bereitstellung einer Aufwärmmöglichkeit für Babynahrung oder eine Kindergarderobe werden mit Zusatzpunkten belohnt.

"Vorbildliches Engagement für die kleinen Kunden findet immer mehr Einzug in die Geschäftswelt. Dies reicht aber längst noch nicht aus. Es besteht großes Potential, sich noch mehr für Kinder mit ihren Eltern als Kunden einzusetzen", so Dr. Axel Renneberg, Chefarzt der Kinderklinik Am Bürgerpark und Vorsitzender des Kinderschutzbundes Bremerhaven. Unternehmen könnten sich mit dem Siegel "Kinderfreundlicher Service" von Mitbewerbern abgrenzen und positive Akzente für ihr Image setzen.

So wurden bereits die ersten fünf Unternehmen mit dem Siegel "Kinderfreundlicher Service" nach eingehender Prüfung durch die Begutachterinnen des Kinderschutzbundes ausgezeichnet: die Kinderärztinnen Ursula Krüger, Bederkesa und Angela Kuttig, Loxstedt, die Kinder- und Jugendpraxis Dres. Schmidt, Popp und Thalacker wie auch die Bremerhavener Hotels Amaris und Adena. Alle zwei Jahre erfolgt eine Nachkontrolle bei den geprüften Unternehmen auf Einhaltung der Standards.

Doch der Bedarf besteht nicht nur in der Seestadt, sondern ist auch deutschlandweit zu sehen. "Wir möchten das Konzept "Kinderfreundlicher Service", das in Kooperation zwischen dem Studiengang Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Bremerhaven und dem Kinderschutzbund Bremerhaven entstanden ist, auf Bundesebene etablieren", so Johannsen. Geplant sei, ein Paket zu schnüren, damit auch andere Kinderschutzbunde in Deutschland den "Kinderfreundlichen Service" schnell und unkompliziert einführen könnten und sich der Fokus auf die kleinen Kunden so durchsetzen werde.

Weitere Informationen zu dem Siegel, den Kriterien und den zertifizierten Unternehmen unter www.kinderfreundlicher-service.de

Zugehörige Dokumente

  • privatBegutachterinnen und Studierende der Hochschule Bremerhaven Anna Tissen und Kati Czerniawska

    JPG826 kB

Zurück zur Übersicht