Professoren der Hochschule Bremerhaven entwickeln „Charta guter Lehre“ mit

Was macht gute Lehre aus und welche Rahmenbedingen braucht sie, um sich zu entwickeln? Gemeinsam mit Vertretern von rund 30 ausgewählten Hochschulen, diskutierten Professoren der Hochschule Bremerhaven diese Frage. Ergebnis ist die so genannte "Charta guter Lehre". Als Preisträger und Finalisten des "Wettbewerbs exzellente Lehre", einer Gemeinschaftsinitiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz, ging das Know-how der Bremerhavener Experten in dem breit angelegten Erarbeitungsprozess ganz besonders ins Kapitel zur Organisationsentwicklung ein.

Insgesamt zehn Kapital umfasst die Charta und deckt so ein Spektrum ab, das von der Curriculum Entwicklung über Motivations- und Anreizsysteme bis hin zur Organisationsentwicklung reicht. Dabei beteiligten sich die Bremerhavener Experten aktiv an der Erarbeitung mehrerer Kapitel und übernahmen für das Kapitel zur Organisationsentwicklung die Federführung. Prof. Dr. Wolfgang Lukas, der gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Vogel im Jahr 2009 das vom Stifterverband geförderte Projekt "GUUGLE - gut und gerne lernen & lehren" an der Hochschule initiierte, übernahm hierfür die redaktionelle Verantwortung.

Organisationsentwicklung wird hierbei vor allem als eine Form der Kulturentwicklung verstanden - einer Kultur des Lernens und der Gestaltung von Lernbedingungen, die in der Hochschulwelt häufig noch als ungewohnt empfunden wird und deshalb oftmals abgelehnt wird. So wird Organisationsentwicklung als Entwicklungs- und Steuerungsansatz verstanden, der "bottom-up" - also von unten nach oben - auf einem moderierten Prozess mit den Mitgliedern einer Organisation aufbaut, um sowohl Innovation und Effizienzsteigerung für die Organisation als auch größere Zufriedenheit und mehr Selbstverwirklichung der Beteiligten zu erreichen. Damit steht die Organisationsentwicklung in einem konzeptionellen Kontrast zu den traditionellen machtbasierten oder regelorientierten Ansätzen vieler Hochschulleitungen, die eher "top-down" - also von oben herab - funktionieren.

"Unsere Hochschule ist mit dem Projekt GUUGLE die einzige unter den zehn im Rahmen des Wettbewerbs ausgezeichneten Hochschulen, deren Konzept nicht von der Hochschulleitung ausgeht und gesteuert wird. Stattdessen kommt es aus dem Kreis der Lehrenden, also bottom-up", erklärt Prof. Lukas. Und auch in einem anderen Punkt sind sich Lukas und seine Kollegen einig - bottom-up alleine reicht nicht für eine gute Organisationsentwicklung. Sie bedarf auch einer konsequenten Form der Führung durch die Hochschulleitung und der entsprechenden Gremien. So müssen der Handlungsdarf und die Gestaltungsoptionen aufgezeigt, Bottom-up-Initiativen unterstützt, Einzelinitiativen integriert und Erreichtes institutionalisiert werden. "Hier gibt es im Hochschulbereich noch jede Menge Nachhol- und Handlungsbedarf", resümiert Prof. Lukas.

Die "Charta guter Lehre", inklusive des Kapitels zur Organisationsentwicklung kann unter www.stifterverband.de/charta-guter-lehre abgerufen werden.

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