Waschanlage für Boote entwickelt

Mit Hilfe von mehreren Testbooten wurde die Anlage stets weiterentwickelt.
Mit Hilfe von mehreren Testbooten wurde die Anlage stets weiterentwickelt.
Quelle: privat

Einmaliges Forschungsprojekt an der Hochschule Bremerhaven

Edles Design, hochwertiger Lack und dennoch stört etwas das Bild: das Sportboot ist grün und voller Bewuchs. Abhilfe schaffen kann nun eine Bootswaschanlage. Mit unter Wasser rotierenden Bürsten reinigt die Anlage Sportboote bis zu fünf Meter Breite und  das komplett unter Verzicht auf giftige Antifouling-Anstriche. Prof. Dr. Dieter Lompe von der Hochschule Bremerhaven hat in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt eine Waschanlage für Boote von Ingenieur Bernd Christof (International Port Technology UG) untersucht und weiterentwickelt. Ziel der Forschungen war es, Boote zu reinigen, ohne dabei giftige Biozide zu verwenden und so die Umweltbelastungen zu minimieren.

In Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Bernd Christof, der Lackfabrik Wohlert sowie dem Institut für Marine Ressourcen (IMARE) wurde das Forschungsprojekt nun erfolgreich abgeschlossen. „Die Messungen an der Bootswaschanlage haben ergeben, dass sich der Bewuchs erfolgreich vom Bootsrumpf mit Hilfe der Waschanlage entfernen lässt“, sagt Prof. Lompe. Geprüft wurde, wie man den Bewuchs am wirkungsvollsten abbürsten kann und ihn vor allem auch auffangen und abtrennen kann.

Deshalb hat der Professor mit dem Schwerpunkt Umweltprozesstechnik ein Verfahren untersucht, bei dem möglichst wenig Bewuchs aus der Waschanlage austreten kann. „Gelangt zu viel verschmutztes Wasser in das Umgebungswasser, kann dies zu einem vermehrten Algenwachstum führen“, so der Wissenschaftler der Hochschule am Meer.

Durch die integrierte Wasserreinigung lässt sich auch das verunreinigte Wasser in der Anlage wieder reinigen. Somit ist die Bootswaschanlage deutlich umweltfreundlicher, als die herkömmliche Bootsreinigung.Um kein Gift für die Bootsreinigung einsetzen zu müssen, setzen die Forscher neben der Bürstenreinigung auf einen giftfreien Schutzlack. Dieser macht es den Organismen besonders schwer, sich am Bootsrumpf festzusetzen. Durch Wäsche und Speziallack sollen für den Bootsbesitzer keine höheren Kosten als bei der gewohnten Prozedur mit jährlicher Neubeschichtung durch Biozilack entstehen. Mit diesem erfolgreichen Ergebnis konnte das DBU geförderte Projekt abgeschlossen werden. Um einen Routinebetrieb mit der Bootswaschanlage zu gestalten, wird ein Anschlussprojekt mit der Anlage angestrebt.

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