Das Erbgut der Tomate sichtbar machen

Mithilfe von Spülmittel machten die Kinder das Erbgut einer Tomate sichtbar.
Mithilfe von Spülmittel machten die Kinder das Erbgut einer Tomate sichtbar.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Kinder-Uni zum Thema Genetik an der Hochschule Bremerhaven

Lego, Tomaten und das Erbgut des Menschen – was diese drei Dinge miteinander verbindet, lernten die neugierigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Kinder-Uni an der Hochschule Bremerhaven. „Wenn man die DNA eines Menschen ausbreiten würde, könnte man diese 100-mal um die Erde wickeln“, beginnt Bioanalytikerin Christina Cordes ihren Vortrag. Viele Augenpaare schauen die Wissenschaftlerin erstaunt an und schon kommen die ersten Fragen auf: „DNA? Aber man kann doch auch DNS sagen!“ Der junge Nachwuchsforscher liegt damit goldrichtig: DNA und DNS bedeuten das Gleiche. DNA (deoxyribonucleic acid) ist vom englischen Begriff abgeleitet und DNS (Desoxyribonukleinsäure) vom Deutschen.

Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin sind die 4 Bausteine der DNS. Die Reihenfolge und Anordnung dieser Bausteine bestimmen, wie ein Mensch aussieht: Haarfarbe, Augenfarbe und vieles mehr, verdeutlichte Christina Cordes den Kindern. Somit ist die DNS dem Lego ähnlich: Jeder Mensch hat die gleichen Bausteine, aber es kommt darauf an, wie diese miteinander kombiniert sind. Daraus ergaben sich für die Kinder neue Fragen: „Aber man verändert sich ja auch, wenn man groß wird. Meine Oma hat zum Beispiel eine krisselige Haut – kommt das von der DNA?“, fragte ein kleiner Forscher. Natürlich hatte die Bioanalytikerin auch eine Antwort auf diese Frage: „Die DNA deiner Oma ist immer noch dieselbe. Aber die Mechanismen verändern sich und die Zellen arbeiten langsamer. Deshalb sieht die Haut deiner Oma so aus.“

Nach den theoretischen Grundlagen durften die Sechs- bis Zwölfjährigen dann selber aktiv werden und das Erbgut aus einer Tomate herauslösen und vor allem sichtbar machen. Dafür wurden zunächst Tomaten zerkleinert und in ein Reagenzglas gegeben. Hinzu kamen wenige Tropfen Spülmittel. Anschließend wurde das Glas kräftig geschüttelt. Nun fehlte nur etwas Kochsalz, Ethanol und einige Male Schütteln und Schwenken des Glases. Nach diesem Vorgehen waren weiße, wolkige Fäden in den Reagenzgläsern zu sehen. „Das ist die DNS der Tomate“, erklärte Christina Cordes. Am Ende bewunderten die Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher die langen Fäden. Zur Freude aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer durfte jeder dann noch etwas Tomaten-DNS mit nach Hause nehmen und stolz präsentieren.

Bremen Vier ist mit der Hörfunksendung „Zebra Vier" in diesem Jahr Medienpartner der Kinder-Uni der Hochschule Bremerhaven. Die Sendung „Zebra Vier" bietet speziell für die jungen Hörerinnen und Hörer spannende Experimente und interessante Interviews sowie viel Überraschendes zu Themen rund um Natur, Technik und Gesellschaft. Jeden Sonntag von 8 bis 11 Uhr bei Bremen Vier. Infos unter www.bremenvier.de.

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