Maßnahmen gegen Ladungsdiebstahl

In seiner Studie zeigt Stefan Siuda Möglichkeiten zum Schutz gegen Lkw-Ladungsdiebstahl auf.
In seiner Studie zeigt Stefan Siuda Möglichkeiten zum Schutz gegen Lkw-Ladungsdiebstahl auf.
Quelle: KRAVAG

ISSM-Student untersucht Lkw-Ladungsbetrug und Unterschlagung: Täter nutzen Online-Frachtenbörsen

Geht es um Ladungsdiebstahl, schlitzen Täter längst nicht mehr nur Lkw-Planen auf, um an die Ware zu gelangen. Ihre Methoden sind weitaus trickreicher, wie Stefan Siuda, Absolvent des Masterstudiengangs Integrated Safety and Security Management (ISSM) an der Hochschule Bremerhaven im Rahmen seiner Abschlussarbeit "Ladungsbetrug und Unterschlagung beim Verkehrsträger Straße in Deutschland" herausgefunden hat.

Eines der hochaktuellen Ergebnisse: Rund 70 Prozent der betroffenen Unternehmen geben einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Täuschungsdelikten und der Nutzung von Internet-Frachtenbörsen an - Plattformen, auf denen Transportaufträge gesucht und angeboten werden können. Täter bieten als Scheinfirma Transportkapazitäten an, um an Ladung zu gelangen. Meist wählen sie grenzüberschreitende Transporte freitags oder montags, wenn bei den Transportunternehmen das höchste Arbeitsaufkommen erreicht wird. "Dieses zielgerichtete Vorgehen hinsichtlich der Zeit, des Ortes und der Ware zeigt Ansätze der organisierten Kriminalität", betont Stefan Siuda, der bereits den Bachelorstudiengang Transportwesen/Logistik in Bremerhaven absolvierte.

"Lkw-Ladungsbetrug und Unterschlagung ereignen sich in Deutschland viel häufiger als öffentlich bekannt", sagt Siuda. Für seine Studie, betreut von Prof. Dr. Thomas Wieske und Axel Salzmann, Leiter des Kompetenzzentrums Straßenverkehrsgewerbe und Logistik beim Versicherungsunternehmen KRAVAG, sprach der gelernte Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung mit 53 Transportunternehmen sowie Versicherungsspezialisten. So konnte erstmals ein detailliertes Bild der besonderen Art der Ladungsentwendung aufgezeigt werden, da Polizeibehörden und Transportunternehmen die Delikte häufig nur allgemein als Ladungsdiebstahl definieren.

Stefan Siuda, der sich im Masterstudiengang Integrated Safety and Security Management generell mit veränderten Sicherheitsanforderungen in einer globalisierten Welt auseinandergesetzt hat, gibt Unternehmen in seiner Untersuchung auch Präventionsmaßnahmen an die Hand. Dazu gehöre, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Dokumente genau auf Plausibilität zu überprüfen, wie er erklärt: "Free-Mail-Adressen und Prepaid-Mobilfunkanschlüsse sind verdächtig. Sie sind bei den Tätern beliebt, weil sie schwer nachzuverfolgen sind."

Die Studie wurde in Kooperation mit dem Institut für Logistikrecht und Riskmanagement (ILRM) der Hochschule Bremerhaven und dem Versicherungsunternehmen KRAVAG durchgeführt. Interessierte können die Studie bei Stefan Siuda über das ILRM (siuda@ilrm.de) anfordern.

 

 

Zugehörige Dokumente

  • KRAVAGISSM-Absolvent Stefan Siuda (links) und Prof. Dr. Thomas Wieske.

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