Preisgekrönt in den Job

Romaston Silalahi träumt von einem eigenen Labor wie das der Hochschule.
Romaston Silalahi träumt von einem eigenen Labor wie das der Hochschule.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Romaston Silalahi, Absolvent der Hochschule Bremerhaven, erhält den DAAD-Preis für ausländische Studierende.

An seinen ersten Tag im Labor für Marine Biotechnologie an der Hochschule Bremerhaven erinnert sich Romaston Silalahi genau. "Wie Tarzan, der aus dem Dschungel in die Stadt kommt, habe ich mich gefühlt", sagt der Absolvent des Masterstudiengangs Biotechnologie und streicht mit seiner flachen Hand über den blanken, weißen Labortresen. Gläser auf Stativen, Zentrifugen und Messinstrumente stehen dicht an dicht in dem hellen Raum. Zu Beginn seines Studiums kannte der junge Mann aus Indonesien die meisten dieser Geräte noch nicht. "Alles war da", sagt der heute 28-Jährige und reißt dabei die Arme hoch. "Aber ich konnte es nicht benutzen."

Täglich hat er Lernstoff nachgearbeitet, Vokabeln gelernt und sich Experimente im Internet angesehen. Nebenher finanzierte er sein Studium als Hilfswissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung, in Bremerhaven. Eine Förderung - aus Deutschland oder Indonesien - bekam er nie.

Sein Fleiß zahlt sich aus: Mit dem Masterabschluss in der Tasche erhält Romaston Silalahi in diesem Jahr von der Hochschule den Förderpreis des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) für ausländische Studierende. "Ich fühle mich sehr geehrt", sagt der junge Mann mit den kurzen schwarzen Haaren. Etwas geschenkt zu bekommen, ist ihm fremd. Sogar die Mittel für Laboruntersuchungen hat er als Student an der Hochschule gestellt bekommen, wie er erklärt. Während des Studiums in Indonesien habe er sie selbst bezahlt.

Schon damals, als er noch in seiner indonesischen Heimatstadt Medan studierte, hatte das Studium in Deutschland einen ausgezeichneten Ruf. Die Ausrüstung, die Qualität der Lehre und die guten Bedingungen für Studierenden - all das habe ihn an Deutschland fasziniert. Also fasste er nach seinem Bachelorabschluss 2008 den Entschluss, Indonesien zu verlassen. In Deutschland angekommen, war die fremde Sprache für Romaston Silalahi eine Barriere, die nur mühsam zu überwinden war. Als er nach Bremen zog, stellte er das Studium zunächst zurück. Zwei Jahre lang besuchte er Deutschkurse und jobbte, bis er die notwendigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt hatte - für ihn eine Selbstverständlichkeit auf dem Weg zur Einschreibung an der Hochschule Bremerhaven.

Heute spricht er flüssig über sein Studium, über biotechnologische Messungen und seine Masterthesis. Hierfür untersuchte er einen Farbstoff, der es ermöglicht, Mikroorganismen sichtbar zu machen, ohne sie zu töten. "Allerdings färbt er nur bestimmte Organe", fügt er bescheiden hinzu.

Das Preisgeld der DAAD-Auszeichnung in Höhe von 1.000 Euro soll ein Startschuss für sein wissenschaftliches Arbeiten sein. Romaston Silalahi kommt das gerade recht, denn er will noch ein paar Jahre in Deutschland bleiben, arbeiten, forschen, doch vor allem sein Deutsch verbessern: "Ich habe diese Sprache so lange gelernt, aber noch zu wenig genutzt", sagt er mit Nachdruck. "Hier gibt es noch viel zu tun." Für den Absolventen, der im Oktober letzten Jahres seinen Abschluss gemacht hat, stehen jetzt Bewerbungen an. Zaghaft formuliert er einen Wunsch für die Zukunft. "Ein eigenes Labor in Indonesien, mit dieser Ausstattung", sagt er und zeigt auf die Geräte um ihn herum: "Das wäre ein Traum".

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  • Hochschule BremerhavenRomaston Silalahi, Absolvent des Masterstudiengangs Biotechnologie, erhält den DAAD-Preis 2013

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