Ein Blick in die Röhre

Torsten Koopmann zeigt Studierenden, wie das neue Messgerät im HKL-Labor funktioniert.
Torsten Koopmann zeigt Studierenden, wie das neue Messgerät im HKL-Labor funktioniert.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Neues Gerät misst Volumenströme mithilfe von Ultraschall

Wenn Torsten Koopmann die Paste auf die Ultraschallsensoren aufträgt, geht es dem Technischen Angestellten der Hochschule Bremerhaven nicht um Einblicke in menschliche Körper. Ihn interessieren Gase oder Flüssigkeiten, die in geschlossenen Metallrohren strömen. Einen Blick in ihr Inneres ermöglicht ein neues Volumenstrommessgerät, das im Labor für Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik dank einer zusätzlichen Zuwendung des Rektorats angeschafft werden konnte. Insgesamt wurde den Laboren der Hochschule am Meer fast eine halbe Million Euro zur Verbesserung der Ausstattung und zur Unterstützung der praxisbezogenen Lehre zur Verfügung gestellt.

"Jetzt können wir die Fließgeschwindigkeit von Gas, Öl oder Kältemittel messen, ohne das Rohr zu verletzen", erklärt Prof. Dr. Thomas Juch, Studiengangsleiter im Studiengang Gebäudeenergietechnik, dessen Studierende die Neuanschaffung selbst in Laborversuchen anwenden sollen. Was früher nur mit einem Einbauteil zu lösen war, ist jetzt dank des mobilen Geräts an nahezu jedem beliebigen Rohr unterschiedlicher Materialien und Durchmesser - von 10 Millimeter bis sechseinhalb Meter - möglich. Das Prinzip: Anklemmbare Ultraschallsensoren senden und empfangen Signale abwechselnd in und entgegen der Flussrichtung, wodurch die Fließgeschwindigkeit des Mediums ermittelt werden kann. Dieses Ergebnis sei nur der erste Schritt, wie der Technische Angestellte Torsten Koopmann erklärt: "Mit diesen Angaben können unsere Studierenden an kompletten Anlagen - viele davon aus der Industrie - erkennen, ob etwas schief läuft und weiter an der Optimierung arbeiten."

In dem Bestreben, die praxisbezogene Ausbildung auch für die Zukunft auf höchstem Niveau zu garantieren, hat die Hochschulleitung im vergangenen Jahr ein Innovationsprogramm aufgelegt und die Labore gebeten, ihren zusätzlichen Ausstattungsbedarf für eine exzellente Lehre zu beziffern. "In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger stark gestiegen, dies wirkt sich selbstverständlich auch auf die Labore aus", so die Kanzlerin Dr. Helga Schiwek. Deshalb sei es der Hochschule ein besonderes Anliegen, die Studierenden unter anderem optimal durch ausgezeichnete Laborausstattung auf das spätere Berufsleben vorzubereiten und eine praxisnahe Lehre zu ermöglichen. Damit nehme die Hochschule Bremerhaven ihre wissenschaftspolitische Verantwortung im Land Bremen ernst, um den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Innovationskraft Deutschlands zu sichern.

"Das Volumenstrommessgerät ist eine Bereicherung für die Lehre, aber sicher auch für viele Projekt- und Abschlussarbeiten unserer Studierenden", freut sich Prof. Juch.

 

 

Zugehörige Dokumente

  • Hochschule BremerhavenDer Technische Angestellte Torsten Koopmann mit dem mobilen Volumenstrommessgerät.

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