Forschungsprojekt „Offshore Windenergie – Schutz und Sicherheit –“ startet

Mit Institutsleiter Prof. Schwanebeck ist das Institut ISaSS der Hochschule Bremerhaven Partner im Projekt OWiSS.
Mit Institutsleiter Prof. Schwanebeck ist das Institut ISaSS der Hochschule Bremerhaven Partner im Projekt OWiSS.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro

Vor unseren Küsten drehen sich die Windräder in den deutschen Offshore Windenergieparks. Doch genau dort lauern auch Gefahren: Naturkatastrophen, Unfälle oder Störungen können die sichere Energieversorgung gefährden. Im Projekt "Offshore Windenergie - Schutz und Sicherheit -" (OWiSS) erforschen die Deutsche Offshore Consult GmbH (DOC), das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), das Institut für Seevölkerrecht und Internationales Meeresumweltrecht (ISRIM), das Institut für Windenergie fk-wind: der Hochschule Bremerhaven und das Institute for Safety and Security Studies (ISaSS) der Hochschule Bremerhaven jetzt gemeinsam, wie Störungen von Offshore Windenergieparks verhindert oder minimiert werden können. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung stellten die Projektpartner heute das Forschungsvorhaben im Detail vor. Gefördert wird das dreijährige Verbundvorhaben im Zuge des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 2,5 Millionen Euro bis Dezember 2017.

"Die Auswirkungen dieser bisher noch schwer abschätzbaren Risiken können mit zunehmendem Ausbau der Offshore Windenergie an Bedeutung gewinnen", erklärten die Professoren Wolfgang Schwanebeck und Henry Seifert die Ausgangslage des Vorhabens vor rund 60 geladenen Gästen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die Mindestziele im Energiekonzept der Bundesregierung sehen eine Steigerung des Anteils der regenerativen Energiequellen von 35 Prozent in 2020 bis zu 80 Prozent in 2050 vor. Die Offshore Windenergie trägt hierbei einen großen Anteil. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung der Energieversorgung durch Offshore Windenergie und dem damit verbundenen Leistungszuwachs hat das Projekt "OWiSS" die Erhöhung der Sicherheit von Offshore Windenergieparks zum Ziel. Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen, die sich auf in Betrieb befindliche Offshore Windenergieparks sowie vor- und nachgelagerte Bereiche des Lebenszyklus beziehen.

Im Detail bearbeiten die Verbundpartner in den kommenden drei Jahren jeweils spezifische Teilvorhaben. So verbinden die beiden Institute ISaSS und fk-wind: die Bereiche Sicherheitswissenschaft und Windenergietechnik. Gemeinsam übernehmen sie als Institute der Hochschule Bremerhaven die Betrachtung der kritischen Infrastruktureinheit Offshore-Windenergiepark aus einer ganzheitlichen Perspektive unter Einbeziehung aller beteiligten Subsysteme und unter Einbindung der Ergebnisse aller Teilvorhaben. Dabei werden Gefährdungen und Bedrohungen, die zu einer Beeinträchtigung der Energieversorgung führen, umfassend untersucht. Konzepte zu präventiven und reaktiven Maßnahmen in Bezug auf Organisation, Technik und Mensch werden zur Schadensvermeidung und -minimierung ausgearbeitet und im Rahmen von Fallstudien im Lage- und Führungszentrum des Studiengangs Integrated Safety and Security Management (ISSM) der Hochschule Bremerhaven geprüft.

Die direkte Schnittstelle zur Praxis wird über den Industriepartner DOC realisiert, der als Endnutzer mit langjährigen Offshore Erfahrungen die Sichtweise der Offshore Wirtschaft in das Verbundprojekt einbringt. Defizite von Schutz und Sicherheit im operativen Bereich werden gemeinsam mit den Partnern aufgegriffen und in schutz- und sicherheitsrelevanten Planungs- und Errichtungsaktivitäten sowie Management- und Kommunikationssystemen umgesetzt.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen des ISL stehen logistische und IT-Prozesse während des Betriebs und in Bezug auf weitere Nutzungsmöglichkeiten von Offshore Infrastrukturen. Ursachen für mögliche Bedrohungsszenarien dieser Prozesse werden ebenso betrachtet wie die Entwicklung neuer und verbesserter Maßnahmenkonzepte unter Einbeziehung bereits vorhandener präventiver und reaktiver Maßnahmen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird unter Einsatz von projektspezifisch erweiterten Simulationsmodellen untersucht.

Ein Ziel des Fraunhofer IFAM im Rahmen des Forschungsprojekts ist die aus den technischen und energiewirtschaftlichen Zusammenhängen abgeleitete volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Sicht auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Neben der Abschätzung der Bedeutung von möglichen Ausfällen werden Schwachstellen des Offshore Windenergieversorgungssystems identifiziert und energiewirtschaftliche Maßnahmen und Konzepte zur Erhöhung der Versorgungssicherheit entwickelt sowie deren Kosten-Nutzen analysiert.

Über das Forschungsinstitut ISRIM erfolgt eine Betrachtung der rechtlichen Aspekte der Gefahrenabwehr auf See mit einer umfassenden Analyse der völkerrechtlichen Regelungen, des EU-Rechts und des deutschen innerstaatlichen Rechts mit Vorschlägen für notwendige Überarbeitungen. Es erfolgt eine rechtliche Begleitung der Arbeitsaufgaben in Fragen zur Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffs- und Luftverkehrs, zur Umweltverträglichkeit, zum Meeresumweltschutz sowie über das Institut für IT-, Medien- und Immaterialgüterrecht (MLS LEGAL) zu verwertungsrechtlichen Fragen und Themen des IKT-Rechts.

"Wir freuen uns auf die Forschungsarbeit und können diese neuen Aspekte gemeinsam mit den Partnern und den Endnutzern vor Ort diskutieren und in die Lehre an der Hochschule integrieren", so die Professoren Schwanebeck und Seifert.

Zugehörige Dokumente

  • Hochschule BremerhavenVertreter der Projektpartner Deutsche Offshore Consult Gmbh, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), das Institut für Seevölkerrecht und Internationales Meeresumweltrecht (ISRIM), das Institut für Windenergie fk-wind: und das Institute for Safety and Security Studies (ISaSS) bei der OWiSS-Auftaktveranstaltung.

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