Ich bin dann mal weg…

Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Stockemer
Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Stockemer
Quelle: Thilo Vogel

Nach 14 Jahren als Rektor und 21 Jahren als Professor geht Prof. Dr. Josef Stockemer in den Ruhestand

Zu Beginn seiner Amtszeit als Rektor hatte er sich drei große Aufgaben gestellt: Die Hochschule als Ausbildungs- und Forschungsstätte, die Hochschule als Förderer der regionalen Wirtschaft und die Hochschule als Arbeitsplatz bzw. Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Nach 14 Jahren als Rektor der Hochschule Bremerhaven verabschiedet sich Prof. Dr. Josef Stockemer unter dem Motto "Ich bin dann mal weg" in den Ruhestand. Dabei blickt er insgesamt durchaus zufrieden zurück, denn der 65-Jährige hat während seiner drei Amtszeiten im Wesentlichen das erreicht, was er sich vorgenommen hatte.

1994 war Prof. Stockemer als Professor im Studiengang Lebensmitteltechnologie für das Fachgebiet "Chemie mit dem Schwerpunkt Analytische Chemie" an die Hochschule Bremerhaven berufen worden. Schon früh engagierte er sich in der Selbstverwaltung der Hochschule Bremerhaven als Sprecher der Studienkommission, Studiendekan und Dekan im Fachbereich 1. Seit September 2001 leitete er als Rektor die Hochschule. "Ich verlasse die Hochschule Bremerhaven mit Wehmut, aber auchmit Vorfreude", so Prof. Stockemer. Mit Wehmut, weil er immer gerne als Professor und Rektor für die Hochschule gearbeitet habe, in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen. Mit Vorfreude, weil er sich auf die gemeinsame Zeit mit seiner Familie freue und endlich kein wichtiges Fußballspiel mehr durch berufliche Termine verpasse. Für seine Leidenschaft für Werder Bremen und seine Fußballbegeisterung war der Cuxhavener weit über die Hochschule bekannt. So bekamen Gäste immer einen Blick auf den Werderkalender und die aktuelle Mannschaft im Büro und die Studierenden selbstverständlich die Genehmigung, die Fußballweltmeisterschaft als 'public viewing'-Veranstaltung an der Hochschule zu zeigen.

"Mir lag und liegen die Studierenden immer besonders am Herzen", so Prof. Stockemer. Und damit meine er nicht nur den quantitativen Ausbau der Hochschule Bremerhaven, den er durch die Verdopplung der Studierenden vorangetrieben habe, und auch nicht die von ihm angestrebteZahl von 5000 Studierenden. Sondern es gehe ihm vor allem um die Qualität der Lehre und darum, dass sich die Studierenden durch eine persönliche und individuelle Betreuung der Studierenden wohl fühlen. "Meine Türen standen den Studierenden immer offen und ich bin sehr froh, dass viele junge Menschen dieses Angebot rege genutzt haben."

Dass sich die Studierendenzahl in den vergangenen 15 Jahren so positiv entwickelt hat, ist nicht zuletzt auf die innovative Entwicklung neuer Studienprofile zurückzuführen. Cruise Industry Management - heute Cruise Tourism Management -, Maritime Technolgien, Digitale Medienproduktion, Integrated Safety and Security Management und Windenergietechnik wurden neu eingerichtet und viele Studienschwerpunkte durch den Bolognaprozess geschärft. "Damit konnten wir einen wichtigen Beitrag für die regionale Wirtschaft leisten, indem wir auf deren Bedarfe bei der akademischen Ausbildung reagiert haben." Wie wichtig die Hochschule Bremerhaven für die Wirtschaft ist, zeigt sich unter anderem durch deren finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung von Stiftungsprofessuren. Insgesamt fünf Stiftungsprofessuren warb der scheidende Rektor allein in seiner Amtszeit ein.

Doch mit den Studierenden wuchs auch der Campus. Mit den Häusern S und T sowie den Umbauten der alten Bibliothek für die fk-wind: und der Alten Mensa in eine Cafeteria, den energetischen Sanierungen in Haus K und C und der Gestaltung des Campus ist die Sichtbarkeit der Hochschule Bremerhaven und damit auch ihre öffentliche Wahrnehmung noch einmal deutlich gestiegen. Trotz der schwierigen Finanzlage des Landes Bremen ist es während der Amtszeit des 65-Jährigen gelungen, die Hochschule am Meer weiter zu profilieren und zu stärken. "Ganz besonders freut es mich, dass unsere Anstrengungen und unsere positive Entwicklung in den verschiedensten Bereichen durch das Gutachten des Wissenschaftsrates so eindrucksvoll bestätigt und gewürdigt worden sind", so Prof. Stockemer. Er sei sich aber dessen sehr bewusst, dass dies nicht so sehr sein Verdienst sei, sondern vor allem den Anstrengungen, dem Engagement und der tatkräftigen Mitwirkung aller Hochschulmitglieder zu verdanken sei. Sein Dank gelte deshalb besonders denen, die ihn auf seinem Weg an der Hochschule Bremerhaven so engagiert begleitet und unterstützt haben. "Meinem Nachfolger Prof. Dr. Ritzenhoff, der als Konrektor für Studium, Lehre und Forschung stets an meiner Seite war, wünsche ich für die Zukunft, dass es ihm gelingt, die richtigen Segel zu setzen, um die Hochschule Bremerhaven auch weiterhin durch jede Wetterlage zu bringen."

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht