Den Fisch „durchleuchten“

Prof. Dr. Stefan Wittke
Prof. Dr. Stefan Wittke
Quelle: Kai Martin Ulrich

Massenspektrometer ermöglicht modernste Proteinanalytik

Aus welchen Eiweißen (Proteinen) besteht ein Lachsfilet, wie gesund ist es Fisch bei Bluthochdruck zu essen, wie gestresst ist ein Steinbutt im Aquakulturbecken? - Diese Fragen können nun erstmalig an der Hochschule Bremerhaven beantwortet werden. Mithilfe eines neuen Massenspektrometers (4600 Triple TOF, SCIEX) können Proteine und Peptide identifiziert werden.

Prof. Dr. Stefan Wittke freut sich aber nicht nur über die neuen Forschungsgebiete, die sich für die Hochschule Bremerhaven durch diese Technologie ergeben: "Dank des Massenspektrometers können wir nun eine weitere Standardmethode in unsere Lehre einbauen. Besonders die Studierenden des Masterstudiengangs Biotechnologie werden mithilfe dieser Technologie z.B. (marine) Organismen und Ihre Zusammensetzung auf Eiweißebene voneinander unterscheiden können. Aber auch die hochaktuelle Forschung nach pharmazeutisch relevanten Wirkstoffen wird endlich vor Ort möglich."

"Die Massenspektrometrie ist eine Standardmethode in der Biotechnologie. Daher ist es für uns Studierende sehr wichtig, praktische Erfahrungen in diesem Arbeitsschritt zu sammeln, um so optimal auf das Berufsleben vorbereitet zu sein", so Philipp Lasch, Student des Masterstudiengangs Biotechnologie.

Philipp Lasch, Student des Masterstudiengangs Biotechnologie am Massenspektrometer
Philipp Lasch, Student des Masterstudiengangs Biotechnologie am Massenspektrometer
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Zur Verfügung gestellt wurde der Hochschule Bremerhaven das Massenspektrometer (microLC-MS/MS) von der Firma SCIEX. Im Rahmen dieser befristeten Testphase wird nun seitens der Hochschule zusammen mit dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Cuxhaven (Institut für Fische und Fischereierzeugnisse) geprüft, wie praktikabel ein Massenspektrometer für die Identifizierung / Unterscheidung von Fischspezies ist: "In Zukunft könnte ein solches Verfahren z.B. von Behörden aber auch von Importeuren als Referenzmethode genutzt werden, um eine Artenreinheit von unterschiedlichen Fischerzeugnissen sicherzustellen. Durch diese Überwachung könnten so edle Fische wie die z.B. Seezunge nicht mehr durch günstige Arten mit ähnlichem Aussehen ausgetauscht werden."

Ein Hauptziel von Prof. Wittke ist daher die dauerhafte Etablierung dieser Technologie an der Hochschule Bremerhaven. Dazu laufen aktuell einerseits Gespräche zur Verlängerung der Testphase mit SCIEX aber auch Gespräche mit der Hochschulleitung wie eine Anschaffung finanziert werden könnte.

Erste - sehr erfolgversprechende - Ergebnisse dieser Untersuchungen wird Prof. Dr. Stefan Wittke schon am 21. Juni im Rahmen eines Anwenderseminars zu "LC-MS basierter Proteinanalytik von Lebensmitteln - Allergenanalytik und Lebensmittelauthentizität" (www.igv-gmbh.de/fileadmin/dokumente/pdf/testlab/Agenda_21062016_IGV_v3.pdf) in den Räumen der IGV-GmbH in Bergholz-Rehbrücke (Potsdam) vorstellen.

Zugehörige Dokumente

  • Hochschule BremerhavenPhilipp Lasch, Student des Masterstudiengangs Biotechnologie am Massenspektrometer

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