EXIST-Gründerstipendium an der Hochschule Bremerhaven

Teamfoto des EXIST-Gründerteams: Jonas Niedergesäß, Dr. Julia Köhn und Vanessa Heise
Teamfoto des EXIST-Gründerteams: Jonas Niedergesäß, Dr. Julia Köhn und Vanessa Heise
Quelle: Jonas Niedergesäss

Entwicklung eines intelligenten Logistiksystems für regionale Lebensmittel

Wie wäre es, wenn bei unserem Lieblingsschlachter um die Ecke zukünftig auch unsere Onlinebestellung mit dem frischen Apfelsaft vom Obstbauern und den Eiern vom Hofladen zur Abholung bereitsteht? Regionale Lebensmittel frisch und nach Bedarf online bestellen und an einer Stelle abholen, das ist das Ziel der im Rahmen des EXIST-Stipendiums geförderten Existenzgründerinnen und Existenzgründer an der Hochschule Bremerhaven. Dr. Julia Köhn, Vanessa Heise und Jonas Niedergesäß wollen ein intelligentes Logistiksystem entwickeln, um regionale Lebensmittelanbieter und ihre Kunden zukünftig besser zusammen zu bringen.

"In den letzten Jahren haben sich unsere Verhaltensweisen verändert - längere Arbeitszeiten führen beispielsweise dazu, dass wir es nicht mehr schaffen, auf dem Markt einkaufen zu gehen, zum Obsthof zu fahren oder zur Fleischerei. Gleichzeitig wollen wir aber sehr gerne regionale, leckere und hochwertige Produkte essen", so Köhn. Auf Basis dieser eigenen Wahrnehmung und durch zahlreiche Hintergrundgespräche und erste Analysen entwickelte die gebürtige Bremerhavenerin die Idee für das regionale Crossdocking in der Lebensmittellogistik. Im vergangenen Jahr konkretisierte sie ihr Vorhaben für eine ressourceneffiziente und besonders kundenfreundliche Vermarktung regional erzeugter Lebensmittel. Gemeinsam mit Vanessa Heise und Jonas Niedergesäß reichte sie den Antrag für ein EXIST-Gründerstipendium ein.

Das EXIST-Gründerstipendium ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert wird. Es unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Bei den Gründungsvorhaben sollte es sich um innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln.

"Wir haben uns ganz bewusst Bremerhaven als Standort ausgesucht - zum einen wegen der Lebensmittelindustrie in der Stadt, zum anderen wegen der Hochschule Bremerhaven.", so Köhn. Insbesondere das sehr gute Wissen in der Logistik und im Lebensmittelrecht an der Hochschule am Meer gepaart mit der sehr guten Netzwerkstruktur innerhalb der Stadt seien dabei ein entscheidender Faktor gewesen, den sie so in Städten wie Berlin oder München nicht gefunden hätten. Neben einem Arbeitsplatz und der kostenfreien Nutzung der Infrastruktur, den die Hochschule Bremerhaven dem Gründerteam zur Verfügung stellt, betreut Prof. Dr. Wolfgang Lukas die Drei als Mentor.

Um an ihrer Idee konkret zu arbeiten, erhalten die Gründerinnen und Gründer jetzt ein Jahr lang einen sechsstelligen Betrag als Anschubfinanzierung. In dieser Zeit müssen sie es schaffen, die wichtigsten Faktoren zu analysieren, wie welche Kunden würden das System nutzen, wie ist die rechtliche Absicherung, wie viele potentielle Anbieter gibt es und vor allem wann sind alle Beteiligten bereit, ihre Idee auch langfristig zu nutzen. "Aber unsere größte Herausforderung ist und bleibt die Logistik", so Köhn. Umso gespannter blickt das Team deshalb auf das zweite Quartal: da ist der erste Testlauf des Bestellsystems geplant. "Wir sind auf das erste Zwischenergebnis sehr gespannt", so Köhn. Bis dahin können sich interessierte Lebensmittelerzeuger gerne melden bei Julia Köhn unter 0163 267 58 59.

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