Forschungsreise nach Schweden

Student lässt das ROV zu Wasser
Student lässt das ROV zu Wasser
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Studierende des Studiengangs Maritime Technologien testen ihre Entwicklungen unter realen Bedingungen

Konzentriert drückt Philipp Stark die Knöpfe auf dem Controller, um das Unterwasserfahrzeug gegen die Strömung anzusteuern. Auf dem Bildschirm vor sich sieht der Student der Hochschule Bremerhaven Bilder der riesigen Generatoren eines Wellenkraftwerkes, die von der Kamera des ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs ROV (Remotely Operated Vehicle) übertragen werden. Eine Woche lang hatte der Student des Bachelorstudiengangs Maritime Technologien gemeinsam mit 16 weiteren Studierenden des Studienschwerpunkts Meeresenergiesysteme und Messtechnik die Chance, die Ergebnisse ihrer Laborarbeit der letzten Semester am Maritimen Forschungszentrum Sven Lovén im schwedischen Fiskebäckskil zu testen. Eine Forschungsreise, die unter der Leitung von Prof. Dr. Axel Bochert, den Studierenden bereits zum dritten Mal ermöglicht wird.

"Hol noch mal zwei Meter rein!", ruft Stark aus dem Inneren des Forschungskutters Oscar von Sydow an Deck. Dort beobachten seine Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen mit dem Matrosen genau die Bewegungen des Kabels, durch welches das ROV mit dem an Bord befindlichen Computer verbunden ist. Teamarbeit ist bei diesen Tests wichtig und bereitet auf den späteren Berufsalltag vor. Zusammen holen sie zwei Meter Kabel ein, dann setzt das Unterwasserfahrzeug seine Erkundungstour durch das Kraftwerk fort.

Für die Studierenden der Hochschule Bremerhaven, die schon seit etwa einem Jahr an ihren Projekten gearbeitet haben, ist diese Woche am Forschungszentrum Sven Lovén in Schweden die Zeit, auf die sie im Labor viele Stunden hin gearbeitet haben. So kamen neben dem Unterwasserfahrzeug, das die Studierenden unter realistischen Bedingungen prüfen konnten, auch eine Wellenmessboje und ein Wandler für Strömungsenergie zum Einsatz, deren Daten die Studierenden zurück in Bremerhaven auswerten und mit anderen vergleichen wollen.

"Es war eine Menge Arbeit vonnöten, um das zuvor nur in Süßwasser fahrtüchtige ROV salzwassertauglich zu machen", so Stark. Umso größer ist die Erleichterung und Freude, als tatsächlich alles wie geplant funktioniert. Dass ein Erfolg wie dieser nicht selbstverständlich ist, weiß auch Prof. Bochert, der die Exkursion für die Studierenden organisiert hat. Ihn freut es besonders, dass die harte Arbeit der Studierenden von Erfolg gekrönt ist, aber auch die professionelle Arbeitsweise vor Ort findet er bemerkenswert: "Ich finde es gut, dass sie die Kapitänin vorher über alle geplanten Manöver informieren." Gerade auf See sei eine funktionierende Kommunikation mit kurzen Wegen besonders wichtig.

Bei der einwöchigen Exkursion zum Forschungszentrum stand zudem der Austausch mit Studierenden der schwedischen Partneruniversität aus Uppsala über Arbeitsergebnisse auf dem Programm. Außerdem stellte neben dem Wissensaustausch und den Forschungsfahrten auf dem Meer der Kontakt zu ansässigen Unternehmen aus dem Bereich der Meeresenergien einen wichtigen Bestandteil der Reise dar. Die Studierenden erfuhren beispielsweise in einem Vortrag sowie einer Führung durch die Produktionsanlagen des Unternehmens Seabased viel über die Herausforderungen im beruflichen Alltag einer Firma, die sich der Wellenenergiegewinnung verschrieben hat. Dabei bemerkten sie, wie verschieden die Strategien von Unternehmen sein können, wenn es darum geht, sich in dem vergleichsweise jungen und von Innovationen geprägten Markt zu behaupten.

Am Ende der Forschungsreise zieht Prof. Bochert eine durchweg positive Bilanz: "Die Forschungsarbeit war überaus erfolgreich, es wurde eine Menge dazugelernt und dabei hatten alle so viel Spaß, dass der Abschied am Ende des Workshops nicht immer leicht fiel."

Ermöglicht hat die einwöchige Forschungsreise vor allem eine Förderung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, welche mehr als 9000 Euro zur Finanzierung der Reise beisteuerte.

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