Fürs Praktikum nach Hollywood

Tim David Müller Zitzke hat am Film Independence Day Wiederkehr mitgearbeitet
Tim David Müller Zitzke hat am Film Independence Day Wiederkehr mitgearbeitet
Quelle: Tim David Müller Zitzke

Student der Hochschule Bremerhaven arbeitet an Blockbuster "Independence Day - Wiederkehr" mit

Wenn "Independence Day - Wiederkehr" am 14. Juli Deutschlandpremiere feiert, kennt Tim David Müller-Zitzke bereits jede Szene. Denn der Student des Bachelorstudiengangs Digitale Medienproduktion war nicht nur bei der Weltpremiere im TCL Chinese Theater in Hollywood dabei, sondern hat selbst an dem Science-Fiction Blockbuster mitgewirkt. Ein atemberaubendes Erlebnis für den 22-Jährigen, der sieben Monate lang in der Firma Uncharted Territory des Honorarprofessors, Oscarpreisträgers, Visual Effects Supervisors und Co-Produzenten Volker Engel an der Entstehung des Films mitgearbeitet hat.

"Ich war im Compositing tätig, also dem Zusammenfügen von virtuellem und realem Material", so Tim David Müller-Zitzke. Konkret hat er Bluescreen-Aufnahmen vom Set und die Hintergrund-Animationen und sonstigen computergenerierten Bestandteile zusammengesetzt. Im zweiten Teil von Independence Day kehren die Aliens zur Erde zurück, um diese zu vernichten. 20 Jahre nach Independence Day wurde voll auf die digitale Inszenierung gesetzt. "Man kann sagen, im Compositing wird der Film so richtig zum Leben erweckt."

Sein eigenes Leben lief dagegen ganz anders ab als sein Studentenleben in der Seestadt: "Morgens um 9.30 Uhr ging es zur Arbeit und dann direkt an den Computer", so Müller-Zitzke. Bei den Kolleginnen und Kollegen habe er im Laufe des Tages dann zur Inspiration oder hilfesuchend vorbeigeschaut. Gegen 20 Uhr war meist Feierabend und Zeit fürs Fitness-Training oder für ein Abendessen. "Neben den fachlichen Kompetenzen, dem VFX-Compositing, habe ich in diesem Praktikum viel über mich selbst gelernt", weiß Müller-Zitzke heute. Besonders die soziale Komponente sei sehr interessant gewesen: In eine völlig fremde Stadt zu kommen, in der man niemanden kennt, sei schon eine besondere Herausforderung. "Volker Engels Firma war für mich wie eine kleine Insel inmitten der Hollywood-Ströme mit tollen Kolleginnen und Kollegen", reflektiert der Student das Leben in einer Stadt zwischen angesagten Roof Top Bars und einsamen Menschen inmitten der Metropole.

"Ich kann nur jedem raten, möglichst früh damit anzufangen, Berufserfahrungen zu sammeln und für seine Träume zu kämpfen - was hat man schon zu verlieren?", so der Bremerhavener Student. Mit dieser Einstellung kam Müller-Zitzke auch an seinen Job in Hollywood: "Nach einem Vortrag von Volker Engel bei uns an der Hochschule fragten meine Kommilitoninnen und Kommilitonen nach Autogrammen und ich nach einem Praktikumsplatz im Rahmen meines Studiums." Damals hatte ihm der Honorarprofessor und Oscarpreisträger keine Versprechen gemacht und um die Bewerbung gebeten. Einige Monate später lag tatsächlich die Bestätigung im Postfach. "Vitamin B alleine war jedoch nicht ausreichend - im Endeffekt gaben meine Fotos den Ausschlag." Denn der Student der Digitalen Medienproduktion arbeitet neben seinem Studium als Fotograf und kannte sich bereits im Foto-Compositing aus. Um die Software für das Film-Compositing im Science-Fiction Film Independence Day - Wiederkehr perfekt zu beherrschen, musste Müller-Zitzke zu Beginn seines Praktikums hart arbeiten. Aber es hat sich gelohnt: "Für mich war es ein krasser Moment, als mein erster "Final Shot" für den Film von meinem Supervisor freigegeben wurde - mein erster eigener Teil am Film."

Ebenso unbeschreiblich war es für den Studenten die Vorfassung des Films zusammen mit Roland Emmerich schauen zu dürfen: "Einen Film dieser Klasse in einem Raum mit dem Regisseur zu sehen, war eine komplett neue Erfahrung für mich." Doch auch wenn er in Los Angeles Teil einer großen Produktion war und großartige Freunde gefunden hat, weiß er auch die Vorzüge der Seestadt zu schätzen. "Ich genieße gerade in Bremerhaven die Ruhe, um mich auf meine eigenen Projekte konzentrieren zu können." Im nächsten Frühjahr möchte er sein Bachelorstudium der Digitalen Medienproduktion beenden und nebenbei weiterhin als Fotograf und Filmproduzent arbeiten. "Derzeit produziere ich einen Virtual Reality Kurzfilm und wer weiß, vielleicht findet sich ja auch mal wieder ein Projekt in Hollywood."

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