Theater als große Leidenschaft

Prof. Dr. Boris Koch auf der Bühne
Prof. Dr. Boris Koch auf der Bühne
Quelle: Rimini Protokoll

Prof. Dr. Boris Koch lehrt als Klimaforscher auch auf der Bühne

Die Bühne ist seine große Leidenschaft - neben dem Hörsaal und seinen Forschungslaboren. In seinem Berufsalltag lehrt Prof. Dr. Boris Koch in den Studiengängen Maritime Technologien und Biotechnologie an der Hochschule Bremerhaven. Sein großes Hobby ist das Theaterspielen. In seinem jüngsten Projekt "Weltklima-Konferenz" konnte der Klimaforscher sein Hobby mit seinem Beruf verbinden: "Mich hat es fasziniert, dass in diesem Projekt die Wissenschaft und das Theater miteinander verschmolzen sind. Deshalb musste ich diese außergewöhnliche Herausforderung einfach annehmen."

Inszeniert hat das Theaterstück die renommierte Theatergruppe "Rimini Protokoll" im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Das Besondere: Im Stück "Weltklima-Konferenz" wurde die Pariser Weltklimakonferenz aus dem Jahr 2015 nachgestellt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden dabei mit in das Stück eingebunden. Verschiedene Rollen wurden verteilt und so musste das Publikum die Interessen der teilnehmenden Länder vertreten. Ziel der Verhandlungen war die Reduktion der Treibhausgase und somit auch das Eingrenzen des Klimawandels.

Geleitet wurden die Klima-Verhandlungen von echten Expertinnen und Experten aus der Branche, wie Chemiker Prof. Boris Koch: "Die Besucherinnen und Besucher waren bei der Inszenierung hautnah dabei und konnten die Probleme der Verhandlungen nachvollziehen. Als Vertreter eines kleinen Staates wie Botswana beispielsweise, hat die Delegation das Problem, das ihr Land kein Geld für den Klimaschutz hat, aber dennoch hohe Emissionen ausgestoßen werden."

So musste jeder Gast bei dem Theaterstück abwägen, welchen Beitrag das ihm zugeteilte Land zur Reduktion von Treibhausgasen leisten kann. Insgesamt waren die circa 700 ZuschauerIinnen und Zuschauer 195 verschiedenen Nationen zugeteilt. Während der dreistündigen Inszenierung haben die Teilnehmenden verhandelt und diskutiert. In verschiedenen Briefings haben die Forscherinnen und Forscher wichtige Hintergrundinformationen als Entscheidungshilfe gegeben: "Ich musste im Prinzip nicht schauspielern, sondern nur mein Wissen an das Publikum weitergeben. In kurzen Vorträgen habe ich die Probleme der Gletscherschmelze und des arktischen Wandels beschrieben. Ich denke, dem Publikum ist während der Inszenierung klar geworden, wie komplex die Problematik des Klimawandels ist: Wenn in Bolivien ein Gletscher schmilzt, folgen daraus nicht nur mehr Überschwemmungen und Erdrutsche, sondern auch die massive Bedrohung der Trinkwasserversorgung. Die Teilnehmenden konnten diese Zusammenhänge während des Theaterstücks nachvollziehen und so auch die Belastungen während einer Klimakonferenz spüren", so Prof. Boris Koch.

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht