Türen öffnen

Kristin Günther, Leiterin des International Office der Hochschule Bremerhaven gemeinsam mit Senatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt und Teilnehmerinnen und Teilnehmern des IN-Touch-Programms sowie Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen bei der Eröffnung des Hochschulbüros HERE
Kristin Günther, Leiterin des International Office der Hochschule Bremerhaven gemeinsam mit Senatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt und Teilnehmerinnen und Teilnehmern des IN-Touch-Programms sowie Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen bei der Eröffnung des Hochschulbüros HERE
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Hochschule Bremerhaven ist Partner des neuen Hochschulbüros HERE im Haus der Wissenschaft

Hamsa kommt aus Syrien, hat einen Bachelor in Maschinenbau in der Tasche und möchte im Land Bremen seinen Master machen. "Zuerst muss ich gut Deutsch sprechen, das ist die Basis", erzählt er - in schon recht flüssigem Deutsch. Er und viele weitere Geflüchtete können von einem neuen Angebot in Bremen profitieren: dem neu eröffneten Hochschulbüro HERE (HERE steht für "Higher Education Refugees Entrance"). Es ist eine Anlaufstelle für geflüchtete Menschen, die sich für ein Studium an einer staatlichen Hochschule im Land Bremen interessieren und vielfältige Unterstützung und Beratung benötigen. Gut erreichbar im "Haus der Wissenschaft" in Bremens Altstadt soll das Hochschulbüro Dreh- und Angelpunkt für die umfänglichen Maßnahmen des Integrationsprogramms aller vier staatlichen Hochschulen in Bremen und Bremerhaven werden.

"Wir freuen uns, am Gemeinschaftsprojekt der Bremer Hochschulen beteiligt zu sein und mit der HERE-Geschäftsstelle, einen zentralen Koordinierungspunkt zu haben, an den wir unsere studieninteressierten Flüchtlinge aus Bremerhaven weitervermitteln können. Uns als Hochschule ist die Integration von Geflüchteten sehr wichtig und wir unternehmen alle Anstrengungen, diese sozial bestmöglich zu integrieren", so Kristin Günther, Leiterin des International Office der Hochschule Bremerhaven. Ebenso hoben auch Prof. Dr. Thomas Hoffmeister, Konrektor für Lehre und Studium der Universität Bremen, Prof. Dr. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen und Prof. Dr. Herbert Grüner, Rektor der Hochschule für Künste, bei der Eröffnung die Bedeutung des neuen Büros hervor, das viele Menschen noch gezielter, je nach ihren Fähigkeiten und Interessen, beraten kann.

Insgesamt 150 geflüchtete Menschen sollen systematisch in Sprachkursen und studienvorbereitenden Maßnahmen der Hochschulen fit fürs Studium oder die Weiterqualifikation gemacht werden. 60 Studierende haben im Sommersemester schon in spezifischen Sprachkursen angefangen. Zum Wintersemester werden noch einmal 90 Plätze in Sprachkursen und/oder im Vorbereitungsstudium zur Vorbereitung auf die Hochschulzugangsprüfung vergeben. Die Hochschulen werden frühestens ab dem Sommersemester 2017 Hochschulzugangsprüfungen für diejenigen abnehmen, die noch nicht über eine ausreichende Hochschulzugangsberechtigung aus ihrem Heimatland verfügen. Den Weg dafür hatte die Bremische Bürgerschaft mit einer Änderung des Bremischen Hochschulgesetzes im März 2016 freigemacht. Bundesweit einmalig ist, dass die bremischen Hochschulen gemeinsam die Hochschulzugangsprüfung abnehmen und deren erfolgreiches Bestehen auch zum Studium an allen Hochschulen berechtigt.

"Wir wollen Türen öffnen und qualifizierten geflüchteten Menschen helfen, den Weg in ein Studium oder eine wissenschaftliche Weiterqualifikation besser und schneller zu finden", sagte Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt bei der offiziellen Eröffnung. "Viele kompetente junge Menschen, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, möchten studieren, ihr Studium fortsetzen oder sich wissenschaftlich weiterqualifizieren, können aber fluchtbedingt zum Teil nicht die notwendigen Nachweise vorlegen. Oft fehlen Sprachkenntnisse oder sie brauchen fachlichen Input, weil die ausländische Hochschulzugangsberechtigung nicht direkt den Weg ins Studium in Deutschland ermöglicht. Ihnen wollen wir eine Perspektive in Deutschland ermöglichen und gleichzeitig hochqualifizierte Fachkräfte gewinnen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Integration dieser Menschen und für die Zukunft unseres Landes."

Unabhängig von der Möglichkeit, ein reguläres Studium aufzunehmen, besteht schon seit zwei Jahren das Programm IN-Touch. Unabhängig vom Aufenthaltsstatus ermöglicht das Programm geflüchteten Menschen mit akademischem Hintergrund, an regulären Hochschulveranstaltungen sowie an studentischen Arbeitsgruppen teilzunehmen. Die Teilnehmenden können Bibliotheken und Computer der Hochschulen nutzen und Zertifikate erwerben. Voraussetzung für die Teilnahme sind der Besuch einer Hochschule im Heimatland und gute Deutsch- oder Englischkenntnisse. An dem von der Universität Bremen ins Leben gerufene Projekt IN-Touch sind mittlerweile alle vier staatlichen bremischen Hochschulen beteiligt.

Im Hochschulbüro HERE erfolgt dagegen die Unterstützung in Form von Beratung, aber auch die Vermittlung in dafür vorgesehene Verfahren, zum Beispiel bei der Bewertung der ausländischen Zeugnisse oder für die Teilnahme an Sprachtests oder Tests zur Studierfähigkeit. Es ist damit Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Integration von geflüchteten Menschen in das Hochschulsystem. Das Hochschulbüro HERE ist geöffnet montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs 13-15 Uhr. In dieser Zeit können Interessierte einen Termin für ein Beratungsgespräch ausmachen.

Weitere Informationen unter www.herebremen.de

Zugehörige Dokumente

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