Im Studium nach Marseille – ein Erfahrungsbericht

CTM-Studentin Kristina Müller verbringt ihr Praxissemester im Süden Frankreichs

Als CTM-Studentin verbringt Kristina das 5. Semester im Ausland.
Origin: privat

Bloß keinen Fuß nach Marseille setzen! Zumindest wurde mir das vor meiner Reise in die Küstenstadt in Frankreichs Süden geraten. Trotz Arbeitslosigkeit und hoher Kriminalitätsrate bin ich seit Anfang September im Rahmen meines Studiums "Cruise Tourism Management (CTM)" an der Hochschule Bremerhaven hier im Praxissemester.

Eine WG mitten im Trubel

Bereut habe ich diese Entscheidung nicht und mich auch mittlerweile an (fast) alles gewöhnt: Den südländischen Großstadtfahrstil, die Sprache, Küsschen rechts und links, Baguette morgens, mittags, abends und vieles mehr. Durch Zufall habe ich ein Zimmer mitten im Trubel eines alternativen Künstlerviertels gefunden. Nicht ganz leicht bei 50.000 Studierenden im größten Hochschulverbund der Region Aix-Marseille.

Praktikum rund um den Wassersport

Viel überschaulicher geht es da mit rund 3.200 Studierenden in Bremerhaven zu. Gut 30 von ihnen zieht es im fünften und sechsten Semester in die Ferne: Die "CTM-Studis" - darunter auch mich. Laut Curriculum verbringen wir ein Jahr wahlweise in einem Unternehmen oder an einer Hochschule im Ausland oder an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Ich wollte Abwechslung von Hörsaal und entschied mich für ein Praktikum. Dass es nach Frankreich gehen sollte, stand außer Frage. Land und Leute faszinieren mich und mein Französisch bedurfte einer dringenden Politur. Klar war auch, dass das Praktikum möglichst im maritimen oder touristischen Bereich sein sollte. Dementsprechend groß war die Freude, als meine Bewerbung auf eine Stellenausschreibung bei NauticExpo, einem Online-Marketingunternehmen für Produkte rund um die Schifffahrt und den Wassersport(tourismus), erfolgreich war.

Auf du mit dem Chef

In dem Betrieb geht es genauso multikulti zu wie in Marseille an sich: 160 Mitarbeiter aus über 20 Nationen arbeiten hier. Die Firma ist herrlich anders, als alles was ich bisher kannte: 35 Stunden-Woche, Sportangebot in der Mittagspause und eine familiäre Atmosphäre: Selbst die Chefs, die mitten unter den Mitarbeitern im "Open-Space"-Büro sitzen, werden geduzt. Flache Hierarchien live und faszinierend genial.

Reisen zählt zum Pflichtprogramm

Nach Feierabend und am Wochenende ist Zeit für Hochschulsport, Kinobesuche und das Erkunden der Region - quasi Pflichtprogramm als Tourismusstudentin. Bis Mitte Oktober luden die Stadtstrände Marseilles sogar noch zum Baden ein oder die Calanques - ein an die Stadt angrenzender beeindruckender Nationalpark mit 14 dramatischen Felsbuchten - zum Wandern. Entgegen der Vorurteile hat Marseille nämlich wahnsinnig schöne Ecken. Bis zum Ende des Praktikums im Februar hoffe ich, sie alle gesehen zu haben.

Das Fazit: Bloß nicht abschrecken lassen. Ich bin froh, gleich beide Füße in die Stadt gesetzt zu haben.

Von Kristina Müller