Biotechnologie und der Ozean

Experimente am Gaschromatographen
Experimente am Gaschromatographen
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Studierende erarbeiten sich chemische Methodenkompetenz anhand praktischer Probleme in der Meeresumwelt

Wie erkennt man Algenarten eigentlich an ihren Farbpigmenten? Und wie trennt man Öl vom Lösungsmittel? Mit den richtigen Laborgeräten lernen Studierende solch praktische Fragestellungen zu bearbeiten. Im Labor Marine Biotechnologie der Hochschule Bremerhaven zeigen Prof. Dr. Boris Koch und Laborleiter Prof. Dr. Stefan Wittke den Studierenden die Funktion der Laborgeräte. "Ein gut ausgestattetes Labor ist wichtig für unsere Lehre an der Hochschule, insbesondere für das Praktikum. Darin erlernen und trainieren die Studierenden grundlegende analytische Techniken und qualifizieren sich gleichzeitig für viele verschiedene Karrierewege in Industrie oder Forschung", so Prof. Koch.

Ohne Laborgeräte, könnte nur reine Theorie vermittelt werden. So können die Studierenden im Praktikum "Organisch-chemische Analytik mit Meeresbezug" des Masterstudiengangs Biotechnologie sich gleich an den Laborgeräten ausprobieren. Am Rotationsverdampfer führen die Studierenden Versuche mit Öl durch. "Das Thema Ölunfälle ist von Jahr zu Jahr aktueller geworden. Daher binden wir es in die Lehre ein", so Prof. Koch. In speziellen Experimenten untersuchen die Studierenden die Zusammensetzung und Abbaubarkeit des Öls. Zur Trennung von Öl und Lösungsmittel kommt der Rotationsverdampfer zum Einsatz. Das Lösungsmittel kondensiert durch den Vorgang - übrig bleibt das Öl-Extrakt. "Der Vorgang dient zur Vorbereitung der Messung. Diese findet dann im Gaschromatographen statt: Die daraus entstehenden Messdaten werden interpretiert und so festgestellt, wie der Ölabbau bei Sauerstoff oder unter Anwesenheit verschiedener Nährstoffe abläuft", erzählt der Professor für Marine Biotechnologie.

Ein weiteres, unentbehrliches Gerät ist der Flüssigkeitschromatograph. Damit sollen Studierende Algen anhand ihrer Pigmentzusammensetzung identifizieren. Die Algen werden dabei vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) angezüchtet und geliefert. Eine Möglichkeit zur Bestimmung der Algenart wäre das mühsame Zählen der Zellen in der Gesamtprobe. Aber da gibt es auch eine geschicktere Lösung. "Anhand von Farbpigmenten, die den Algen im Flüssigkeitschromatographen entnommen und gemessen werden, kann die Algenart zugeordnet werden. Vorausgesetzt natürlich, die Daten werden richtig interpretiert. Da hilft dann Fachliteratur weiter", erklärt Prof. Koch. Für die Trennung von Stoffen gibt es nicht nur den Flüssigkeitschromatographen oder den Rotationsverdampfer. Eine Vielzahl von Laborgeräten, wie auch die Zentrifuge, können dafür benutzt werden. "Es kommt auf den Stoff an, der getrennt werden soll. Auch das müssen die Studierenden lernen - wann sich welche Methode am besten eignet", so Prof. Koch.

Die Methodik kommt den Studierenden insbesondere bei den nächsten Praktika zu Gute. Bei einer sechstägigen Schiffsexpedition von Bremerhaven über Helgoland bis nach Cuxhaven und zurück sollen die Studierenden Analysen wie die im Hochschullabor auf dem Schiff durchführen. Spätestens da stellt sich heraus, wie wertvoll das Labor Marine Biotechnologie für die Lehre ist.

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