DAAD-Preisträgerin kommt aus Indonesien

DAAD-Preisträgerin Jayanti Sirait
DAAD-Preisträgerin Jayanti Sirait
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Jayanti Sirait erhält Auszeichnung für besondere Leistungen

"Mithilfe des Preisgeldes kann ich nach dem Studium endlich meine Familie in Medan auf Sumatra wiedersehen", freut sich Jayanti Sirait, Studentin der Hochschule Bremerhaven, über die Auszeichnung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Jedes Jahr wird der mit 1000 Euro dotierte Preis für besondere Studienleistungen sowie bemerkenswertes gesellschaftliches und interkulturelles Engagement an eine oder einen ausländischen Studierenden vergeben. Sirait überzeugte in diesem Jahr die Jury vor allem durch ihren eisernen Studierwillen trotz widriger Begleitumstände, ihr soziales Engagement im Non-Profit-Sektor sowie ihre darin gezeigte hohe soziale Kompetenz.

Derzeit befindet sich die Indonesierin kurz vor ihrem Studienabschluss. Ihre Bachelorarbeit widmete sie dem Thema "Digitalisierung im Personalwesen in Non-Profit Organisationen". Nach Deutschland kam sie erstmalig 2009 als Au-Pair. Schon während dieser Zeit war der 31-Jährigen schnell klar, dass sie in Bremerhaven studieren will: "Aus meinem Au-Pair-Jahr in Oldenburg kannte ich viele Leute aus Bremen und der Umgebung. Einige von diesen haben an der Hochschule Bremerhaven studiert und haben sehr positiv von ihren Studienerfahrungen vor Ort berichtet."

Um sich das Studium zu finanzieren, jobbt Sirait neben ihrem Studium in einer Textildruckerei in Bremen. Zudem ist sie als Übersetzerin in einem gemeinnützigen Projekt an der Universität Osnabrück tätig, welches den Mathematikunterricht in indonesischen Schulen an internationale Standards heranführt. Ausgehend von den Übersetzungen von Schulbüchern als Muttersprachlerin leistet sie darüber hinaus vielseitige Unterstützung in der Projektkommunikation. Auch wenn die Studentin schon seit neun Jahren in Deutschland lebt, findet sie die deutsche Sprache immer noch schwierig und die Aussprache mancher deutschen Wörter schwer: "So lasse ich meine Bachelorarbeit von deutschen Freunden Korrekturlesen, um sicher zu gehen, dass sie sprachlich korrekt ist."

Ihre Mentorin, Frau Prof. Dr. Ulrike Lichtblau, welche sie für den Förderpreis empfahl, vermerkt dazu in ihrem Referenzschreiben für die Preisträgerin: "Ich bewundere ihre Fähigkeit, weit entfernt von ihrer Familie und ohne die Möglichkeit von regelmäßigen Besuchen in der Heimat erfolgreich zu studieren. Sie ist zweifellos ein Vorbild für andere Studierende."

Nach dem Studienabschluss möchte die BWLerin gerne in einer Non-Profit Organisation arbeiten. "Ich finde es wichtig, nicht nur für Geld zu arbeiten, sondern den Menschen zu helfen", so die Studentin. Am liebsten würde sie dafür auch im Norden bleiben: "Bremen hat eine große indonesische Community und es leben dort viele Landsleute aus meiner Heimatstadt Medan". Jetzt geht es aber dank des Preisgeldes erst einmal nach Hause. "Ich habe meine Eltern mehr als drei Jahre nicht mehr gesehen", betont sie, und freut sie sich schon jetzt auf das baldige Wiedersehen mit ihnen in Indonesien.

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