Eine Homepage, die ins Auge springt

Karen Albers präsentiert Ergebnisse des Eyetracking-Verfahrens
Karen Albers präsentiert Ergebnisse des Eyetracking-Verfahrens
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Studentin der Hochschule Bremerhaven verbessert mit Eyetracking-Verfahren Internetauftritt der Stadt Geestland

Große und kleine Punkte, Linien und Zahlen: Auf den ersten Blick wirken diese Untersuchungsergebnisse kurios. Doch für Karen Albers sind sie der Schlüssel zum Erfolg. Die Studentin des Masterstudiengangs Digitalisierung, Innovation und Informationsmanagement (DIIM) analysierte in ihrer Masterarbeit, wie die Startseite der Stadt Geestland nutzerfreundlich gestaltet werden kann. Dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Geestland sowie des Vereins zur Förderung der Hochschule Bremerhaven e.V. war die Durchführung mit Hilfe einer innovativen Eyetracking-Software möglich.

Mit insgesamt 60 Probandinnen und Probanden führte Albers anhand des Eyetrackers Tobii Pro X2-60 die Untersuchungen durch. "Dabei wird der Blickverlauf der Augen mit Infrarotstrahlen aufgezeichnet. Es wird gemessen, wohin der Blick wandert oder wann und wie lange ein Punkt fixiert wird", erklärt die 24-jährige. Zunächst jedoch entwarf die Studentin drei Prototypen von potentiellen Webseiten für die Stadt Geestland. Aus diesen drei kürte sie anhand von selbsterstellten Kriterien aus wissenschaftlichen Studien einen Sieger. Die aktuelle Startseite der Stadt Geestland sowie die Startseite des Prototypen wurden anschließend mit dem Eyetracking-Verfahren untersucht. "Die Blickverläufe der Probanden können gefiltert, mit den Bewertungen des Fragebogens verglichen und analysiert werden", so Albers. So wird zum Beispiel untersucht, ob die Blickverläufe von Frauen und Männern auf einer Homepage unterschiedlich sind.

Anhand von Linien und nummerierten Punkten, sogenannten Sakkaden und Fixationen, werden die Ergebnisse dargestellt. "Je größer der Punkt, desto länger verharrte der Blick darauf. Die Linien zeigen, wohin das Auge geschweift ist. Und die Zahlen geben die Reihenfolge der Blicke an. Betrachtet man das ganze Muster, so ergibt sich ein Z, das sich im Verlauf der Startseite wiederholt. Das spricht unter anderem für eine gute Usability", erklärt die Studentin. Noch gibt es kein ausgewertetes Ergebnis, jedoch erkennt Albers schon deutliche Tendenzen bei den Untersuchungen: "Ältere Personen lesen sich die Texte genauer durch, jüngere überfliegen die Seite eher".

Für Albers war die Masterarbeit mit dem Eyetracking-Verfahren ein Herzensprojekt: "Ich bin in Langen aufgewachsen und arbeite seit meinem Praktikum in Teilzeit bei der Stadt Geestland. Als ich hörte, dass die Stadt eine neue Website plante, nutzte ich die Gelegenheit, die Umsetzung zum Thema meiner Masterarbeit zu machen." Seit dem ersten Semester ihres Bachelorstudiums in Digitale Medienproduktion (DMP) wollte sie bereits mit dem Eyetracking-Verfahren arbeiten. Schwierig war jedoch nicht nur die Auswahl eines für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen geeigneten Eyetrackers der schwedischen Firma Tobii, sondern auch der Mietpreis des Gerätes und der Software: "Ich wollte unbedingt mit diesem Eyetracking-Gerät arbeiten, da es sehr hochwertig ist und eine hohe Messgenauigkeit liefert. Als Studentin hätte ich mir das Equipment jedoch nicht mal für einen Monat ausleihen können." Mithilfe des Fördervereins und der Stadt Geestland, deren Stiftung Albers mit einem Deutschlandstipendium förderte, konnte sie sich diesen Traum erfüllen. Und die Stadt Geestland kann sich bald über einen komplett neuen und nutzerfreundlichen Internetauftritt freuen.

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