Energieträger für die grüne Wirtschaft

Professoren der Hochschule Bremerhaven bei der BIS-Fachtagung zum Potential für Wasserstoff-Anwendungen in der Seestadt

Wasserstoff-Anwendungen haben ein großes Potenzial für den Wirtschaftsstandort Bremerhaven. In ihrer Fachtagung mit rund 170 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik lotete die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS Bremerhaven die Potenziale für den auf die Green Economy ausgerichteten Standort aus. Aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven betrachteten die Thematik dabei unter anderem die Professoren Dr. Carsten Fichter sowie Dr. Uwe Arens der Hochschule Bremerhaven.

So wurde deutlich, dass der Wirtschaftsstandort an der Wesermündung über große Erfahrung mit der Entwicklung und Produktion von Technologien für den Sektor der Erneuerbaren Energien sowie über eine breit gefächerte Forschungsinfrastruktur zu diesem Thema verfügt. Dass Wasserstoff und die Offshore-Windenergie unmittelbar zusammengehören, wurde dabei insbesondere thematisiert. „Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser erzeugt und stellt deshalb eine ideale Speichermöglichkeit für überschüssigen Strom aus den Offshore-Windparks da“, erläuterte Claas Schott, Vorsitzender des Vereins H2BX Wasserstoff für die Region Bremerhaven. Während elektrische Energie nur in begrenzten Mengen für kurze Zeit und mit erheblichem Aufwand in Batterien „gelagert“ werden kann, ist Wasserstoff ideal als Energieträger. „Das Gas kann jederzeit produziert, mit relativ geringem Aufwand in Tanks gelagert und genauso einfach an jeden Ort gebracht werden“, betonte Schott.

„Die Produktion von Wasserstoff ist die direkte und logische Konsequenz aus der Nutzung der Windenergie auf hoher See“, ist Prof. Carsten Fichter von der Hochschule Bremerhaven überzeugt. Gleich neben dem geplanten Industrie- und Gewerbegebiet steht die derzeit weltweit größte Windkraftanlage, deren Leistung von 8 Megawatt unter anderem für die Wasserstoff-Produktion genutzt werden könnte.

Sicherheitsbedenken gegen die Nutzung von Wasserstoff sind nach Überzeugung der Fachwelt unbegründet: „Unser Bild wird immer noch von der Hindenburg-Katastrophe vor mehr als 80 Jahren geprägt“, sagte Prof. Dr. Uwe Arens von der Hochschule Bremerhaven. „Moderne Wasserstoff-Technologie hat aber überhaupt nichts mehr mit dem in der Tat gefährlichen Einsatz von Wasserstoff
in Zeppelinen zu tun.“

Noch hemmen aber erhebliche Kosten sowie eine begrenzte Leistungsfähigkeit den verbreiteten Einsatz der sauberen und klimafreundlichen Energie. „Bremerhaven kann einen guten Beitrag leisten, diese Defizite durch eine gezielte Forschung und Entwicklung auszugleichen“, ist der Geschäftsführer der Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS, Nils Schnorrenberger, überzeugt. Die BIS entwickelt gerade im Süden der Stadt Bremerhaven ein nach Nachhaltigkeitskriterien gestaltetes Gewerbegebiet, das explizit der „Green Economy“ gewidmet ist. Das bundesweit einmalige Areal bietet sich für junge Unternehmen und Startups genauso an wie für Niederlassungen etablierter Unternehmen, die sich mit dem Thema Wasserstoff und erneuerbare Energien befassen. Jörg Peters vom Senator für Wirtschaft und Häfen regte außerdem an: „Pilotprojekte, die sich rund um die Produktion und den Einsatz von Wasserstofftechnologien ranken, sind ideal, um die noch jungen  Technologien in der Praxis zu erproben.“

Zurück zur Übersicht