Nachhaltigkeit auf der letzten Meile

Franziska Hanneken (Studentin Logistics Engineering and Management), Dr. Kristian Schopka (Rytle GmbH), Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg (Hochschule Bremerhaven), Nils Oetjen (Weser-Eilboten), Guido Ketschau (BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven)
Franziska Hanneken (Studentin Logistics Engineering and Management), Dr. Kristian Schopka (Rytle GmbH), Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg (Hochschule Bremerhaven), Nils Oetjen (Weser-Eilboten), Guido Ketschau (BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven)
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Projekt „Nachhaltige Crowdlogistik“ soll zukunftsfähiges Zustellkonzept umsetzen

Schnell mit einem Klick online ein Buch oder neue Schuhe bestellen. Heutzutage fast schon selbstverständlich. Besonders in Großstädten verursachen Lieferungen aus dem Onlinehandel Verkehrsprobleme sowie einen erhöhten CO2-Ausstoß. Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg der Hochschule Bremerhaven sieht jedoch eine Lösung: In Kooperation mit dem Bremerhavener Weser-Eilboten GmbH sowie dem Bremer Unternehmen Rytle GmbH sollen elektromobile Lastenfahrräder im Projekt Nachhaltige Crowdlogistik (NaCl) Abhilfe schaffen. Die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung fördert das Projekt aus dem Landesprogramm „Angewandte Umweltforschung“.

Insbesondere die Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) sollen von dem nachhaltigen Konzept angesprochen werden. „Die Idee ist, dass durch den Crowdlogistik-Ansatz umweltfreundliche Logistikdienstleistungen basierend auf Lastenfahrrädern in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nochmals enorm gestärkt werden. Zum einen durch einen intelligenten Personaleinsatz und zum anderen durch eine Vermarktungsstrategie basierend auf den nachhaltigen Eigenschaften des Systems. Mit einer umfassenden Hubstruktur ließen sich nahezu alle Zustellungen in der Citylogistik mit Lastenfahrrädern durchführen“, erklärt Prof. Wagner vom Berg. Dieses sogenannte Last-Mile-Logistik-System, was die letzten Meter der Lieferung von einem Verteilzentrum bis zum Verbraucher beschreibt, ist nahezu emissionsfrei und lärmarm. Einen besonderen Vorteil sieht Prof. Wagner vom Berg für den lokalen Einzelhandel: „Mit den Lastenrädern können auch kleine, lokale Unternehmen innerhalb eines Bereiches Waren ausliefern lassen, um mit dem Onlinehandel mithalten zu können.“

Damit Pakete und Briefe weiterhin pünktlich bei der Verbraucherschaft ankommen, entwickelte die Bremer Firma Rytle GmbH ein Informationssystem. Damit werden beispielsweise Prozesse hinsichtlich Fahrtrouten und Personaleinsatz geregelt. Verhandlungen mit potenziellen KEP-Dienstleistern laufen auch schon. „Wir wollen das Lastenrad unter dem Konzept „White Label“ anbieten – sprich als Zusammenschluss mehrerer Paketdienstleister“, so Dr. Kristian Schopka der Firma Rytle. Erster Abnehmer des Projekts ist Kooperationspartner Weser-Eilboten GmbH. Sobald das Projekt startet, werden Sendungen der Weser Eilboten auf den weißen Lastenrädern ausgeliefert.

Noch befindet sich das Projekt in der Konzeption und technischen Umsetzung. Ab 2020 kann man dann die weißen Räder vollbeladen durch Bremerhaven düsen sehen. In einer dreimonatigen Testphase wird das System in einem bestimmten Gebiet in Bremerhaven geprüft. „Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, werden wir die Auslieferung mit den elektrobetriebenen Lastenfahrrädern auch weiter betreiben“, so Nils Oetjen der Weser Eilboten GmbH. Guido Ketschau der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven sieht im Projekt ebenfalls Vorteile für die Stadt Bremerhaven: „Das Stadtbild wird sich durch die geräuscharmen Räder auf jeden Fall zum Positiven verändern.“

Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Verbundvorhaben mit Mitteln des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Vorgesehen ist eine Projektlaufzeit für 24 Monate ab Juni 2018.

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