Neue Wege für die Windenergie-Branche

(v.l.) Prof. Holger Lange, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Prof. Dr. Peter Ritzenhoff, Dipl.-Phys. Nora Denecke, Peter Spengemann, Marius Grashorn und Anna Jalufka bei der 5. SCIENCE meets BUSINESS Veranstaltung
(v.l.) Prof. Holger Lange, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Prof. Dr. Peter Ritzenhoff, Dipl.-Phys. Nora Denecke, Peter Spengemann, Marius Grashorn und Anna Jalufka bei der 5. SCIENCE meets BUSINESS Veranstaltung
Quelle: Bernd Kusber

Austausch zum Thema Windenergie bei SCIENCE meets BUSINESS

Offshore-Windenergie als bedeutender Faktor der Energiewende bringt viele Herausforderungen - von langfristigen Genehmigungsverfahren, über Kostenminimierung bis zu produktionstechnischen Anforderungen. Um diese Hürden zu bewältigen, besteht ein hoher Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren. In der fünften Veranstaltung der Reihe "SCIENCE meets BUSINESS (SmB)" tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft und Wirtschaft über Herausforderungen der Windenergie und Lösungsmöglichkeiten durch Bildung und Forschung aus. Die Hochschule Bremerhaven wurde dieses Mal von dem Institut für Windenergie fk-wind: im Wissenschaftscluster der Energie- und Meerestechnik vertreten.

In zwei Impulsvorträgen stellten Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam gesellschaftliche und technische Entwicklungen sowie Fragestellungen vor, die einen Einfluss auf Lehre und Forschung im Bereich Windenergie an der Hochschule Bremerhaven haben. Wie Lehrkonzepte vor dem Hintergrund der Industrialisierung in der Windenergie aussehen können, stellten Prof. Dr. Holger Lange der Hochschule Bremerhaven und Peter Spengemann, Projektmanager der wpd windmanager GmbH u. Co. KG, vor. Prof. Lange sieht dabei eine Verlagerung der Tätigkeiten in den Windenergieanlagen: Lag der Schwerpunkt bislang auf dem Bau der Windenergieanlagen, vollziehe sich nun ein Wandel hin zu Dienstleistungstätigkeiten wie Betrieb, Wartung und Service. Und genau dies soll sich auch in der Ausbildung widerspiegeln: "Die Studierenden erwarten neben Qualität, Schnelligkeit und Flexibilität auch gute Berufsaussichten. Die sind das A und O", so Prof. Lange. Neben Spezialisten brauche es aber in der Windenergiebranche auch Generalisten - also Quereinsteiger, fügt Spengemann in seinem Vortrag hinzu. Das Projekt "AufWind - Weiterbildungsallianz Windenergie Nordwest" an der Hochschule am Meer setzt mit einem Online-Studium mit Live-Vorlesung genau da an, um sich auch neben der Arbeit im Bereich Windenergie weiterbilden zu können.

In dem darauffolgenden Vortrag zu "Condition Monitoring" wurden unterschiedliche Messtechniken vorgestellt, um Fehler im Triebstrang von Windenergieanlagen zu prognostizieren und rechtzeitig zu beheben. "Auch Windenergieanlagen haben einen Wartungs- und Reparaturbedarf. Wir entwickeln ein Tool, welches vorausschauend Defekte rechtzeitig erkennen lässt", erklärt Prof. Dr. Heiko Hinrichs der Hochschule Bremerhaven. Mit Körperschallsensoren ist eine detaillierte Überwachung möglich. Über die Möglichkeit mit Radardaten Fehlerquellen an Windenergieanlagen zu ermitteln, berichtete Dipl.-Phys. Nora Denecke, Leiterin des Fraunhofer IWES-Anwendungszentrums für Windenergie-Feldmessungen.

Zum Abschluss kamen auch Studierende aus den Studiengängen Maritime Technologien und Windenergietechnik der Hochschule Bremerhaven zu Wort - schließlich können diese am besten über ihre jetzige Ausbildung sprechen. In einer Diskussionsrunde konnten die Teilnehmenden aus Wirtschaft und Wissenschaft von Anna Jalufka und Marius Grashorn erfahren, was sich die Nachwuchsingenieurinnen und -ingenieure in ihrer Ausbildung wünschen, um perfekt auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu sein.

"Das Format SCIENCE meets BUSINESS ist so wichtig für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft und bietet der Hochschule die Möglichkeit, wissenschaftliche Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und vorzustellen. Da wir als Hochschule sehr anwendungs- und forschungsorientiert lehren, ist es umso wichtiger, sich mit der Wirtschaft auszutauschen und wirtschaftliche Trends rechtzeitig in die Lehre zu integrieren", erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin der fk-wind: Dipl.-Ing. Uta Kühne. Auch die Bremer Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt sieht einen großen Mehrwert im Veranstaltungsformat: "Die Kooperation Wirtschaft und Wissenschaft muss unbedingt weiter betrieben werden".

Die nächste "SCIENCE meets BUSINESS"-Veranstaltung zum Thema Logistik kann bereits im Kalender vorgemerkt werden: Am 22. November 2018 werden wieder Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft und Wissenschaft referieren. Zu Gast wird dieses Mal der Präsident der Unternehmensverbände im Lande Bremen e. V., Lutz Oelsner, sein.

Zugehörige Dokumente

  • Bernd KusberDie Vortragenden bei der 5. SCIENCE meets BUSINESS Veranstaltung

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