Elektronische Frachtbriefe im Seeverkehrshandel

Prof. Dr. Thomas Wieske
Prof. Dr. Thomas Wieske
Quelle: Antje Schimanke

Forschungsprojekt von Prof. Dr. Thomas Wieske zu digitalen Seefrachtdokumenten an der Hochschule Bremerhaven

Seefrachtbriefe geben an, was transportiert wird, wer Empfänger ist und ob es sich um gefährliche Güter handelt. Rund 400 Millionen Seetransportdokumente werden jährlich im internationalen Seetransport erstellt. Im Entwurf eines neuen internationalen Seefrachtrechts, den Rotterdamer Regeln, ist die Erstellung von digitalen Seefrachtdokumenten vorgesehen, jedoch ist der Weg zur Erstellung solcher Dokumente nicht festgelegt. Um Identifikation, Analyse und Adaption der Anforderungen an die Digitalisierung von Seefracht kümmert sich nun das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Thomas Wieske des Instituts für Logistikrecht & Riskmanagement (ILRM) der Hochschule Bremerhaven.

In Zusammenarbeit mit der Bremer abat AG, einem SAP-Systemhaus, soll dieses Ziel mittels der Blockchain-Technologie, einer über viele Computer verteilte Datenbank, und praxisbezogener Feldversuche erreicht werden. In dem neuen Gesetz sind für die digitalen Seefrachtdokumente lediglich definiert, dass sie das gleiche Maß an Authentizität und Integrität wie die Papierdokumente aufweisen müssen. Dies ist insbesondere wichtig, da die Frachtbriefe in der Seefahrt und in der Spedition als Warenwertpapiere gelten, die das Wareneigentum verkörpern und Basis für Zahlungen im internationalen Handel sind. Mit der Durchsetzung von elektronischen Frachtbriefen soll ebenfalls der physische Versand von Seefrachtdokumenten und daraus resultierende Umweltbelastungen und Papierverbräuche reduziert werden.

Das Institut für Logistikrecht & Riskmanagement wurde im Jahre 2003 als Institut in der Hochschule Bremerhaven gegründet und untersucht in enger Verbindung mit der Lehre Fragen des Logistikrechts an der Schnittstelle zwischen technischer Innovation und rechtlichen Möglichkeiten.

Das Gesamtprojekt hat ein Finanzvolumen von ca. 250 T€. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Vorhaben aus dem Förderprogramm "Angewandte Umweltforschung" des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr und mit Mitteln der Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten bis Mai 2021.

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