Film über Depression

Trailer Dokufilm "Kimberly"
Trailer Dokufilm "Kimberly"
Quelle: Studiengang Digitale Medienproduktion

Studierende produzieren animierten Dokufilm „Kimberly“

„Kimberly heißt in Wirklichkeit anders, das Team kennt ihren richtigen Namen nicht“, erläutert Kristen Maree Jewson das Konzept. „Wir kommunizieren über eine Kontaktperson mit ihr.“ Daher ist die Kimberly des Films gleichzeitig die Kimberly des Tagebuchs und doch auch eine ganz andere Figur – entsprungen aus der Vorstellungskraft des Teams und gezeichnet von der Illustratorin Caroline Schneider. Fast ein Jahr lang haben sich zehn Studierende des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven mit der Thematik Depression und der Umsetzung in einem AnimaDoks, einer Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm und einem relativ jungen Filmgenre,  auseinandergesetzt. Unter Leitung von Prof. Dr. Holger Rada ist schließlich ein achtminütiger Film entstanden, der ein ernstes Thema aufgreift. „Kimberly“, so der Titel, handelt von einer jungen Studentin, die unter Depressionen leidet. Der Film basiert auf ihren Tagebucheinträgen. Kimberly schreibt über Antriebslosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl, ihre quälende Einsamkeit und das Gefühl, von niemandem verstanden zu werden. „Das ist genau der Punkt, wo ein animierter Dokufilm seine Stärken ausspielen kann“, erläutert Projektleiter Holger Rada das Konzept: „Die echte Kimberly hätte einer Realverfilmung nicht zugestimmt, so aber können wir Anonymität gewährleisten und sind doch ganz nah an ihren Gedanken und Gefühlen.“

Die Ideenfindung und Kontaktaufnahme hat einige Wochen gedauert, sehr viel mehr Zeit hat das Team dagegen auf die Entwicklung des Stils und der Animationstechniken verwendet. Ausprobiert haben die Studierenden Vieles, von Bild-für-Bild-Animation bis zu automatisierten Übermaltechniken von Filmbildern. „Am Ende haben wir uns für einen klassischen Zeichenstil entschieden und die Bildebenen in der Postproduktion auf einfache Weise animiert“, erklärt Caroline Schneider die Umsetzung. Dennoch sind Monate vergangen, bis die ersten beiden Tagebuchsequenzen fertig geworden sind. Michael Niemann, zuständig für die Produktionsplanung, sieht darin auch einen Grund, warum das Konzept in der zweiten Projektphase umgestellt worden ist. „Wir haben die Hierarchien aufgelöst. Während Caroline nur noch gezeichnet hat, haben drei Teams unabhängig voneinander an der Umsetzung weiterer Tagebucheinträge gearbeitet und sich so gegenseitig angespornt.“

Am Ende steht ein Animationsfilm, der sich durch seine zeichnerische Ästhetik und seinen gröberen Entwurfscharakter klar von gängigen 3D-Animationsfilmen abgrenzt. „Und auf das Tabuthema Depression aufmerksam macht“, ergänzt Kristen Maree Jewson. Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Lauf seines Lebens davon betroffen. Viele Betroffene trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen. „Mit unserem Film“, so Jewson, „verfolgen wir das Ziel, den Zuschauerinnen und Zuschauer zu zeigen, dass Depressionen mehr bedeuten als nur traurig zu sein.“

Und die echte Kimberly? „Sie ist total begeistert von dem Ergebnis“, so die Kontaktperson aus dem Team.

Der Trailer ist bereits online unter https://youtu.be/gaXhU3bVKn4

 

 

 

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