Fragerunde mit der Bundeskanzlerin

Rektor Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff mit Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule Bremerhaven beim Bürgerdialog
Rektor Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff mit Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule Bremerhaven beim Bürgerdialog
Quelle: privat

Studierende beim Bürgerdialog mit Angela Merkel in Bremerhaven

Einmal die Bundeskanzlerin treffen und ihr ganz persönlich alle Fragen rund um die Politik stellen – für viele in Deutschland ein langersehnter Traum. Für 8 Studierende sowie einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Bremerhaven wurde dieser Realität. Insgesamt 60 Bürgerinnen und Bürger aus Bremerhaven durften am Bürgerdialog im Fischereihafen teilnehmen und ihre Fragen an Angela Merkel stellen. Von der Gesundheitspolitik, über Umweltschutz bis hin zum Datenschutz im Internet war alles dabei. Gemeinsam mit der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven und der Nordsee-Zeitung rief die Hochschule Bremerhaven zur Teilnahme am Bürgerdialog auf.

„Auch wenn meine Frage nicht komplett beantwortet wurde, habe ich mich sehr ernst genommen gefühlt“, erzählt Jennifer Wrona, Studentin der Digitalen Medienproduktion (DMP). Die 23-Jährige wollte von der Bundeskanzlerin wissen, warum es so wenige Präventionsmaßnahmen für Suizide von 15 bis 35-Jährigen seitens der Bundesregierung gäbe. „Das Thema ist für mich eine Herzenssache, da ich auch selbst davon betroffen war. Meiner Meinung nach ist die Zahl der Suizide in Deutschland viel zu hoch – sogar höher als die der Verkehrstoten – und es wird zu wenig gemacht“, so Wrona. Da die Bundeskanzlerin zwar keine konkrete Antwort auf diese Frage hatte, kam ihre Beraterin auf Wrona zu: „Mir wurde ein Kontakt vermittelt, wo ich meine Frage nochmal stellen kann. Das finde ich gut, denn mir ist auch klar, dass die Bundeskanzlerin nicht auf jede Frage sofort eine Antwort hat.“

Als erste durfte Ann-Kristin Hitzemann ihre Frage „Wie kann man Angst in Neugier umwandeln“ an die Bundeskanzlerin stellen. Die ehemalige Studentin der Hochschule Bremerhaven arbeitete während des Studiums im Deutschen Auswandererhaus und nun in der Quartiersmeisterei Lehe, wodurch sie viele Berührungspunkte mit dem Thema Migration hat. „Ich habe mich bewusst für eine offene Frage entschieden, die theoretisch alle im Raum beantworten können. Ich habe mir erhofft, dass die Bundeskanzlerin mir vielleicht eine andere Perspektive darauf eröffnen kann“, so Hitzemann. Im direkten Gespräch könnten Vorurteile abgebaut werden, so die Antwort von Merkel. Für Hitzemann sei dies zwar keine innovative Lösung, aber eine logische: „Ich hätte mir einen direkten Appell gewünscht, über seinen Schatten zu springen und den Dialog mit Menschen mit Migrationshintergrund zu suchen. Trotzdem war ich beeindruckt, auf wie viele Fragen die Bundeskanzlerin direkt antworten konnte“, sagt Hitzemann.

21 von den 60 eingeladenen Bremerhavenerinnen und Bremerhavenern kamen beim Bürgerdialog zu Wort. Sören Meyer zu Westerhausen konnte seine Frage an die Bundeskanzlerin jedoch nicht stellen. „Ich hätte gerne gewusst, wie es in Zukunft mit alternativen Antriebssystemen in der Automobilbranche aussehen wird, da zur Zeit der Fokus lediglich auf E-Mobilität gelegt wird“, so der Student der Produktionstechnologie (PT). Zwar stellte auch niemand der anderen Gäste diese Frage, jedoch nahm der 20-jährige Student trotzdem etwas mit: „Ich fand es positiv zu hören, dass die Forschung in Deutschland noch mehr gefördert werden soll, da ich in Zukunft in diesem Bereich arbeiten möchte.“

Nach dem Bürgerdialog sind Wrona, Hitzemann und Meyer zu Westerhausen sich einig, dass sich die nähere Auseinandersetzung mit Politik lohnt. Auch wenn die ein oder andere Frage nicht ausführlich von Merkel beantwortet wurde und nicht jeder zu Wort kam, findet Hitzemann: „Schon als ich meine Frage stellte, hörte ich ein Raunen im Publikum und sah zustimmendes Nicken. Für mich bedeutet dies, dass wir an diesem Tag wichtige Themen angesprochen haben, die viele bewegen.“ Und auch Wrona zieht einen Mehrwert für sich aus der Veranstaltung: „Oft habe ich das Gefühl, als Bürgerin könne ich nur wenig in der Politik ausrichten. Nach dem Bürgerdialog fühle ich mich jedoch angespornt, wichtige und aktuelle Themen weiter voranzutreiben und anzusprechen.“

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