Handlungsempfehlungen gegen Radikalisierung und zur Integration von Extremisten

Prof. Dr. Dominic Kudlacek und Matthew Phelps (B. Sc.)
Prof. Dr. Dominic Kudlacek und Matthew Phelps (B. Sc.)
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Hochschule Bremerhaven übernimmt wissenschaftliche Leitung des europäischen Forschungsprojektes PERICLES

Am Donnerstag, den 19. Dezember, jährt sich der Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz bereits zum dritten Mal. Seitdem haben sich allein in Deutschland 23 weitere, ideologisch, politisch oder religiös motivierte Anschläge ereignet. Dabei wurden vier Menschen getötet und mindestens 23 weitere Personen verletzt. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Entwicklung extremistischer Einstellungs- und Verhaltensdispositionen zu verstehen und geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Das europäische Forschungsprojekt PERICLES wendet sich genau solchen Fragestellungen länderübergreifend zu. Zudem werden, gemeinsam mit Behördenvertretern aus Europa Handlungsempfehlungen zum Umgang und zur Integration von Personen erarbeitet, die in extremistischen Gruppierungen gewirkt haben. Mit der Berufung von Prof. Dr. Dominic Kudlacek (Masterstudiengang Integrated Safety and Security Management) liegt nun die wissenschaftliche Leitung und Verbundkoordination des Horizon 2020 geförderten Forschungsprojekts bei der Hochschule Bremerhaven.

Prof. Kudlacek war zu zuvor stellvertretender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen und forschte dort zum Thema Radikalisierung, Hasskriminalität und zu migrationssoziologischen Fragestellungen. Neben seiner Expertise brachte er auch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, den Kriminologen Matthew Phelps (B. Sc.) und das europäische Forschungsprojekt PERICLES mit an die Hochschule Bremerhaven. Das Projekt sieht insgesamt acht Arbeitspakete vor, in deren Rahmen unter anderem eine Software zur Früherkennung radikaler Tweets entwickelt wird. Zudem wird ein Untersuchungstool erarbeitet, mit dessen Hilfe vulnerable Personen zuverlässiger identifiziert werden sollen.

"Ziel unserer Arbeit ist es hier, langfristig einen Beitrag zur besseren Früherkennung kritischer Entwicklungen zu leisten und damit auch die Prävention von Radikalisierung von jungen Menschen zu verbessern. Die zu erwartende Rückkehr ehemaliger IS-Kämpfer mit deutscher Staatsbürgerschaft und die Rückkehr deutscher Staatsbürgerinnen mit ihren Kindern, die sich dem IS angeschlossen haben, erfordern darüber hinaus die Vorbereitung intensiver Integrationsprogramme die wissenschaftlich begleitet werden müssen." Die bisherigen Ergebnisse des Projektes, so Prof. Kudlacek weiter, habe immer wieder einen eklatanten Mangel an wissenschaftlicher Evaluation bestehender Präventions- und Integrationsprogramme aufgezeigt. Die Ergebnisse des Projektes richten sich nicht nur an die Fachöffentlichkeit sowie an Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden oder in dem Feld tätige private Agenturen, sondern auch an einschlägig tätige Sozial- oder Bildungseinrichtungen sowie an Angehörige von Betroffenen.

Weitere Informationen zum Projekt stehen auf der Internetseite der Hochschule Bremerhaven unter www.hs-bremerhaven.de/pericles sowie auf der Projektwebsite http://project-pericles.eu zur Verfügung. Im April 2020 werden auf einer Konferenz an der Hochschule Bremerhaven weitere Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt.

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