Kurzfilm gegen Antisemitismus

Filmplakat
Filmplakat
Quelle: Prof. Dr. Holger Rada

Studierende der Hochschule Bremerhaven produzieren "Auf 'nen Kaffee"

Ursprünglich wollten die Studierenden des Studiengangs Digitale Medienproduktion mit dem Kurzfilm "Auf 'nen Kaffee" ein Zeichen setzen gegen den zunehmenden alltäglichen Antisemitismus. Der rechtsextreme Anschlag von Halle zeigt nun allerdings die Aktualität der Thematik in einer Art und Weise, die das Filmteam ausgesprochen schockiert. Über ein Jahr Arbeit stecken vom Drehbuchseminar im Sommer 2018 bis zur Postproduktion im Oktober 2019 in diesem Kurzfilm. "In dem vierminütigen Film geht es um stereotype antisemitische Vorurteile, aber auch um die Reaktionen anderer Menschen, die sich die Frage stellen müssen: mische ich mich ein oder wende ich mich ab", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Holger Rada die Idee hinter dem Projekt. "Natürlich haben wir uns die Frage gestellt, ob die Beschimpfungen im Drehbuch zu dick aufgetragen sind", meint Regisseur Sebastian Mannchen, "doch wir haben ausschließlich dokumentierte Zitate verwendet." "Und nach Halle wissen wir, welche Taten aus diesem antisemitistischen Gedankengut entstehen können", ergänzt Holger Rada.

Der Dreh fand in der 'Alten Bürger' mitten in Bremerhaven statt - an einem einzigen Tag. "Der logistische Aufwand im Vorfeld war riesig", erklärt Franziska Gröne, Aufnahmeleiterin und zuständig für das Casting: "Wir hatten insgesamt acht Rollen zu besetzen und haben das Casting deutschlandweit ausgeschrieben. Wir haben viel positives Feedback von den Schauspielern und Schauspielerinnen bekommen. Sie haben ohne Gage am Dreh mitgewirkt." Dennoch ist "Auf `nen Kaffee" keine No-Budget-Produktion: Neben den Kosten für das Equipment mussten Räumlichkeiten für das Catering angemietet werden und Fahrtkosten bzw. Übernachtungskosten für die Darstellerinnen und Darsteller bezahlt werden. Ein Teil der Finanzierung erfolgte dabei aus Mitteln der Kulturstiftung der Weser-Elbe Sparkasse. Unterstützung gab es auch vom Inhaber des Cafés "Quartier 159", Mike Heilmann, und vom Quartiersmeister der Alten Bürger, Jens Rillke, die dem Hochschulteam Räumlichkeiten für Vorbereitung und Dreh zur Verfügung gestellt hatten.

„Die Studierenden um Prof. Dr. Holger Rada leisten mit dieser Arbeit einen wichtigen Beitrag und stellen ihr ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Bewusstsein dar“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven. Bevor der Film auf Videoplattformen veröffentlicht wird, will ihn das Filmteam bei Festivals einreichen. "Wir rechnen uns eigentlich ganz gute Chancen aus, dass er vielleicht bei kleineren Kurzfilmfestivals ins Programm aufgenommen wird", erklärt Sebastian Mannchen. Den Trailer gibt es seit heute bei YouTube zu sehen https://youtu.be/uL387Ap6qOE

Zugehörige Dokumente

Zurück zur Übersicht