Lieferservice direkt ans Boot

(v.l.): Michael Baumann, Claudia Zwanzig, Sebastian Dötterer, Johannes Sonntag, Leonhard Arndt, Aron Biesenbach
(v.l.): Michael Baumann, Claudia Zwanzig, Sebastian Dötterer, Johannes Sonntag, Leonhard Arndt, Aron Biesenbach
Quelle: Kai Martin Ulrich

Studierende des Studiengangs Gründung Innovation Führung gründen Start-Up „Sealivery“

"Immer wenn wir uns im Urlaub mit der Familie ein Boot gechartert hatten und ankamen, mussten wir erstmal Verpflegung besorgen und das war ein Riesenaufwand", erzählt Michael Baumann. Der Student des Studiengangs Gründung Innovation Führung (GIF) der Hochschule Bremerhaven hatte daraufhin die Idee, einen Lieferservice für Lebensmittel genau zu diesem Zwecke ins Leben zu rufen. Mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen Leonhard Arndt, Aron Biesenbach, Sebastian Dötterer, Johannes Sonntag und Claudia Zwanzig und entwickelte Baumann die Idee weiter.

Grundlegendes Problem ist nämlich, dass Autos nicht bis zu den Anlegestellen der Boote fahren dürfen. "Da wir im Urlaub aber auch gar kein Auto zur Verfügung hatten, mussten uns immer ein Taxi nehmen, zum nächstgelegenen Supermarkt fahren und am Ende die Lebensmittel sogar noch bis zu den Anlegern selbst tragen. Das kostet Zeit und Geld und vor allem Nerven", so Baumann. Mit ihrem Lieferdienst "Sealivery" wollen die Studierenden genau dieses Problem in Angriff nehmen. Zumindest in Deutschland, denn "an Häfen im Mittelmeer zum Beispiel ist so ein Lieferservice längst Standard", erzählt Dötterer. Entscheidend für Sealivery war dabei der Zugang zu den Anlegern. Dank eines Kooperationsvertrages mit dem Yachthafenbetreiber "Im Jaich" meisterten die Studierenden diese Hürde. Damit kann der Lieferdienst nun den Yachthafen befahren.

Verbunden mit dem Lieferservice ist eine Website, mit der die Bestellung aufgegeben wird. Dort werden die gewünschten Lebensmittel in den virtuellen Einkaufskorb gepackt. Ebenfalls sollen am Hafen Tablets aufgestellt werden, mit denen die Anreisenden gleich vor Ort ihre Bestellung tätigen können. Die Lieferung ist kostenlos. Einzige Bedingung: Ein Bestellwert von 40 Euro muss erreicht werden. Ziel ist es dann, den Einkauf innerhalb von drei Stunden zur Kundschaft zu bringen. Der Gewinn wird durch einen prozentualen Aufschlag auf die Produkte erreicht. "Das Ziel ist es, einen fairen Preis für den Kunden zu erreichen, bei dem jedoch trotzdem ein Unternehmensgewinn möglich ist", erzählt Baumann.

Das Unternehmen Sealivery der sechs Studierenden gehört zur der Genossenschaft Luova - eine der drei Genossenschaften, die die 51 GIF-Studierenden zu Anfang des Studiums gegründet haben. Die jeweils rund 17 Mitglieder sind alle gleichwertig Stimmberechtigt und überschauen die einzelnen Projekte und Firmen. Das Studiengangskonzept sieht dabei vor, dass die Studierenden ihre Projekte und Firmen ohne Investoren zum Laufen bringen. Anhand von Workshops lernen sie das nötige Know-how. "Es gibt keinen festen Seminarplan. Wir wenden uns mit unseren Fragen an die Coaches, die uns wiederum einen Kontakt weiterleiten oder einen Workshops organisieren", so Arndt.

Sobald Sealivery im Handelsregister eingetragen ist, gehen die ersten Testdurchläufe im Yachthafen Bremerhaven los. Bis dahin müssen die Studierenden jedoch noch logistische Feinheiten austüfteln. "Wir werden zunächst selbst als Lieferanten die Lebensmittel bringen. Wenn eine Bestellung rein kommt, müssen wir so schnell wie möglich Einkaufen fahren und ausliefern, da wir vorerst nichts zwischenlagern", so Dötterer.

Bei Bremerhaven soll es für Sealivery jedoch nicht bleiben. Die Studierende haben bereits weitere Pläne geschmiedet, wie Baumann erzählt: "Zum Unternehmen Im Jaich gehören zum Beispiel auch die Yachthäfen in Flensburg, Lauterbach und Gustow - große und bekannte Anliegerstellen und Urlaubsorte, die wir natürlich auch beliefern wollen. Des Weiteren haben wir in Bremerhaven einen guten Ausgangspunkt für eine Expansion in den skandinavischen Raum."

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