Mit Kombucha auf Erfolgskurs

v.l.: Sören Gwinner und Michael Connery beim Umbau der ehemaligen Fleischerei in der Alten Bürger
v.l.: Sören Gwinner und Michael Connery beim Umbau der ehemaligen Fleischerei in der Alten Bürger
Quelle: Sören Gwinner

Studierende des Studiengangs Gründung Innovation Führung stellen fermentiertes Teegetränk her

"Für uns ist Kombucha ein Herzensprojekt", so Sören Gwinner über die "Tee Brauerei". Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Michael Connery stellen die Studierenden der Hochschule Bremerhaven in Eigenregie das fermentierte Teegetränk her. Nun bauen die zwei Studierenden eine ehemalige Fleischerei in der Bürgermeister-Smidt-Straße ("Alte Bürger") in eine Brauerei um, um dann im großen Stil ihr alkoholfreies Teegetränk abfüllen und verkaufen zu können. Ihr Projekt gehört zum Studiengang Gründung Innovation Führung (GIF) der Hochschule Bremerhaven, in dem die Studierenden ihre eigenen Unternehmen gründen können und durch Workshops das nötige Know-How erhalten.

Hergestellt wird Kombucha mithilfe einer Mischung aus grünem und schwarzen Tee sowie Rohrzucker und weißem Zucker. Auf die Oberfläche der Teemischung wird eine Hefekultur gesetzt, der sogenannte SCOBY. Der Begriff SCOBY steht für "symbiotic culture of bacteria and yeast" - also eine Symbiose aus Bakterien und Hefe. "Unter der Hefekultur in einem abgeschlossenen Gefäß gärt das Getränk dann etwa eine Woche lang", erzählt Gwinner. Je länger der Kombucha gärt, desto essighaltiger wird er und damit irgendwann ungenießbar. Für die Produktion eines einheitlichen Getränkes ergibt sich eine besondere Schwierigkeit, wie Connery erzählt: "Der Geschmack verändert sich bei jedem Gärungsprozess. Da mussten wir etwas rumexperimentieren, damit dieser für unseren Kombucha gleich bleibt".

Bei ihrem Produkt achten die Studierenden auf einen fairen Anbau des Tees und die Standards für die Biozertifizierung. "Uns ist wichtig, genau zu wissen, was in unserem Produkt ist. Deswegen achten wir genau auf die Auswahl der Zutaten", so Connery. Der 28-jährige ist ausgebildeter Ökotrophologe, also Ernährungsberater, und studierte bereits für ein paar Semester Lebensmitteltechnologie/-wirtschaft (LTW) an der Hochschule. Auch für den 26-jährigen Gwinner spielen feine Aromen eine besondere Rolle: Mit einem Kaffeeanhänger war er mehrere Jahre in Kanada unterwegs.

Durch das Reisen in ferne Länder entdeckten die zwei Studierenden auch das fermentierte Teegetränk. "In anderen Ländern ist Kombucha längst überall zu kaufen - nur in Deutschland ist es noch nicht richtig angekommen. Dies wollen wir ändern", erzählt Gwinner. Auf die Idee, gemeinsam daran zu arbeiten, kamen Connery und Gwinner schon am ersten Tag ihres Studiums an der Hochschule. "Während die anderen sich über Businessstrategien austauschten, redeten wir zwei über unsere Reisen und was uns fasziniert. Dabei kamen wir auch auf das Teegetränk und wie man es hier in Deutschland etablieren könnte", so Connery. Seit der ersten Studienwoche im Studiengang GIF arbeiten die Zwei mit Hilfe ihres Kommilitonen Jonas Wagner an der Umsetzung dieses Vorhabens.

Bereits beim Straßenfest der Alten Bürger sowie bei ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen haben die Studierenden eine treue Kundschaft für ihren Kombucha gefunden. "Zu Beginn brauten wir den Kombucha gegen eine Spende. Das gab uns ein kleines Startkapital, um mehr Equipment zu kaufen, und wir sahen, dass es gut ankommt", erzählt Gwinner. Nun geht es an die Renovierung der alten Fleischerei, um längerfristig und in größeren Mengen brauen zu können. Für die Zukunft gibt es auch schon die ersten Pläne für den Vertrieb, wie Connery erzählt: "Wir streben einen Direktvertrieb an kleine Cafés und Läden an und wollen eventuell mit einem Lastenrad auf dem Markt oder Festivals den Kombucha verkaufen".

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