Pitch in Paris

(v.l.) Johanna Janke, Joshua Hachmann, Aron Biesenbach und Finn Hampel
(v.l.) Johanna Janke, Joshua Hachmann, Aron Biesenbach und Finn Hampel
Quelle: Phillip Mantowski

Studierende des Studiengangs Gründung Innovation Führung stellen Idee beim internationalen Hult Prize Wettbewerb vor

Für 10 000 Jugendliche innerhalb von zehn Jahren einen Arbeitsplatz schaffen - dieser Aufgabe stellten sich beim diesjährigen Hult Prize Wettbewerb Aron Biesenbach, Joshua Hachmann, Finn Hampel und Johanna Janke. Die Studierenden des Studiengangs Gründung Innovation Führung (GIF) der Hochschule Bremerhaven präsentierten dazu in Paris ihre Idee eines Hostels, welches Jugendliche selbst leiten und dabei eine Ausbildung erhalten. Jährlich ruft der Hult Prize Studierende zur Gründung eines Start-Ups auf, welches Gutes in der Welt tut und geschäftstauglich ist. Als Gewinn locken eine Millionen Euro, um das Start-Up dann zu gründen.

Die Idee des innovativen Hostels - oder "Hustel", wie die vier Studierenden es nennen - kam Hachmann beim Reisen in Südafrika, als er selbst in Hostels unterkam. Mit seinen drei Kommilitoninnen und Kommilitonen entwickelte er das Konzept für den Wettbewerb weiter. "Mit dem selbstgeführten Hostel sollen arbeitslose Jugendliche eine Ausbildung in der Gastronomie oder im Hotelmanagement erhalten. Eine Bezahlung gäbe es durch die Unterkunft und Coachings - eventuell wäre ein Taschengeld noch drin", so Biesenbach. Bei der Unterkunft soll es jedoch nicht bleiben. "Dadurch, dass viele Reisende unterkommen, soll es auch als Ort für Projekte genutzt werden, wo sich Menschen austauschen und gegenseitig mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten helfen können", erzählt Hampel. Als Kooperationspartner können sich die vier Studierenden beispielsweise Hochschulen oder Online-Lernplattformen vorstellen, die die Jugendlichen unterstützen und coachen. In Durban, Südafrika, sollte die Idee dann umgesetzt werden.

Das Konzept gefiel der Jury des Hult Prize: Als eins von zwei deutschen Teams flogen die vier Studierenden nach Paris, um die Idee vor einer Jury zu pitchen - also so anschaulich und prägnant wie möglich anzupreisen. Gegen etwa 50 Teams mussten die Vier dort antreten. "Parallel dazu fanden an weiteren Standorten ebenfalls Wettbewerbe statt. Pro Standort gab es nur ein Gewinnerteam", erklärt Hampel das Konzept des Wettbewerbs. Insgesamt traten damit weltweit etwa 1000 Teams an, aus denen die 40 Besten ein sechswöchiges Coaching erhielten, um danach eine finale Siegeridee zu ermitteln. Nach der ersten Runde ging es in Paris für die Studierenden jedoch nicht weiter. "Wir fanden es schade, dass wir kein Feedback erhalten haben. Wir waren jedoch positiv überrascht, dass wir von etwa 200 000 Bewerbungen überhaupt in die erste Runde nach Paris durften", so Hampel. Vor allem das Netzwerken und Kennenlernen von anderen innovativen Köpfen macht die Teilnahme am Wettbewerb für die Studierenden unvergesslich. "Wir können es nur allen empfehlen, die eine tolle Idee haben, sich dort zu bewerben. Gibt es 15 Teams, die sich allein an der Hochschule Bremerhaven finden, ist der Platz in der nächsten Runde beim Wettbewerb für ein Team gesichert", so Janke.

Nach dem Wettbewerb wollen die vier Studierenden als Team das Modell des selbstgeführten Hostels erstmal nicht weiter verfolgen. Hachmann gibt seine Vision jedoch nicht auf. Auch wenn die Jury keine Millionen investieren wollte, sieht Hachmann weiterhin darin Potenzial: "Der Wettbewerb war eher auf die Schaffung einer Masse von Arbeitsplätzen ausgerichtet. Mein Konzept konzentriert sich dagegen auf die Qualität und die Ausbildung der Jugendlichen." Nach dem Studium plane er weiterhin, diese Art von Hostel in Südafrika zu eröffnen. Ein neues gemeinsames Projekt haben die Vier aber auch schon: Bei der "Lean Canteen" kochen sie jede Woche für ihren Studiengang und schaffen so eine Studiengangskultur. Am Ende soll ein Kochbuch entstehen.

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