Unterwasserroboter erforscht Seute Deern

(v.l.) Jan Boelmann (HS Bremerhaven), Kimberly Henschke, Caspar Ebner, Andreas Bauhammer und Lars Kröger (DSM)
(v.l.) Jan Boelmann (HS Bremerhaven), Kimberly Henschke, Caspar Ebner, Andreas Bauhammer und Lars Kröger (DSM)
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Studierende der Hochschule Bremerhaven kundschaften Seute Deern mit einem Remotely Operated Vehicle aus

Mithilfe eines sogenannten Remotely Operated Vehicles - kurz ROV - erforschen sie den Schiffsrumpf der Seute Deern: Die Studierenden Andreas Bauhammer, Kimberly Henschke und Caspar Ebner der Hochschule Bremerhaven begutachten mit dem Unterwasserroboter die Schäden des 100 Jahre alten Schiffes. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM), zu dessen Flotte die Bark gehört, erhofft sich von der Unterwassertour durch die Studierenden der Maritimen Technologien (MAR) hilfreiche Informationen für die Sanierungsplanung.

Sowohl für die Studierenden der Hochschule Bremerhaven als auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) ist die Entdeckungstour mit dem Unterwasserroboter profitabel: Die Studierenden haben die Möglichkeit, direkt gegenüber ihrer Hochschule im Alten Hafen, neue Verfahren zu erproben. Dafür erhält das DSM Unterwasser-Aufnahmen der Seute Deern, die Aufschluss über den Zustand des Holzschiffes geben können. Auch der Studiengangsleiter der Maritimen Technologien, Prof. Dr. Axel Bochert, sieht hierin ein gelungenes Beispiel für die Institutionen übergreifende Zusammenarbeit am Wissenschaftsstandort Bremerhaven: "Forschung ist ein zentraler Lehrschwerpunkt im Studium. Umso mehr freue ich mich, dass die Studierenden dieses Jahr das ROV direkt an diesem Wahrzeichen Bremerhavens nutzen können."

Innerhalb der Sanierungsplanung der Seute Deern steht gerade die Prüfung verschiedener Varianten an. "Wir müssen im Rahmen einer Risikoanalyse sorgfältig prüfen, wie wir die Substanz des Schiffes effektiv und langfristig erhalten können, was technisch möglich und in Bezug auf die Kosten umsetzbar ist", so Lars Kröger vom DSM - zuständig für die geplante Sanierung des Dreimasters. "Der Einsatz des ROVs verschafft uns ein Stück mehr Planungssicherheit in Bezug auf die Sanierung. In welchem Zustand sich das Schiff unterhalb der Wasserlinie befindet, würden wir sonst erst nach der Dockung erfahren."

Auch der Student Andreas Bauhammer ist von der Effektivität des ROV-Einsatzes an der Seute Deern überzeugt: "Die Möglichkeit einer besseren Planung der anstehenden Sanierungsarbeiten durch den ROV vermeidet unnötige Risiken. Die Werft kann auf das vorbereitet werden, was sie erwartet, wie größere Lecks oder offene Nähte."

Gesteuert wird der fahrende Unterwasserroboter an Land - in diesem Fall von Bord der Seute Deern - mit Hilfe eines Game Controllers. Dieser ist an einem Computer mit Projektor und Monitoren angeschlossen, die Live-Bilder bieten und eine erste Einschätzung der Situation sofort ermöglichen. Bis zu 100 Meter Tauchtiefe, zwölf Kilogramm Gewicht, eine schwenkbare HD-Kamera und acht Motoren für das freie Schwimmen unter Wasser bringt das ROV mit und hat damit genau das, was die MAR-Studierenden für die Erforschung und Analyse des Zustandes des Schiffes brauchen.

Seit Mai 2019 stehen die Planungsmittel in Höhe 1,4 Millionen Euro - anteilig vom Bund, dem Land Bremen und der Stadt Bremerhaven finanziert - für die Prüfung verschiedener Sanierungsvarianten zur Verfügung.

"Die Seute Deern ist europaweit der einzig-erhaltene, rein zivil genutzte hölzerne Großsegler. Damit stellt sie ein wichtiges historisches Kulturgut und einen Teil des internationalen maritimen Kulturerbes dar", betont Kröger die Bedeutung. "Unser erklärtes Ziel ist es deshalb, die Zukunft der Seute Deern in positive Bahnen zu lenken und ihren Erhalt langfristig zu sichern." Das Projekt der Studierenden ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

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