Verpackung – integraler Baustein der Logistik

Prof. Dr. Dieter Heimann mit Schülern im Verpackungslabor
Prof. Dr. Dieter Heimann mit Schülern im Verpackungslabor
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Workshop erklärt Schülerinnen und Schülern die Funktion von Verpackungen

Wofür benötigt man eigentlich Verpackungen? Wie kann man deren Qualität überprüfen? Und was passiert mit ihnen nach der Nutzung, wenn man sie nicht mehr braucht? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigten sich nun17 Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule Schiffdorf. Im Rahmen eines Workshops brachte ihnen Prof. Dr. Dieter Heimann die Welt der Verpackungen näher und zeigte auf, welche wichtigen Funktionen diese in der Logistik haben.

Die Idee zur Zusammenarbeit sei eher zufällig zustande gekommen, berichtet Peggy Naujox. Beim Tag der offenen Tür an der Hochschule Bremerhaven kam die Lehrerin für Wirtschaft mit Prof. Dr. Heimann, der im Studiengang Transportwesen/Logistik lehrt, ins Gespräch. Sie erkannte dabei den Bezug zum Unterricht im Fach Betriebs- und Volkswirtschaft. "Speziell im Lernfeld Umweltpolitik sind Verpackungen ein großes Thema", erklärt sie. Die Möglichkeit, einen Projekttag an der Hochschule zu verbringen, nutzte sie daher gern. Beim gemeinsam entwickelten Workshop beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums einen Tag lang in Theorie und Praxis mit der Funktion von Verpackungen, deren Notwendigkeit und Aspekten der Nachhaltigkeit beim Verpackungseinsatz.

Anhand von Fallbeispielen entwickelten die Teilnehmenden selbstständig eigene Verpackungslösungen und berechneten die Dimensionierung von Verpackungen. Welche Verpackungsgröße man wählt, will genau überlegt sein. "Ist die Verpackung zu groß, bekommt man weniger Kartons auf eine Palette. In der Logistik kostet eine falsch gewählte Verpackung viel Geld: dies betrifft sowohl die Verpackungskosten als auch die Kosten für den Transport und die Lagerung", erklärt Prof. Dieter Heimann. Ebenso werden auch die beim Transport anfallenden CO2-Emissionen in erheblichem Maße durch die Wahl einer Verpackung beeinflusst.

Der Professor für Verpackungstechnik hat schon häufiger Workshops für Schülerinnen und Schüler angeboten und diese in das Verpackungslabor der Hochschule Bremerhaven eingeladen. Dort werden u.a. Faltschachteln an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Wie viel Gewichtskraft in der Einheit Newton eine Kartonage aus Wellpappe aushalten kann, bevor sie nachgibt, lässt sich maschinell testen. "So kann man bestimmen, wie viele Packstücke man auf einer Palette übereinanderstapeln kann, ohne dass das untere einknickt", erklärt Prof. Heimann. Dieses Wissen sei in der Logistik für den Verpackungsanwender und auch für den Lieferanten wichtig: Wird das untere Packstück beschädigt, könne der gesamte Stapel umfallen - und im schlimmsten Falle einen Dominoeffekt mit anderen Paletten auslösen. Der Schaden wäre immens. Um dies zu verhindern sollte man wissen, wie stark die einzelne Verpackung belastet werden darf. Wie man dies berechnet, lernten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Workshops.

Bereits seit 2011 finden im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Max-Eyth-Schule Schiffdorf jährlich mehrere Workshops und gemeinsam entwickelte Projekte statt. Als Berufsbildende Schule nutzt sie gern die Möglichkeit, ihre Schülerinnen und Schüler bereits vor dem Erwerb der Hochschulreife in Studienfächer hineinschnuppern zu lassen. Doch auch ohne Kooperationsvertrag können Lehrkräfte Laborbesichtigungen an der Hochschule Bremerhaven buchen. Anfragen nimmt die Kontaktstelle Schule-Hochschule gern entgegen

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