Hochschule Bremerhaven beschließt Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Entwicklung zur barrierefreien Hochschule wird vorangetrieben

Türen, die sich nicht automatisch öffnen, fehlende Fahrstühle, Hinweisschilder mit kaum lesbarer Schrift: Für rund 7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland ist der Alltag geprägt von vielfältigen Barrieren, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben erschweren. Um einen wichtigen Beitrag zur Inklusion zu leisten und noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen, hat die Hochschule Bremerhaven nun als erste Bildungseinrichtung Bremerhavens einen Aktionsplan zur Gestaltung einer barrierefreien Hochschule beschlossen. Basierend auf der UN-Behindertenrechtskonvention umfasst dieser Maßnahmen und Empfehlungen für verschiedene Handlungsfelder.

Bereits 2018 hat sich an der Hochschule Bremerhaven die Arbeitsgruppe "Barrierefreie Hochschule" gebildet, zu der neben dem Inklusionsbeauftragten der Hochschule, Prof. Dr. Benjamin Wagner von Berg, und dem Schwerbehindertenvertreter Dirk Hagelstein auch der Leiter des Dezernats Bau und Betrieb, Thomas Schäfer, die Diversity-Beauftragte der Hochschule Claudia Krieten, Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement Peter Sieghold sowie die Kanzlerin der Hochschule Dr. Helga Schiwek, gehören. Gemeinsam analysieren sie vorhandene Schwachstellen und entwickeln Maßnahmen, die diese beheben sollen. Die Umsetzung wird durch eine feste Zeitplanung mit den entsprechenden Verantwortlichen angestoßen. "In jedem Fall gilt, dass die Aufgaben und Herausforderungen, mit denen sich die Hochschule im Bereich der Inklusion konfrontiert sieht, nicht von heute auf morgen erledigt werden können, sondern einer kontinuierlichen Arbeit bedürfen, die durch sinnvoll definierte Abläufe und deren regelmäßige Überprüfung unterstützt wird", so Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven.

Die Inklusionsarbeit beschränkt sich nicht auf bauliche Maßnahmen. So sollen bspw. auch Lehrende stärker für die Belange von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sensibilisiert und Informationsmaterialien leichter zugänglich gemacht werden. Erste Maßnahmen zur Gestaltung eines barrierefreien Campus wurden bereits umgesetzt, langfristig sind größere Umbauten, wie die Installation automatischer Türen und die Umgestaltung der Sanitäranlagen geplant. "Im Idealfall sollen Menschen mit Behinderungen sämtliche Einrichtungen und Leistungen der Hochschule in ihrer allgemein bereitgestellten Form nutzen können, ohne dass sie auf für sie vorgenommene Sonder- oder Ersatzlösungen ausweichen oder solche nachträglich einfordern müssen", erklärt Hagelstein. Daher liegt der Fokus auf der Umsetzung eines "universellen Designs", welches nicht exklusiv von Personen mit Behinderung, sondern von allen genutzt werden kann. Diese Vorstellung ist Leitgedanke für die zukünftige Inklusionsarbeit der Hochschule am Meer.

Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen und trat 2008 in Kraft. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Verwirklichung der Selbstbestimmung und der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen. Auch für die Hochschule Bremerhaven stellt Inklusion einen wichtigen Aspekt ihres Selbstverständnisses dar. Sie sieht es nicht nur als ihre Verpflichtung an, junge Menschen mit vielfältigen Hintergründen, mit unterschiedlichen Zugängen und in vielgestaltigen Lebenssituationen auszubilden, sondern empfindet die Diversität ihrer Studierendenschaft wie auch ihres Personals als einen ausgesprochenen Gewinn, sowohl für die Entwicklung der Hochschule als Institution als für die persönliche Entwicklung ihrer Angehörigen. Mit dem nun beschlossenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und den damit verbundenen Maßnahmen leistet die Hochschule Bremerhaven einen wichtigen Beitrag zur Inklusion behinderter Menschen in der Stadt.

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