„Kimberly“ auf International Documentary Festival in Wales vertreten

Filmplakat Kimberly
Filmplakat Kimberly
Quelle: Prof. Dr. Holger Rada

Studierende freuen sich über erste Nominierung für internationales Filmfestival

Gute Neuigkeiten für das Projektteam des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven: Der animierte Dokumentarfilm „Kimberly“ wurde von der Jury für das International Documentary Festival in Wales in der Kategorie Short Docs nominiert. Es handelt sich dabei um die erste Nominierung für ein internationales Filmfestival.

Bereits in der Vergangenheit konnte der Animationsfilm, der unter Anleitung von Prof. Dr. Holger Rada aus einem Studierendenprojekt heraus entstanden ist, sich für Festivals in Deutschland qualifizieren. So wurde er im Dezember 2019 als Finalist beim Best Independents International Film Festival in Karlsruhe nominiert. Um auch auf internationalen Festivals gezeigt werden zu können, musste zunächst eine englische Sprachfassung erstellt werden. „Die Arbeit hat sich jetzt schon gelohnt“, erklärt Prof. Dr. Holger Rada. „Besonders, weil es sich dabei um das einzige Festival dieser Art in ganz Wales handelt.“

Fast ein Jahr lang haben sich zehn Studierende mit der Thematik Depression und der Umsetzung in einem AnimaDok, einer Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm, beschäftigt. Schließlich ist ein achtminütiger Film entstanden, der ein ernstes Thema aufgreift: „Kimberly“, die Protagonistin des Films, leidet unter Depressionen. Die Handlung basiert auf ihren realen Tagebucheinträgen. "Kimberly heißt in Wirklichkeit anders, das Team kennt ihren richtigen Namen nicht", erläutert Kristen Maree Jewson das Konzept. "Wir kommunizieren über eine Kontaktperson mit ihr." Daher ist die Kimberly des Films auch die Kimberly des Tagebuchs und gleichzeitig eine ganz andere Figur - entsprungen aus der Vorstellungskraft des Teams und gezeichnet von der Illustratorin Caroline Schneider.

Kimberly beschreibt die Antriebslosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl, ihre quälende Einsamkeit und das Gefühl, von niemandem verstanden zu werden. „Das ist genau der Punkt, wo ein animierter Dokufilm seine Stärken ausspielen kann“, erläutert Prof. Rada. „Die echte Kimberly hätte einer Realverfilmung nicht zugestimmt, so aber können wir Anonymität gewährleisten und sind doch ganz nah an ihren Gedanken und Gefühlen.“ Die Ideenfindung und Kontaktaufnahme hat einige Wochen gedauert, die Entwicklung des Stils und der Animationstechniken um einiges länger. "Am Ende haben wir uns für einen klassischen Zeichenstil entschieden und die Bildebenen in der Postproduktion bewusst auf einfache Weise animiert", erklärt Caroline Schneider die Umsetzung. Dennoch sind Monate vergangen, bis die ersten beiden Tagebuchsequenzen fertig geworden sind.

Am Ende steht ein Animationsfilm, der sich durch seinen Zeichenstil und seinen Entwurfscharakter klar von gängigen 3D-Animationsfilmen abgrenzt. "Und auf das Tabuthema Depression aufmerksam macht", ergänzt Kristen Maree Jewson. Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Lauf seines Lebens davon betroffen. Viele Betroffene trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen. "Mit unserem Film", so Jewson, "verfolgen wir das Ziel, den Zuschauerinnen und Zuschauer zu zeigen, dass Depressionen mehr bedeuten als nur traurig zu sein."

 

Der Trailer ist zu sehen unter youtu.be/gaXhU3bVKn4

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