„Urban Pergola“ im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

Urban Pergola

Studierende der Hochschule Bremerhaven freuen sich über den Erfolg

Das Studierendenprojekt „Urban Pergola“ hat das Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises erreicht.  Es sei eine leicht umsetzbare, kostengünstige und flexible Lösung, um Städte nicht nur mithilfe von Begrünung zu verschönern, sondern gleich mehrere hochbrisante Probleme zu lösen, so die Begründung der Jury. Auch wenn es nicht ganz zum Sieg gereicht hat, ist die Freude bei den Beteiligten riesig. „Wir können es noch gar nicht glauben, dass wir es wirklich so weit geschafft haben“, sagt Lina Becker, die an der Hochschule Bremerhaven Biotechnologie der marinen Ressourcen studiert. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Marcel Conrad, Julian Schöne und Sylvan Rentel arbeitet sie nun daran, die Idee in die Praxis umzusetzen.

Bis zuletzt blieb es spannend für die vier Studierenden. „Noch nie gab es ein so enges Kopf-an-Kopf-Rennen“, berichtet Marcel Conrad. Neben einer Fachjury entschied auch die Öffentlichkeit per Onlinevoting, welches der drei nominierten Projekte mit dem Preis ausgezeichnet werden soll. Speziell die einfache Umsetzbarkeit des Projekts dürfte ausschlaggebend für den Erfolg gewesen sein. Die Idee hinter „Urban Pergola“: Mit Fasermaterial bespannte Stahlnetze sollen vor Gebäuden installiert und mit schnellrankenden Pflanzen begrünt werden. Dadurch wird nicht nur die Umgebung gekühlt, sondern auch die Luft auf natürliche Weise gefiltert. Auch Insekten und Vögel bekommen in dem grünen Dach ein neues Zuhause. „Es handelt sich dabei um ein modulares System“, erklärt Conrad. Auf diese Weise können einzelne Gebäude, aber auch ganze Siedlungen mit den grünen Pergolen ausgestattet werden. Das lose Blätterdach lässt Sonnenlicht durch, ohne dass der kühlende Effekt beeinflusst wird. Ist im Winter keine Beschattung erwünscht, können die Netze einfach entfernt und im Frühjahr wieder installiert werden. Ein weiterer Effekt: Werden sie mit Nutzpflanzen wie Wein berankt, lassen sie sich auch noch als Fläche für Urban Farming nutzen.

Dass sie mit ihrer Projektidee eine Chance gegen die Konkurrenz haben könnten, hätten die Studierenden anfangs nicht gedacht. Beim virtuellen Makeathon, einem Ideenwettbewerb für den Nachhaltigkeitspreis, fühlten sie sich neben den anderen Teilnehmenden eher wie Außenseiter. Zu Unrecht, wie sich zeigte. Seit ihrer Nominierung haben sich bereits mehrere Interessierte bei ihnen gemeldet, die das Projekt unterstützen wollen. Auch Gespräche mit der Stadt laufen bereits. „Wir hoffen, dass wir unsere Idee im kommenden Jahr auch praktisch umsetzen können“, so Conrad. Begeistert vom Erfolg ihrer Studierenden ist auch Prof. Dr. Imke Lang. Die Professorin für marine Biotechnologie an der Hochschule Bremerhaven hatte die Projektgruppe zur Teilnahme ermutigt. „Ich freue mich sehr, dass die Vier sich beworben haben und dass sie den Wettbewerb trotz der aktuellen Herausforderungen angenommen haben. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, dass Urban Pergola im Finale steht und sich plötzlich so viele spannende Möglichkeiten eröffnet haben. Ich wünsche mir, dass es nicht nur bei der Idee bleibt, sondern wir bald viele ‚urbane Pergolen‘ an der Hochschule und in der Stadt Bremerhaven sehen werden“, so Prof. Lang. Weitere Informationen zum Projekt auf Facebook unter @Urban Pergola sowie auf Instagram unter @DNP_2021_urbanpergola.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird jedes Jahr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben. Anders als in den Vorjahren standen dieses Mal nicht abgeschlossene Projekte, sondern innovative Ideen im Mittelpunkt. Es werden wissenschaftliche Ansätze prämiert, die bei einem virtuellen Ideenwettbewerb zum Thema urbane Bioökonomie im Juni 2020 entstanden sind. Ziel ist die Entwicklung von Lösungsansätzen, die eine nachhaltige Produktion, Nutzung und Verwertung von biologischen Roh- und Reststoffen ermöglichen. Weitere Informationen unter https://www.nachhaltigkeitspreis.de/.

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