Asante Sanaa - Tansanische Kunst im Kleiderschrank

Ein kleiner Einblick in die Kollektion
Ein kleiner Einblick in die Kollektion
Quelle: Asante Sanaa

Studierende der Hochschule Bremerhaven unterstützen Kampagne für tansanische Künstler:innen

Das Projekt Asante Sanaa, übersetzt "Der Kunst sei Dank", hat sich das Ziel gesetzt, Künstler:innen aus Tansania mit dem Vertrieb ihrer Gemälde in Deutschland finanziell zu unterstützen. Das Besondere an der Aktion: Über die Gemälde hinaus, werden die Kunstwerke auch gedruckt auf Postkarten, Stofftaschen, T-Shirts und Hoodies angeboten und fungieren so als eine Art Wanderausstellung. Drei Studierende des Bachelorstudiengangs Gründung, Innovation, Führung (GIF) haben das Projekt, das in Form einer Crowdfunding-Kampagne finanziert wird, mit auf die Beine gestellt.

Auch Tansania leidet an den Folgen der Corona-Pandemie. Durch die starken Reisebeschränkungen brach eine der größten Einnahmequellen, der Tourismus, fast vollständig weg. "Viele Künstlerinnen und Künstler in Tansania leiden darunter, weil sie ihre Gemälde sonst an die Touristen verkaufen konnten. Seit März ist quasi kaum noch Geld geflossen", berichtet Valentin Oberle, der 2017 einen Freiwilligendienst in Tansania absolviert und anschließend mit zwei Freunden ein soziales Modelabel gegründet hat. "Im September habe ich mir dann gemeinsam mit meinem Mitgründer Jan überlegt, dass wir daran etwas ändern wollen. Wir haben testweise mal ein Bild auf einem T-Shirt platziert und fanden das gar nicht so schlecht. Also haben wir beschlossen das Projekt Asante Sanaa zu starten. Uns war aber von Anfang an klar: Das geht nur in einem großen Team", so der Gründung, Innovation, Führung (GIF) - Student der Hochschule Bremerhaven.

Also holte Valentin Oberle seine Kommilitonen Sebastian Fock und Lukas Winkel mit ins Projektteam. Sie studieren ebenfalls GIF im dritten Semester. Weitere Mitglieder konnte das Projektteam aus dem Social Entrepreneurship Verein Enactus Bayreuth sowie aus dem eigenen Freundeskreis gewinnen. Mittlerweile besteht es aus über zwölf Studierenden und zusätzlichen Unterstützenden in Deutschland und Tansania.

Obwohl Sebastian Fock und Lukas Winkel bis auf ihren Kommilitonen, Valentin Oberle, bislang niemanden aus dem Team persönlich kennenlernen konnten, sind sie begeistert von dem Zusammenhalt bei Asante Sanaa: "Im Team kann man Sachen schaffen, die alleine nicht möglich sind. Das klingt immer so blöd, aber wir hätten ohne das Zusammenkommen gar nichts von den Problemen in Tansania mitbekommen", so Sebastian Fock. Diesen Eindruck bestätigt auch Lukas Winkel: "Das Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, dass man, gerade in der aktuellen Zeit, auch digital mit Fremden zusammenarbeiten kann. Wichtig ist nur, dass man das gleiche Ziel hat".

Auch wenn das Team eng zusammenarbeitet und viele Schnittstellen vorhanden sind, haben sie die Aufgaben untereinander aufgeteilt. Die Hauptaufgabe der drei GIF-Studenten bestand darin, die Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext zu initiieren und zu veröffentlichen. Dort werden die bedruckten T-Shirts, Postkarten, Hoodies und Stoffbeutel sowie die Gemälde noch bis zum 10.01.2021 gegen eine Spende angeboten. Die Textilien kommen ebenfalls aus Kenia und aus Tansania. Die drei Studierenden unterstützen das Projekt im Namen der Navalia eG, eine der drei Genossenschaften, die die Studierenden im Studiengang GIF im letzten Jahr gegründet haben.

Nicht nur das Arbeiten mit fremden Teammitgliedern gehört zu den Erfahrungen, die die Studenten aus dem Projekt für ihr Studium mitnehmen. "Der Studiengang GIF ist super vielfältig und wir haben schon einiges über den Bereich Social Entrepreneurship erfahren. Bislang war es für mich allerdings nicht immer ganz greifbar, wie ich unternehmerische Tätigkeiten nutzen kann, um soziale Probleme zu lösen. Jetzt haben wir das in der Praxis umgesetzt und daran vieles gelernt", bekräftigt Sebastian Fock.

Für die Crowdfunding-Aktion hat das Team aus rund 500 Bildern 27 Motive ausgewählt. 16 Künstler:innen stellten ihre Gemälde für das Projekt zur Verfügung. "Das ist ein großer Vertrauensbeweis für uns", erklärt Valentin Oberle. "Wir hatten kein Geld, um den Künstlerinnen und Künstlern vorher die Gemälde abzukaufen. Sie haben uns das zugeschickt, was sie noch haben. Das finden wir alle echt beeindruckend", fährt er fort.

Dieses Vertrauen möchten die Studenten den Künstler:innen zurückgeben. Das erste Ziel der Crowdfunding-Kampagne, 15.000€, wurde bereits erreicht. Es sichert die Umsetzung des Projekts und bietet den Künstler:innen eine solide Unterstützung. Mit dem zweiten Ziel, 25.000€, möchten die Studierenden das Projekt langfristig fortführen und den tansanischen Künstler:innen noch stärker unter die Arme greifen.

"Wir würden das Projekt gerne weiterführen, denn es birgt so viel Potenzial in verschiedene Richtungen. Zum einen können wir den Kunstschaffenden helfen, einen neuen Markt zu erschließen, zum anderen machen wir es möglich, hier in Deutschland diese Kultur zu verbreiten und den internationalen Austausch zu fördern.", erklärt Valentin Oberle.

Die Crowdfunding-Kampagne kann bis zum 10.01. hier unterstützt werden:

Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier

Das Projektteam von Asante Sanaa
Das Projektteam von Asante Sanaa
Quelle: Asante Sanaa

Der Studiengang Gründung, Innovation, Führung (GIF)

Der sechssemestrige Bachelorstudiengang Gründung, Innovation, Führung (GIF) richtet sich an unternehmerisch denkende und handelnde Menschen. Im Team lernen die Studierenden am und im eigenen Unternehmen, das sie sich im Studienverlauf aufbauen. Der Studiengang ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Weitere Informationen finden sich hier.

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