Seestadtretter auf der Suche nach Nachwuchskräften

Sechs Recruiting- und Imagevideos in verschiedenen Darstellungsformen sind im Projekt "seestadtretter" entstanden.
Sechs Recruiting- und Imagevideos in verschiedenen Darstellungsformen sind im Projekt "seestadtretter" entstanden.
Quelle: Fotomontage: Ralf C. Schreier

Studierende der Hochschule Bremerhaven produzieren Recruitingfilme für die Feuerwehr Bremerhaven

Nicht nur bundesweit ist ein rückläufiger Trend der Bewerbungszahlen bei der Feuerwehr zu beobachten. Auch für die Feuerwehr Bremerhaven sind die wenigen Bewerbungen eine aktuelle Herausforderung. Dieser Tendenz möchten 20 Studierende des Bachelorstudiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven gemeinsam mit der Feuerwehr Bremerhaven mit ihrem Projekt "seestadtretter" entgegenwirken und so potenzielle Nachwuchskräfte für die Arbeit bei der Feuerwehr begeistern. In nur einem Semester haben sie in 68 Drehstunden, aus 2,5 Terabyte Filmmaterial und 6000 Bildern sechs Recruiting- und Imagevideos produziert sowie eine Projekthomepage und einen Instagram Account erstellt.

Die Idee einer Zusammenarbeit mit der Feuerwehr lag bei Ralf C. Schreier, Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bachelorstudiengang Digitale Medienproduktion, bereits länger auf dem Schreibtisch. Der richtige Rahmen für ein solches Projekt fehlte zunächst. Als er die Möglichkeit bekam, einen Audiovisuelle Medien-Vertiefungskurs im Sommersemester 2021 zu übernehmen, nutzte er die Gelegenheit und sagte der Feuerwehr direkt zu. "In dieser praxisarmen Coronazeit habe ich mich besonders gefreut, den Studierenden ein so großes Praxisprojekt anbieten zu können. Zudem ist es aktuell sehr schwer, Nachwuchs für die Feuerwehr zu rekrutieren und diese Videos können bei dieser Herausforderung unterstützen. So profitieren sowohl die Feuerwehr als auch die Studierenden von diesem Projekt", erzählt Ralf C. Schreier.

Vertrauen spielte für ihn im Projekt "seestadtretter" eine große Rolle. Nach einigen Vorlesungen zu den wichtigsten Grundlagen stand er den Studierenden beratend zur Seite, hat ihnen allerdings dennoch viel Freiraum in der Umsetzung gelassen. "Die Studierenden, die bei dem Projekt dabei waren, sind nicht unerfahren. Ich habe Vertrauen in ihre Fähigkeiten und so entstand eine sehr produktive Arbeitsatmosphäre. Ich bin schwer beeindruckt von dem Engagement des Teams, auch über das Semester hinaus ", lobt Schreier seine Studierenden.

Trotz des straffen Zeitplans, bedingt durch den knappen Projektzeitraum von nur einem Semester, ist die Motivation der Studierenden hoch. "Wir hatten alle richtig Lust und haben dadurch auch sehr zielgerichtet gearbeitet. An so einen Auftraggeber kommt man so schnell nicht wieder. Allgemein ist es viel besser etwas zu machen, auf das man Lust hat, anstatt wenn man einfach nur schnell mit seinem Studium fertig werden möchte. Auch die Menschen bei der Feuerwehr waren echt total motiviert", erzählt Michael Niemann. Er war während des Projekts für verschiedene Rollen, unter anderem für Konzeption, Kamera, Schnitt und Regie, zuständig. "Das war generell häufig so, dass man immer wieder mal die Rollen getauscht hat und alle die Möglichkeit hatten sich auszuprobieren", erklärt Selin Sapmaz, die gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Moritz Röber für die Leitung des Projekts zuständig war.

Um den Arbeitsalltag der Feuerwehr so realitätsgetreu wie möglich abzubilden, stand vor jedem Dreh ein Recherchecall mit der Feuerwehr an. Für die Videos haben die Studierenden verschiedene Darstellungsformen - von einem dokumentarischen Film bis zu einem Imagefilm ­­­­­­- gewählt. Auch die Drehzeit an den insgesamt 10 Drehtagen variierte stark. Der 24 Stunden Dreh, aufgeteilt in zwei Schichten, war für viele der Studierenden das persönliche Highlight. "Das ist eine große Chance, die man so schnell nicht wieder bekommt mit der Feuerwehr zusammenzuarbeiten und solche Einblicke zu erhalten. Beim 24 Stunden- Dreh sind wir bei den Einsätzen mitgefahren und haben Dinge erlebt, die man sonst niemals erlebt hätte", erzählt Jacqueline Wolpmann, die neben Dennis Lessing und Rebecca Rademacher für Social Media und die Webseite zuständig ist.

Mit der Zusammenarbeit und dem Ergebnis sind nicht nur Ralf C. Schreier und seine Studierenden zufrieden, sondern auch Projektverantwortlicher David Piesik, Pressesprecher der Feuerwehr Bremerhaven. "Wenn man sich die Ergebnisse ansieht, merkt man, dass von allen Seiten viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt wurde. Sonst wäre dieses Projekt in dieser kurzen Zeit gar nicht möglich gewesen", erzählt Piesik.

"Wir von der Feuerwehr freuen uns riesig, dass wir diese Gelegenheit hatten und haben viel gelernt. Ich würde mich über eine erneute Zusammenarbeit freuen", fährt er fort.

Die Videos sind seit dem 24. Oktober hier zu finden.
Der Instagramkanal findet sich hier: https://www.instagram.com/seestadtretter/
und die Webseite hier: seestadtretter.hs-bremerhaven.de

 

 

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