Flüchtige Begegnungen

Protagonistin Dima Srour teilt im Film "Flüchtige Begegnungen" ihre Fluchtgeschichte.
Protagonistin Dima Srour teilt im Film "Flüchtige Begegnungen" ihre Fluchtgeschichte.
Quelle: Duc Quang Le

Studentisches Filmprojekt über Geflüchtete in Bremerhaven bei Filmfest Bremen vertreten

Was passiert mit Menschen, die vor Kriegen oder anderen Katastrophen aus ihren Heimatländern fliehen mussten? Wie leben sie nach der Ankunft in Deutschland und wie sieht ihr neuer Alltag aus? Diese Fragen haben sich Pheline Hanke, Duc Quang Le, Lisa Jane Albrecht und Johanna Geimer, Studierende des Studiengangs Digitale Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven, gestellt. Im Rahmen des Seminars „Audiovisuelle Medien“ haben sie einen Dokumentarfilm über Geflüchtete in Bremerhaven gedreht. Darin spricht die BWL-Studentin Dima Srour über ihre Fluchtgeschichte und ihren Alltag nach der Ankunft in Bremerhaven. Der Film „Flüchtige Begegnungen“ ist Ende April beim Filmfest Bremen zu sehen.

Die Entscheidung, dass sie das Thema „Flucht" zum Mittelpunkt ihres Films machen wollen, ist den Studierenden nicht schwergefallen. „Man sieht zwar jeden Tag Bilder von Menschen auf der Flucht in den Nachrichten, aber dabei geht es immer um die Flucht an sich. Die geflüchtete Person selbst rückt in den Hintergrund", so Studentin Pheline Hanke. Das wollte das Projektteam ändern - speziell mit Blick auf Bremerhaven. „Uns ist bei unseren Überlegungen aufgefallen, dass wir alle nicht wissen, was mit den Leuten eigentlich passiert, wenn sie nach Bremerhaven gekommen sind. Vermutlich sind wir nicht die Einzigen, denen das so geht", sagt Lisa Jane Albrecht. Daher wollen sie mit ihrem Werk auch andere Menschen für das Thema sensibilisieren.

Die Protagonistin des Films ist die BWL-Studentin Dima Srour. Sie ist vor sieben Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. In Bremerhaven musste sie sich nach ihrer Ankunft zunächst orientieren. Ohne Sprachkenntnisse in einer fremden Stadt war dies gar nicht so einfach. Geholfen haben ihr Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Zentrums in Bremerhaven. Diese haben auch den Kontakt zum studentischen Filmteam hergestellt. „Es ist schwierig, wenn man noch mal von den Erlebnissen während der Flucht berichten muss“, sagt Srour. Trotzdem hat sie sich sofort dazu entschieden, ihre Flucht- und Ankunftsgeschichte zu teilen. „Wir haben während der Produktionszeit viele emotionale und bewegende Moment mit Dima erlebt“, so Albrecht. Diese Gefühle möchten sie mit den Zuschauerinnen und Zuschauern teilen. „Es ist uns sehr wichtig, mehr Toleranz und Offenheit anzuregen und die Zuschauenden zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht können wir mit unserem Film für mehr Austausch zwischen Einheimischen und Geflüchteten sorgen“, ergänzt Student Duc Quang Le.

Entstanden ist der Film unter erschwerten Bedingungen. Durch die Pandemie mussten die Studierenden sich an strenge Hygienekonzepte halten, um die Gesundheit aller Beteiligten nicht zu gefährden. Zwar konnten sie den Film bereits nach drei Monaten Dreh- und Bearbeitungszeit als Seminararbeit abgeben, die finale und überarbeitete Version nahm aber deutlich mehr Arbeitszeit in Anspruch. Rund ein Jahr nach Drehbeginn wurde der Film im Mai 2021 fertiggestellt. Inzwischen ist er für mehrere Filmfestivals nominiert und wird auf dem Filmfest Bremen ab dem 20. April 2022 zu sehen sein. Weitere Informationen unter www.filmfestbremen.com.

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