Neue Studiengänge der Hochschule Bremerhaven starten zum Wintersemester 2022/23

Kai Martin Ulrich

Bewerbungen ab Mai möglich

Deutschland leidet unter Personalmangel – das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Besonders im medizinischen und im MINT-Bereich fehlt es zunehmend an gut ausgebildeten Fachkräften. Auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter werden bundesweit in vielen Einrichtungen dringend gesucht. Die Hochschule Bremerhaven reagiert auf den Fachkräftemangel mit der Einrichtung von drei neuen Bachelorstudiengängen: Physician Assistant, Soziale Arbeit und Ingenieurwesen. Zum Wintersemester 2022/23 können die ersten Studierenden ihre Ausbildung starten. Eine Bewerbung für diese sowie weitere Bachelor- und Masterstudiengänge ist ab Mai möglich. Weitere Informationen unter www.hs-bremerhaven.de.

Der Studiengang „Physician Assistant“ richtet sich an Studieninteressierte, die sich für einen medizinischen Beruf interessieren, aber nicht Medizin studieren möchten. „Physician Assistants sind das Bindeglied zwischen Pflegekräften und Vollmedizinern. Sie übernehmen deligierbare Aufgaben der Ärztinnen und Ärzte und können zu einem gewissen Grad den Ärztemangel kompensieren. Das Berufsbild ist noch relativ neu in Deutschland. Es gibt erst 18 Hochschulen bundesweit, die einen derartigen Studiengang aktuell anbieten. Die meisten von ihnen sind privat und erheben Studiengebühren. Außerdem gibt es neben der Hochschule Bremerhaven derzeit keine weitere öffentliche Hochschule in Norddeutschland mit diesem Studienangebot“, so Prof. Dr. Dr. Gerhard Feldmeier, Dekan des Fachbereichs 2 der Hochschule Bremerhaven.

Im Studiengang „Soziale Arbeit“ werden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ausgebildet, die nicht nur in Bremerhaven dringend gesucht werden. „Wir decken die gesamte Bandbreite der Sozialen Arbeit ab. Das geht von der schulischen Sozialarbeit, Familienhilfe und Erziehung über Freizeit bis hin zur Unterstützung alter Menschen. Dazu kommt gerade in Bremerhaven das Thema Migration. Unterstützt wird da, wo Menschen Hilfe brauchen, weil sie allein nicht mehr zurechtkommen“, so Studiengangsentwickler Prof. Dr. Wolfgang Lukas. Zahlreiche Kooperationen mit lokalen Einrichtungen und ein besonders hoher Praxisanteil zeichnen den Studiengang aus. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse, die den Studierenden den Erwerb eines Weiterbildungszertifikats ermöglicht. „Dieses kann normalerweise erst nach einer mehrjährigen Ausbildung als Zusatzqualifikation erworben werden. Das Angebot an der Hochschule ist somit absolut einzigartig“, so Prof. Lukas.

Auch mit dem Studiengang „Ingenieurwesen“ setzt die Hochschule auf ein innovatives Konzept. Um einen flexibleren Studienverlauf zu ermöglichen, wurden vier der ingenieurswissenschaftlichen Studiengänge neu strukturiert. „Die Studiengänge Maritime Technologien, Anlagenbetriebstechnik, Gebäude­energietechnik und Produktionstechnologie teilen sich viele grundlegende Fächer. Da bietet sich ein flexibleres Studienmodell an, bei dem sich die Studierenden zunächst orientieren können, bevor sie sich für einen Schwerpunkt entscheiden“, so Prof. Dr.-Ing. Uwe Werner, stellvertretender Dekan des Fachbereichs 1. Statt sich bereits zu Beginn auf ein Fachgebiet festzulegen, starten alle Studierenden mit gemeinsamen Grundlagenfächern. Erst im dritten Semester müssen sie eine von fünf Vertiefungsrichtungen wählen. Auf diese Weise sollen Studienabbrüche verhindert werden.

Zusätzlich zu den genannten Studiengängen wurde mit Betriebswirtschaftslehre (praxisintegriert dual) ein weiteres Studienangebot in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft eingerichtet. Die Bewerbung erfolgt direkt über die entsprechenden Kooperationsunternehmen, da ein Anstellungsverhältnis der Studierenden bei diesen vorausgesetzt wird.

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