Zellforschung schon im Bachelor

Ein Hingucker unter dem Mikroskop: CHO-Zellen werden zur Herstellung von Biopharmazeutika benötigt. Wenn sie das "Green Fluorescent Protein" produzieren, leuchten sie.
Ein Hingucker unter dem Mikroskop: CHO-Zellen werden zur Herstellung von Biopharmazeutika benötigt. Wenn sie das "Green Fluorescent Protein" produzieren, leuchten sie.
Quelle: Prof. Dr. Felicitas Berger

Hochschule richtet erstes Labor für tierische Zellkulturtechnik in Bremerhaven ein

Seit Beginn der Coronapandemie ist Biotechnologie in aller Munde. Ohne sie gäbe es weder Impfstoffe noch Verfahren, die das Virus nachweisen können. Auch bei der Entwicklung nachhaltiger Fleischalternativen spielt biotechnologische Forschung eine Rolle. Um angehende Biotechnologinnen und –technologen frühzeitig mit diesem zukunftsweisenden Forschungsfeld in Berührung zu bringen, hat Biochemikerin Prof. Dr. Felicitas Berger ein Labor für Zellkulturtechnik tierischer Zellen an der Hochschule Bremerhaven eingerichtet. Hier können bereits Bachelorstudierende erste praktische Erfahrungen in dem Bereich sammeln. Auch die Forschung in der Seestadt soll künftig weiter ausgebaut werden.

Dass Forschung an tierischen Zellen bereits im Bachelorstudium angeboten wird, ist eher unüblich. „Die Kosten für ein solches Laborpraktikum sind sehr hoch. Daher bieten viele Hochschulen es nur für Masterstudierende an- wenn überhaupt. Aber wo, wenn nicht im Studium, sollen angehende Biotechnologinnen und –technologen Kontakt zu diesem Forschungsfeld bekommen? Ich finde wichtig, dass tierische Zellkulturtechnik Teil des Curriculums ist“, so Prof. Dr. Felicitas Berger. Sie hat sich daher um die Einrichtung des Labors an der Hochschule gekümmert, das auch für Bachelorstudierende offen ist. Neben den regelmäßigen Laborpraktika unter Anleitung können diese auch an Forschungsprojekten mitarbeiten und so zusätzliche Praxiserfahrung sammeln. „In den Projekten arbeiten die Studierenden sehr selbstständig und müssen zum Beispiel Lösungsideen erarbeiten, wenn mal etwas nicht wie gewünscht funktioniert. Wenn am Ende die Zellkulturen wachsen, um die sie sich kümmern, ist die Freude natürlich besonders groß“, sagt Prof. Berger.

Nicht nur die Studierenden der Hochschule, sondern auch die Forschung in der Seestadt soll von dem neuen Labor profitieren. „Wir sind die einzige Einrichtung in Bremerhaven und der näheren Umgebung, die ein Labor für tierische Zellkulturtechnik besitzt. Woanders wird auch an Pflanzenzellen geforscht, tierische Zellen benötigen aber andere Voraussetzungen, um wachsen zu können“, so Prof. Berger. Besonders die Hygiene und Faktoren wie die richtige Temperatur und das richtige Nährmedium spielen dabei eine Rolle. Daher sei die Einrichtung eines Speziallabors auch für andere Forschungseinrichtungen wichtig gewesen. „Es gibt bereits erste Anfragen zu Kooperationen“, weiß die Professorin.

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