Berufungsverfahren an der Hochschule Bremerhaven

Anne Magritz (li.) und Sylvia Hils (r.) sind für das Berufungsverfahren an unserer Hochschule zuständig.
Anne Magritz (li.) und Sylvia Hils (r.) sind für das Berufungsverfahren an unserer Hochschule zuständig.

Berufungsverfahren - was ist das eigentlich ?

Berufungsverfahren werden durchgeführt, wenn Professuren zu besetzen sind, zum Beispiel weil der oder die Vorgänger:in in den Ruhestand geht oder weil neue Stellen geschaffen werden. Das Verfahren ist eine Angelegenheit der Selbstverwaltung und durch gesetzliche Regelungen sowie die Berufungsordnung formal geregelt.

Berufungsverfahren durchlaufen mehrere Schritte:

1.) Planung

Der erste Schritt ist die grundsätzliche Planung über die Ausgestaltung der Professur zwischen Studiengang, Dekanat, Rektorat und Senatorin für Wissenschaft und Häfen. In diesem Schritt werden zum einen die Stelleninhalte geklärt und festgelegt, in welchen Studiengänge die Lehre erfolgt. Gegebenenfalls wird auch bereits geklärt, welche Fächer übernommen werden sollen, ob besondere Aufgaben Teil der Professur sind (z.B. Entwicklung neuer Studiengang) und ob es Besonderheiten der Professur gibt (z.B. Kooperations- oder Vertretungsprofessur). Zum anderen wird in diesem Schritt der Ausschreibungstext formuliert und zugleich werden die Voraussetzungen, die die Bewerber:innen mitbringen sollten, wie Berufserfahrung, Fachgebiet und weitere Kompetenzen und Erfahrungen, festgelegt.

2.) Aufstellung des Auswahlgremiums

Im nächsten Schritt konstituiert sich das Auswahlgremium, die Berufungskommission. Die Berufungskommission setzt sich aus Mitgliedern aller Statusgruppen (Professor:innen, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, Studierende, beratenden Mitarbeiter:innen aus Technik und Verwaltung) zusammen, die aus der jeweiligen Gruppe im Fachbereichsrat gewählt werden. Zudem nehmen der Personalrat, die Frauenbeauftragte und gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung an den Sitzungen teil. Die Kommission selbst wählt die vorsitzende Person, die die Sitzungen leitet. Die Berufungskommission nimmt aus den Bewerbungsunterlagen eine Vorauswahl der Personen vor, die an die Hochschule eingeladen werden, um sich vorzustellen.

3.) Vorstellung

Die Vorstellung besteht aus einer Probevorlesung und einem Fachvortrag. Zu diesen ist die Hochschulöffentlichkeit herzlich eingeladen. Bei den Fachvorträgen handelt es sich um Vorträge, in denen neueste Forschungsergebnisse präsentiert werden. Auch die Lehrproben geben einen wichtigen Einblick, da hier deutlich wird, wie das Wissen später in der Praxis an die Studierenden weitergegeben werden soll. Anschließend haben die teilnehmenden Hochschulangehörigen die Möglichkeit, der oder dem Bewerber:in Fragen zu Fachvortrag oder Probevorlesung zu stellen.

Im Anschluss folgt ein nicht-öffentliches Gespräch zwischen der Berufungskommission und dem oder der Bewerber:in.

Termine und Inhalte von den Anhörungen werden regelmäßig aktualisiert in der ELLI-Gruppe bekanntgegeben.

4.) Engere Auswahl

Nach den Anhörungen trifft die Berufungskommission eine engere Auswahl. Diese wird anhand der vorab insebsondere durch die Ausschreibung festgelegten Kriterien getroffen.

5.) Externe Gutachten

Die ausgewählten Personen werden nun anhand ihrer Bewerbungsunterlagen von externen Gutachter:innen beurteilt. Die Gutachter:innen sind Personen, die die fachliche Eignung aufgrund ihres eigenen fachlichen Kenntnisstandes überprüfen können. Meisten sind es Professor:innen anderer Hochschulen, die das Fachgebiet vertreten, in dem die ausgeschriebene Professur angesiedelt ist.

Beurteilt wird ausschließlich nach Papierlage – Bewerbungsunterlagen, Ausschreibungstext, Auswahlkriterien. In einigen Fällen werden auch die Folien der Anhörungen beigelegt.

6.) Geheime Abstimmung über die Berufungsliste

Wenn alle Anhörungen stattgefunden haben und die Gutachten vorliegen, tauscht sich die Berufungskommission über die Bewerber:innen aus und entscheidet letztendlich in einer geheimen Abstimmung über die sogenannte Berufungsliste, eine Reihung der - meist drei - besten Bewerber:innen. Diese Auswahl muss daraufhin im Fachbereichsrat und im Rektorat bestätigt werden.

7.) Endgültige Entscheidung

Im letzten Schritt geht ein Berufungsbericht mit dem Besetzungswunsch an die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, die die endgültige Entscheidung trifft.

Das Verfahren klingt bürokratisch und kompliziert und ist es teilweise auch. Das hat seinen Grund: Es soll sicherstellen, dass alle Bewerber:innen faire Chancen haben und die am besten für die Stelle geeignete Person ausgewählt wird.

Die Teilnahme von Studierenden und Mitarbeitenden sowohl im öffentlichen Teil der Anhörungen als auch als Mitglied der Berufungskommissionen ist ausdrücklich erwünscht.

 

 

Ansprechspersonen:

Für die Begleitung der Berufungsverfahren steht unser Berufungsmanagement zur Verfügung. Neben Anne Magritz, die diesen Bereich seit ca. 2 Jahren betreut, ist hier seit dem 15. Oktober 2021 auch Sylvia Hils Ansprechpartnerin. Beide sind unter berufungsmanagement@hs-bremerhaven.de zu erreichen. Sie stehen für sämtliche Fragen zum Berufungsverfahren zur Verfügung und geben bei Bedarf gerne eine kurze Einführung.