Das Gelernte in der Praxis anwenden

Studierende des Bachelorstudiengangs Transportwesen/Logistik wirken an Forschungsprojekt mit

 

Nicht nur Lehrende sind an Forschungsprojekten beteiligt, sondern auch Studierende erhalten an der Hochschule Bremerhaven die Möglichkeit, sich aktiv in die Forschungsarbeit zu relevanten Themen aus ihrem Studiengang einzubringen. So auch Mattes Leibenath, Jan Lanfermann und Lars Wöltjen. Die drei Studenten des Bachelorstudiengangs Transportwesen/Logistik (TWL) sind neben ihrem Studium im Forschungsprojekt Wasserstofftechnologie Business Process Management Modeling, kurz "H2BPMM", tätig.

Ziel dieses Projekts ist es, den Aufbau der für H2-Antriebstechnik notwendigen Infrastruktur in der Metropolregion Nordwest und darüber hinaus zu begleiten und Prozesse zur Nutzung von Wasserstoff zu vereinfachen und zu standardisieren. Dieses Ziel verfolgen die drei Studenten gemeinsam mit der Projektleitung bestehend aus Prof. Dr. Miriam O'Shea und Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg sowie mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dipl.-Ing. Uta Kühne anhand des Beispiels der Planung, Genehmigung, Errichtung, Inbetriebnahme und des Betriebs von stationären und mobilen Wasserstofftankstellen.

 

 

Das Projektteam des Projekts H2BPMM
Das Projektteam des Projekts H2BPMM:
Projektleiterin Prof. Dr. Miriam O’Shea (Oben links), Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg (Oben rechts), wissenschaftliche Mitarbeiterin Dipl.-Ing. Uta Kühne (Links), Die studentischen Hilfskräfte Mattes Leibenath (rechts) und Lars Wöltjen (unten rechts), sowie Bachelorand Jan Lafermann (unten links)
Quelle: H2BPMM

"Antriebstechnik auf Basis von Wasserstoff (H2) stellt eine der zentralen Möglichkeiten dar, Mobilitäts- und Logistikprozesse nachhaltig zu gestalten. Die Digitalisierung bietet die Chance, diese Prozesse effizient zu halten und damit die Einführung bzw. Umgestaltung zu H2-basierten Prozessen zu unterstützen", erklärt Prof. Dr.-Ing. Benjamin Wagner vom Berg. Es existiert zwar bereits eine Vielzahl an etablierten Genehmigungsprozessen für Anlagen, wie die Betriebssicherheitsverordnung oder die Genehmigung nach dem Bundes-Imissionsschutzgesetz. Die Technologie, die in diesem Fall genehmigt werden muss, ist jedoch neu.

Das Thema Wasserstoff befindet sich aktuell noch im Aufbau und die bereits vorhandenen Prozesse sind komplex, schwer zu durchdringen und nicht auf die Wasserstofftechnologie zugeschnitten. Deshalb soll im Projekt H2BPMM eine Vereinfachung für die Antragsprozesse geschaffen werden und Antragstellenden und Behörden so die Arbeit erleichtert werden. Antragsprozesse sind wissensintensiv. Für die Darstellung solcher Prozesse sind gängige Modellierungssprachen nicht ausreichend, vielmehr müssen sie angereichert werden um die Darstellung, welche Informationen konkret in welchem Prozessschritt generiert beziehungsweise verarbeitet werden. "Ich freue mich, dass die Geschäftsprozessmodellierung hier an einem die Nachhaltigkeit treibenden Beispiel weiterentwickelt werden kann", so Prof. Dr. Miriam O'Shea.

"Die Antragstellung ist aktuell hochkomplex. Wir versuchen das ganze aufzuschlüsseln und den Antragstellenden und Behörden unter Berücksichtigung kommunaler und landesspezifischer Regulierungen eine Art digitale Blaupause an die Hand zu geben und ihnen so die Antragstellung zu erleichtern", so Dipl.-Ing. Uta Kühne, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt H2BPMM.

Als sie gefragt wurden, ob sie Teil des Projektteams werden möchten, waren die Studierenden sofort begeistert. Besonders gut gefällt allen drei der Bezug zur Nachhaltigkeit. "Das gibt dem Studium einen neuen Aufschwung, man ist dadurch motivierter, weil man das Gelernte anwenden kann, das ist ein schönes Gefühl. Dass man auch noch die Nachhaltigkeit fördern kann, ist so ein bisschen die Sahnehaube.", so Lars Wöltjen, der bereits in dem Projekt "NaCl - Nachhaltige Crowdlogistik" ein ebenfalls nachhaltiges Forschungsprojekt unterstützt hat.

Ihre Aufgaben sind vielfältig. Dazu gehören aktuell vor allem die Durchdringung von Prozessen, das Lesen bereits existierender Leitfäden, die noch nicht auf H2-Tankstellen zugeschnitten sind und die Modellierung von Geschäftsprozessen. Die benötigten Grundlagen für diese Aufgabenfelder konnten sie bereits in verschiedenen Modulen ihres Studiums erwerben. Im Forschungsprojekt H2BPMM wenden die Studierenden nun die Theorie in der Praxis an. "Man hat nicht nur das Gefühl man lernt für die Klausuren, sondern es hat auch einen Nutzen für die Realität, man kann relevante Dinge tun, man kann sich über das Studium hinaus weiterentwickeln", so Mattes Leibenath, der genauso wie sein Kommilitone Lars Wöltjen seit Projektbeginn als studentische Hilfskraft tätig ist.

Ihr Kommilitone Jan Lanfermann schreibt seine Bachelorarbeit in dem Projekt. Auch diese Form der Mitarbeit an einem Forschungsprojekt ist möglich. In seiner Abschlussarbeit verfolgt er das Ziel, Parameter, die technische Ausgestaltung einer Tankstelle, auszuarbeiten und in Gesprächen mit Unternehmen herauszufinden, welche Ausprägungen in der Praxis vertreten sind. "Ich wollte meine Bachelorarbeit über etwas zum Thema Nachhaltigkeit schreiben, denn das liegt mir am Herzen und ist zukunftsrelevant. Deshalb habe ich die Chance genutzt, meine Abschlussarbeit in diesem Projekt zu schreiben.", so Lanfermann. Die Erkenntnisse seiner Arbeit werden ebenfalls mit in das Forschungsprojekt einfließen und zum Erreichen der Zielsetzung beitragen. "Gerade auch bei Nachhaltigkeitsthemen merkt man, dass die heutige Generation diese Themen als essentiell ansieht und sich hochmotiviert einbringt", freut sich Prof. Wagner vom Berg.

Mit strategischen Prozessketten wie dieser versuchen die Studierenden die komplexe Thematik zu durchdringen
Mit strategischen Prozessketten wie dieser versuchen die Studierenden die komplexe Thematik zu durchdringen
Quelle: H2BPMM

Die Möglichkeit neben ihrem Studium an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten finden die Studierenden toll. "Unser Studium hat uns perfekt auf dieses Projekt vorbereitet. Durch die Querschnittskompetenzen lernt man sich schnell einzuarbeiten und offen gegenüber neuen Projekten und Zukunftstechnologien zu sein", so Leibenath.

Auch Dipl.-Ing. Uta Kühne, die seit 17 Jahren an der Hochschule Bremerhaven im Bereich Forschung und Entwicklung tätig ist und seitdem schon in einigen Projekten mit Studierenden zusammengearbeitet hat, freut sich über die Möglichkeit gemeinsam mit den Studenten an dem Projekt zu arbeiten. "Für meine Arbeit ist es unheimlich wichtig, mit Studierenden zusammenzuarbeiten. Es ist kaum möglich, Projekte wie diese ohne die Studierenden zu bearbeiten. Mir hat das immer sehr viel Spaß gemacht. So fließen kreative Ideen und neue Blickwinkel mit in die Projekte ein", so Uta Kühne.

Über das Projekt

Das Projekt H2BPMM wird von der Metropolregion Nordwest gefördert.

Unter der Seite www.wasserstoffprozesse.de lassen sich in Zukunft die weiteren Schritte verfolgen. Derzeit befindet sich die Seite im Aufbau.

Projektlaufzeit:
01.07.2020 bis 31.08.2022

 

 

 

Über den Studiengang Transportwesen/Logistik

Der sechssemestrige Bachelorstudiengang Transportwesen/ Logistik bildet die Studierenden zu Logistik-Allroundern aus. Sie sind befähigt, sich mit allen Fragen der Logistik auseinanderzusetzen und kompetente Ansprechpartner für alle Spezialdisziplinen der praktischen Logistik zu werden. Weitere Informationen finden sich hier.