Im Porträt: Dennis Vogt

Vom Hobby zum Kinofilm in der Antarktis

Dennis Vogt ist Student des Bachelorstudiengangs Digitale Medienproduktion (DMP)
Dennis Vogt ist Student des Bachelorstudiengangs Digitale Medienproduktion (DMP)
Quelle: Laura Hoffmann

Student des Studiengangs Digitale Medienproduktion verwirklicht seine Träume und schaut dabei gerne mal über den Tellerrand

Ob ein Filmdreh bei offener Flugzeugtür über der Landschaft von Namibia, ein Kinofilm in der Antarktis oder ein Werbespot für den neuen GLC von Mercedes Benz ebenfalls in Namibia: Dennis Vogt lässt seine Träume wahr werden. Wie sein Weg als Filmemacher und Produzent begonnen hat, wo er seinen Ausgleich zur digitalen Schnelllebigkeit findet und wie ihm sein Studium Digitale Medienproduktion (DMP) an der Hochschule Bremerhaven dabei geholfen hat, seine Visionen in die Tat umzusetzen, erzählt er in diesem Beitrag.

Sein Interesse am Filmen entdeckte der DMP-Student bereits im Alter von 14 Jahren, als er anfing sich selbst beim Skateboard fahren zu filmen, zu dieser Zeit noch mit einem MiniDV Camcorder. "Damals hat mich schon die Technik und der Prozess dahinter fasziniert, dass man ein Bild einfangen kann und es ist für immer da", erzählt Dennis Vogt. Nach dem Abitur ging es für ihn zum Work & Travel nach Neuseeland. Um seine Erlebnisse dort für Freunde und Familie festzuhalten, erstellte er jeden Monat ein Video von seiner Reise und fing somit an, sich mit den Themen Schnitt und Postproduktion zu befassen und sich das Wissen selbst anzueignen. Dann erhielt der Filmemacher eine Anfrage, die seinen Werdegang stark geprägt hat.

Raus aus der Komfortzone

Ein Unternehmer aus seinem Heimatort wurde auf die Videos aufmerksam und fragte ihn, ob er sich vorstellen könnte eine Dokumentation über "small miners" in Namibia zu produzieren. Small Miners sind Minenarbeiter, die Mineralien in 30 Meter tiefen Löchern ausgraben und anschließend verkaufen.Der damals 20-Jährige Dennis Vogt sagte zu - ohne jemals zuvor eine Dokumentation produziert zu haben. "Ich habe erkannt, dass das eine riesengroße Möglichkeit ist. Ich wurde echt ins eiskalte Wasser geschmissen.Man muss auch mal Risiko eingehen und seine Komfortzone verlassen. Ansonsten wäre ich nicht da, wo ich heute bin", beschreibt der Content Produzent seine damaligen Gedanken. Nächtelang las er sich in das Thema Dokumentation ein und suchte nach dem passenden Equipment.

Sein Ehrgeiz zeichnete sich aus. Bei einem Filmfestival erhielt er den zweiten Platz für seinen Film mit dem Titel "Small Miner". "Da war mir klar: das will ich machen. Ich habe mich dann gegen ein Studium in Köln und für ein Studium in Bremerhaven entschieden, weil der Vorteil an DMP ist, dass dieser Studiengang sehr breit gefächert ist. Man bekommt ein riesengroßes Spektrum an Einblicken und kann am Ende entscheiden was einem am besten gefällt. Außerdem hat mich überzeugt, dass man in Bremerhaven nicht einfach nur eine Matrikelnummer ist", erzählt Vogt.

Momente, die man nie vergisst

In die Seestadt gezogen ist er zusammen mit seinem Freund Tim David Müller-Zitzke. Die beiden verbindet nicht nur eine ausgelassene gemeinsame WG- Zeit in Bremerhaven, sondern auch ein großes Projekt, vielleicht sogar das größte ihres Lebens. Nach eineinhalb Jahren intensiver Planung haben sie sich 2018 gemeinsam mit Michael Ginzburg auf den Weg in die Antarktis gemacht, um dort ihren eigenen Kinofilm "Projekt: Antarktis - Die Reise unseres Lebens" zu drehen. Mit diesem Projekt erfüllen sich die Freunde einen echten Lebenstraum und machen gleichzeitig Mut, nicht jedem Gesellschaftsideal entsprechen zu wollen, sondern seine Träume zu leben - auch wenn diese für verrückt erklärt werden. Eine Reise voller "Marmeladenglasmomente", die Dennis Vogt nicht vergessen wird.

Filmdreh in der Antarktis
Filmdreh in der Antarktis
Quelle: Projekt:Antarktis
Pinguine in der Antarktis

Ebenfalls unvergesslich ist für ihn seine zweite Reise nach Namibia, um eine Flugsafari zu filmen. Dort saß der damals 23-Jährige nur mit einem Dachdeckergurt gesichert bei offener Tür im Flugzeug und filmte aus diesem heraus ein weiteres Flugzeug. "Ich hatte ein Funkgerät und konnte dem Piloten Anweisungen geben, wie er fliegen soll. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich davon erzähle", beschreibt der Filmemacher diese Situation.

Dreharbeiten in Namibia
Dreharbeiten in Namibia
Quelle: Dennis Vogt
Dreharbeiten in Namibia

Momente wie diese sind auch etwas, das er an seinem Beruf besonders schätzt. "Ich war zum Filmen in Namibia, in der Antarktis, ich habe eine OP mitgefilmt. Ich habe aber auch schon Rentner beim Kaffeetrinken in Bremerhaven gefilmt, auch das war sehr spannend. Dieser Beruf ist so vielseitig und mich begeistert, dass ich immer neue Menschen kennenlernen darf", erzählt Vogt.

"Bremerhaven ist ein Dorf"

Heute kann er bereits auf diverse Medienprojekte zurückblicken. Nicht nur Dokumentationen, sondern auch Werbefilme für große Unternehmen gehören zu seinen Referenzen. Dabei geholfen hat ihm dabei auch sein Studium. "Der Trend geht dahin, dass man sich nicht nur auf eine Sache spezialisiert, sondern dass man viele kleine Standbeine hat und vieles kann. DMP hat mir da geholfen mir zu sagen: Du kannst alles lernen und machen, worauf Du Lust hast", erklärt der Digitale Medien Produzent.

Eines seiner verschiedenen Standbeine ist das Drohne fliegen. Diese Expertise konnte Dennis Vogt erst kürzlich beim Bremerhavener Projekt "EDM meets CLASSIC" einbringen. An diesem bundesweit einzigartigen Projekt waren elf Absolvent:innen und aktuell Studierende des Studiengangs DMP beteiligt. Initiiert wurde das Projekt unter anderem von Dennis Vogts ehemaliger Kommilitonin Ann-Kristin Hitzemann. Als sie ihn fragte, ob er bei dem Projekt die Drohne fliegen möchte, zögerte er nicht lange. "Bremerhaven ist ein Dorf. Jeder kennt sich. Da sieht man mal wieder, dass man in Bremerhaven alle Möglichkeiten hat sowas zu starten. EDM meets CLASSIC ist da echt ein Vorzeigeprojekt. In einer größeren Stadt wäre es anders", freut sich Vogt über die bestehende Verbindung.

Aufnahmen wie diese sind beim Projekt EDM meets CLASSIC entstanden
Aufnahmen wie diese sind beim Projekt EDM meets CLASSIC entstanden
Quelle: Dennis Vogt

Vom Studium zur Selbstständigkeit

Viele seiner ehemaligen Kommilton:innen haben sich mittlerweile ebenfalls selbständig gemacht. Dass eine Selbstständigkeit in diesem Bereich möglich ist, habe er in seinem Studium erst so richtig kennengelernt, erzählt er. "Ich habe aus meinem Studium mitgenommen selbstständig zu sein, mich selbst zu organisieren. Irgendwann habe ich gemerkt: Die Projekte, die ich nebenbei gemacht habe, die tragen mich. Davon konnte ich leben und brauchte kein ​BAföG mehr. Der DMP-Studiengang legt schon mal den Grundstein dafür, dass man sich selbstständig machen kann", so der Filmemacher.

Den Studiengang empfiehlt er allen, die sich für die Contentproduktion und Digitale Medien interessieren, sich vielleicht aber noch unsicher sind, in welche Richtung sie sich spezialisieren möchten. Auch Personen, die Lust auf eine familiäre Atmosphäre haben und in einer nicht so großen Stadt etwas bewegen und ausprobieren wollen, sind laut Dennis Vogt im Studiengang DMP genau richtig aufgehoben. Sein Tipp für Studieninteressierte, die noch nicht wissen wohin ihre Reise hingehen soll: "Du musst rausfinden, worauf Du Bock hast. Wenn dich etwas interessiert, dann mach das. Dann wirst Du deinen Weg finden, um das gut zu machen. Es ist learning bei doing und ich sage mir immer: Ich kann das. Und dann findet man einen Weg, um es zu lernen"

Energie tanken für neue Projekte

Seinen Ausgleich zur Schnelllebigkeit in den digitalen Medien findet der 29-Jährige in der Natur. Vor zwei Jahren ist er aufs Land in eine Mühle gezogen und hat sich dort einen Ort für neue Projekte und zum Energie tanken geschaffen. Besonders gerne arbeitet er dort mit Holz und kümmert sich um seine Hühner. "Im Internet konsumieren wir so viel Content und unser Gehirn ist gar nicht fähig das alles aufzunehmen. Da war es für mich superwichtig, dass ich das alles ausschalten kann. Das Digitale ist das was ich liebe, aber trotzdem braucht man einen Ausgleich dafür und den habe ich, wenn ich rausgehe, körperlich arbeite und alles ausschalten kann", erzählt der DMP-Student. Ein weiteres Projekt ist sein Van, ein T2, den er zwei Jahre lang restauriert hat. Demnächst möcht er einen weiteren Vorteil der digitalen Medienproduktion, das ortsunabhängige Arbeiten, nutzen und ausprobieren autark in seinem Van zu leben und zu arbeiten.

Eines von Dennis Vogts Projekten außerhalb der digitalen Welt ist ein Van, den er selbst restauriert hat.
Eines von Dennis Vogts Projekten außerhalb der digitalen Welt ist ein Van, den er selbst restauriert hat.
Quelle: Dennis Vogt
Ausgleich findet Dennis Vogt in der Natur - hier mit einem seiner Hühner
Ausgleich findet Dennis Vogt in der Natur - hier mit einem seiner Hühner
Quelle: Laura Hoffmann

 

Auf seiner To-Do-Liste für die nächsten Jahre steht neben dieser Verwirklichung dieses Traums auch der Einblick in neue Bereiche. "Ich habe so viele Dinge, die ich noch auspro­bieren möchte. Hotel­lerie bzw. Gastro­nomie inter­es­sieren mich noch stark. Aber auch Segeln und Vanlife finde ich super­span­nend. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten", beschreibt Dennis Vogt seine Zukunftspläne. Seiner Leidenschaft, der digitalen Medienproduktion, möchte er dabei weiterhin treu bleiben.

Mehr über Dennis Vogt und seine Projekte: dennisvogt.de

Mehr über den Studiengang DMP: www.hs-bremerhaven.de/dmp