Projekt "StudiTalk"

Seit zwei Jahren haben Studierende mit völlig neuen Studienbedingungen zu kämpfen. Von heute auf morgen wurde der Hörsaal in das heimische WG-Zimmer verlegt. Der direkte Kontakt zu Kommiliton:innen und Lehrenden musste Onlineformaten weichen. Speziell Erstsemester, die bisher keine Kontakte in der neuen Stadt knüpfen konnten, fühlen sich häufig isoliert. Die Zahl psychischer Erkrankungen unter Studierenden steigt. Für die Servicestelle Chancengerechtigkeit ist dies ein Grund zu handeln. Im Projekt „StudiTalk“ bekommen Studierende die Chance, sich miteinander auszutauschen. Die Studentinnen Ingrid Francine Djieya Nkengni und Sarah Blank kümmern sich um die Organisation und stehen als Ansprechpartnerinnen bei Fragen und Sorgen zur Verfügung. Unterstützt werden sie von Gudrun Zimmermann, Leiterin der Servicestelle Chancengerechtigkeit.

Ingrid Francine Djieya Nkengni ist aus Kamerun zum Studieren nach Deutschland gekommen. Wie vielen anderen ausländischen Studierenden machte ihr anfangs nicht nur die deutsche Sprache zu schaffen. Auch das fehlende Wissen über wichtige Ansprechpersonen an der Hochschule und die Frage, ob sie ihre Kommiliton:innen und Lehrenden um Hilfe bitten kann, wenn sie etwas nicht versteht, haben ihr Sorgen bereitet. Heute unterstützt die DAAD-Preisträgerin 2021 ehrenamtlich andere Studierende, denen es ähnlich geht. Per Messenger bietet sie ihre Hilfe an, teilt wichtige Informationen oder trifft sich zu Spaziergängen mit Menschen, die bisher in Bremerhaven noch keine Kontakte knüpfen konnten. Gemeinsam mit Sarah Blank engagiert sie sich außerdem im Projekt „StudiTalk“, das erst kürzlich gestartet ist. „Der StudiTalk ist ein Peer-to-peer –Angebot. Studierende finden hier einen Anlaufpunkt, um sich zu vernetzen und Gleichgesinnte zu finden. Dabei müssen sie sich nicht an feste, von uns vorgegebene Zeiten halten. Vielmehr sind alle Interessierten eingeladen, sich selbstständig zu verabreden und auch eigene Ideen einzubringen“, erklärt Gudrun Zimmermann. Unterstützt wird das Projekt von den Studierenden Moritz Röber, Michaela Kleih und Christian Klinger.

Für die KickOff-Veranstaltung haben die Studentinnen das virtuelle „SOfA“ der Hochschule genutzt. Die Teilnehmenden konnten sich an den virtuellen Stehtischen zu Lern- oder Sprachtandems zusammenfinden oder einfach Leute kennenlernen. Für Studierende, die unter der hohen psychischen Belastung leiden, soll eine Selbsthilfegruppe entstehen. „Wir wollen den Studierenden so viel helfen, wie wir dürfen und können. Natürlich können wir keine professionelle psychologische Unterstützung bieten. Aber schon der Austausch miteinander hilft, um sich nicht mehr allein zu fühlen“, so Frau Djieya Nkengni, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Sarah Blank und drei weiteren studentischen Mitarbeitenden durch die Psychologisch-Therapeutische Beratungsstelle auf ihre Aufgabe vorbereitet wurde.

Die Teilnahme steht weiterhin allen Studierenden der Hochschule offen. Wer sich vernetzen möchte, auf der Suche nach Sprach- und Lernpartner:innen ist oder jemanden zum Zuhören braucht, wendet sich an studitalk@hs-bremerhaven.de. Dort helfen Frau Djieya Nkengni und Frau Blank mit Rat und Tat weiter.