Fuhrpark, Fahrrad, Arbeitsweg: Mit nachhaltigem Mobilitätsmanagement zur klimafreundlichen Hochschule

Der private PKW ist und bleibt das wichtigste Transportmittel im beruflichen Alltag. Nur rund 10% der Erwerbstätigen nutzen für ihren Arbeitsweg das Fahrrad. Das möchte Tugba Dön an der Hochschule Bremerhaven ändern. Als Mobilitätsmanagerin hat sie nicht nur den hochschuleigenen Fuhrpark im Blick, sondern möchte auch Mitarbeitende und Studierende zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten animieren.

Der hochschuleigene Fuhrpark – klimafreundlich?

Tugba Dön möchte mit gezielten Maßnahmen die nachhaltige Mobilität an der Hochschule vorantreiben.
Quelle: Hochschule Bremerhaven

Seit November 2021 ist Tugba Dön im Einsatz und hat sich bereits einen ersten Überblick über den Ist-Zustand an der Hochschule verschafft. „Im Bereich der Mobilität ist allgemein das größte Einsparpotenzial vorhanden. Das ist an der Hochschule nicht anders“, weiß die Mobilitätsmanagerin. Daher hat sie sich den Fuhrpark der Hochschule vorgenommen. „Derzeit haben wir einen Transporter und zwei PKW, einen davon mit Elektroantrieb. Ich analysiere die gefahrenen Kilometer, um herauszufinden, ob wir ggf. auf Alternativen wie Carsharing oder Mietwagennutzung umsteigen können“, erklärt sie. Studien zufolge sorgt Carsharing für deutlich weniger CO2-Emissionen, weil diese Fahrzeuge nur bei wirklichem Bedarf genutzt werden. Fahrten, bei denen nur aus Bequemlichkeit zum Autoschlüssel gegriffen wird, entfallen. Außerdem sind Carsharing-Fahrzeuge in der Regel moderner und effizienter. Auch bei der Mietwagennutzung könnte verstärkt auf klimafreundliche Fahrzeuge zurückgegriffen werden.

Mit dem Rad zum Campus

Zum Fuhrpark der Hochschule gehören auch drei E-Bikes und ein E-Lastenrad. Zwei davon stehen den Mitarbeitenden des Gebäudemanagements zur Verfügung. Die anderen beiden können von allen Hochschulangehörigen ausgeliehen und für dienstliche Wege genutzt werden. Um das Fahrrad auch für den privaten Arbeitsweg attraktiver zu machen, sollen an der Hochschule zusätzliche überdachte Abstellmöglichkeiten geschaffen werden.  So gibt es auch bei plötzlichen Regengüssen keine böse Überraschung. Außerdem lässt die Mobilitätsmanagerin einen Container als Fahrradwerkstatt auf dem Campus errichten. Hier können Hochschulangehörige bei Bedarf kleinere Reparaturen an ihren Fahrrädern vornehmen. „Wir möchten den Studierenden und Beschäftigten einen Anreiz bieten, häufiger aufs Fahrrad zu steigen“, so Dön. Daher hat sie zur Teilnahme an der Academic Bicycle Challenge (ABC) aufgerufen, bei der Mitarbeitende und Studierende Radkilometer für ihre Hochschule sammeln können. 107 Anmeldungen hat sie bisher erhalten – ein erster kleiner Erfolg. Um die Aktivitäten weiter auszubauen, steht sie für mögliche Kooperationen im engen Kontakt mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub.

Welches Potenzial steckt im Arbeitsweg?

Zukünftig ist auch eine Mobilitätsanalyse geplant. Auf diese Weise soll herausgefunden werden, ob überhaupt Potenzial für einen nachhaltigeren Arbeitsweg vorhanden ist. Dön überprüft auf Grundlage anonymisierter Wohndaten, ob Fahrgemeinschaften gebildet werden können oder relevante ÖPNV-Linien für die Hochschulangehörigen erreichbar sind. So wird sichtbar, ob es klimafreundliche Alternativen zum Auto für den Arbeitsweg gibt oder nicht. „Wir wollen natürlich niemandem vorschreiben, mit welchem Fahrzeug der Arbeitsweg zurückgelegt werden muss. Aber wir können durch die Analyse die Vor-und Nachteile der verschiedenen Verkehrsmittel und Kombinationen für die Mitarbeitenden auf ihrem täglichen Arbeitsweg aufzeigen. Die Auswertung beinhaltet dann Zeit, Kosten, Co2-Ausstoß und körperliche Bewegung. So könnte beispielsweise deutlich werden, dass der Arbeitsweg mit dem Bus genauso schnell zurückgelegt werden kann oder das Fahrrad das beste Verkehrsmittel wäre“, so Dön. Die Mitarbeitenden können dann entscheiden, ob sie umsteigen oder bspw. eine Fahrgemeinschaft bilden möchten. Vielleicht wird auch deutlich, dass der Arbeitsweg bereits optimal zurückgelegt wird. Dann kann Tugba Dön sich anderen Aufgaben rund um das vielfältige Thema „Nachhaltige Mobilität“ widmen.