Weniger Treibhausgase durch effiziente Maßnahmen

Der Klimaschutz zählt zu den größten globalen Herausforderungen. Auch die vier öffentlichen Hochschulen im Land Bremen möchten ihren Beitrag dazu leisten. Sie haben daher Klimaschutzkonzepte erstellt, an deren Umsetzung sie in den nächsten Jahren arbeiten. An der Hochschule Bremerhaven wurde ein Plan mit 39 Maßnahmen entwickelt, von denen die 13 wichtigsten bis 2024 umgesetzt werden sollen. Für Klimaschutzmanager Julian Fricke und Handwerkskoordinator Marcel Holtmann bedeutet dies jede Menge Arbeit und vieles konnte bereits auf den Weg gebracht werden, um die Hochschule nachhaltiger zu machen.

Solaranlagen sollen künftig Strombedarf decken

Die ersten PV-Anlagen sind schon in Betrieb.
Quelle: Mareike Heger

Weit oben auf der Liste von Julian Fricke steht der Bau weiterer Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern der Hochschule. Bereits 2020 wurden die ersten auf Haus T und S installiert und in Betrieb genommen. Weitere Anlagen auf den Dächern von Haus Z und M sollen hinzukommen. „Diese eignen sich gemäß Solarpotentialanalyse besonders gut für die Nutzung“, weiß Julian Fricke. Er hat im Vorfeld eine Ertragsanalyse durchgeführt, um die effizientesten Standorte zu finden. Sollten nach dem Bau noch finanzielle Mittel übrig sein, können auch noch weitere Anlagen installiert werden. „Unser Ziel ist es, alle geeigneten Dachflächen auf dem Campus mit PV-Modulen auszurüsten, gleichzeitig aber möglichst keinen Stromüberschuss zu produzieren, zugunsten der Wirtschaftlichkeit“, so Fricke. Daher sei es auch wichtig, den Strombedarf der Hochschule genau zu kennen, um die benötigten Größen der Anlagen entsprechend planen zu können. Hierzu finden aktuell umfangreiche Strommessungen statt um die Stromverbrauchcharakteristik der Hochschule zu erfassen und auszuwerten.

Suche nach unnötigen Energiefressern

Um das Klima nachhaltig zu schützen, reicht es jedoch nicht, die benötigte Energie zu 100% aus erneuerbarer Energie zu gewinnen. Sinnvoller ist es, grundsätzlich den Energieverbrauch zu senken. Daher gehört zu den Aufgaben des Klimaschutzmanagements auch das Energiecontrolling, bei dem unnötige Energiefresser gefunden und beseitigt werden sollen. „Aktuell ist der Stromverbrauch auch außerhalb der Arbeits- und Vorlesungszeiten sehr hoch. Wir glauben, dass sich einige dieser Verbrauchsquellen regulieren oder sogar abschalten lassen, nur müssen diese erstmal lokalisiert werden“, so Holtmann. Oftmals fallen auch kleinere Verbraucher in der Summe ins Gewicht. Aus diesem Grund sollen zum Beispiel alle Toiletten und Flure mit Bewegungs- bzw. Präsenzmeldern ausgestattet und an allen PC-Arbeitsplätzen abschaltbare Steckdosen genutzt werden.

Klimafestival für Hochschulangehörige

Damit die Hochschule wirklich nachhaltig wird, braucht es jedoch noch etwas mehr. Stichworte sind hier beispielsweise nachhaltige Mobilität, Biodiversität, Urban Gardening und Engagement aller Beteiligten. Julian Fricke hat daher gemeinsam mit Henning Strubelt und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule ein Klimafestival für Hochschulangehörige organisiert. „Mit dem Klimafestival, wollen wir die Eigeninitiative steigern und aufzeigen, dass Klimaschutz auch Spaß machen kann. Also machen statt reden.“, so Henning Strubelt. Daher waren Mitarbeitende und Studierende Anfang Juni herzlich eingeladen, sich an Aktionen und Workshops zu beteiligen und dabei den Campus nachhaltiger zu gestalten. Den krönenden Abschluss bildeten Auftritte regionaler Musiker:innen am Wencke Dock. „Wir freuen uns, dass wir endlich wieder ein wenig gemeinsam feiern können“, sagt Lina Hagedorn vom AStA. Daher stand der zweite Festivaltag auch unter dem Motto „Party all day long“. Besonders Studierende sollen sich an dem Tag eine Auszeit vom Lernstress nehmen können.