Hochschulzugangsberechtigungen

Wenn Sie sich für einen Studienplatz an der Hochschule Bremerhaven bewerben möchten, müssen Sie nachweisen, dass Sie aufgrund Ihrer schulischen Vorbildung oder beruflichen Qualifikation berechtigt sind - also über die erforderliche Hochschulreife verfügen. Neben dem Abitur und der Fachhochschulreife gibt es weitere alternative Möglichkeiten der Hochschulzugangsberechtigung. Die Möglichkeiten der Hochschulzugangsberechtigung sind in § 33 Bremisches Hochschulgesetz geregelt.

Allgemeine Hochschulreife

Die allgemeine Hochschulreife berechtigt grundsätzlich zum Studium aller Bachelorstudiengänge an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Die allgemeine Hochschulreife wird in der Regel durch die Abiturprüfung erworben.

Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife (Fachabitur) wird in der Regel über die Fachoberschule (FOS) erworben, die zwei Ausbildungsjahre umfasst und an den Realschulabschluss oder an einen gleichwertigen Bildungsabschluss anschließt. Das 1. Jahr der Fachoberschule (11. Klasse FOS) ist ein Praxisjahr mit begleitendem Unterricht. Das 2. Jahr der Fachoberschule (12. Klasse FOS) ist ein theoretisches Ausbildungsjahr. Bewerber_innen, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, kann die 11. Klasse FOS erlassen werden.

Zuerkennung der Fachhochschulreife / Gleichwertigkeitsbescheinigung

Bewerber_innen, die den schulischen Teil der Fachhochschulreife (z. b. Zweijährige höhere Handelsschule) nachweisen, müssen zur Erlangung der Fachhochschulreife eine abgeschlossene Ausbildung oder ein einjährig gelenktes Praktikum ableisten. Diese Nachweise sind dann der für den/die Bewerber_in zuständigen Bezirksregierung oder der jeweiligen Schule bzw. in Bremerhaven dem Praktikantenamt vorzulegen. Sie erhalten von diesen Stellen dann die sogenannte Zuerkennung der Fachhochschulreife / Gleichwertigkeitsbescheinigung.

Sofern Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können, benötigen Sie keine Gleichwertigkeitsbescheinigung. Es ist ausreichend, zusammen mit Ihrer Bewerbung den Nachweis über den schulischen Teil der Fachhochschulreife und den Nachweis über die abgeleistete Berufsausbildung einzureichen.

Meisterprüfung/Staatliche geprüfte Techniker/Fachwirte

Eine Hochschulzugangsberechtigung zum Studium hat auch, wer gem. § 33 Abs. 3a des Bremischen Hochschulgesetzes

  1. eine Meisterprüfung bestanden hat,
  2. eine nach Zugangsvoraussetzungen, Dauer, erteilter Gesamtunterrichtsstundenzahl und Abschlussziel der Meisterfortbildung vergleichbare Ausbildung absolviert und eine der Meisterprüfung vergleichbare Prüfung bestanden hat,
  3. einen Bildungsgang einer zweijährigen Fachschule (nicht Berufsfachschule) mit staatlicher Prüfung oder einen nach Aufnahmevoraussetzungen, Dauer, erteilter Gesamtunterrichtsstundenzahl und Abschlussziel vergleichbaren Bildungsgang absolviert und jeweils die Abschlussprüfung bestanden hat,
  4. über einen Fortbildungsabschluss nach den §§ 53 oder 54 des Berufsbildungsgesetzes oder den §§ 42 oder 42 a der Handwerksordnung verfügt, sofern der Lehrgang mindestens 400 Unterrichtsstunden umfasst hat, oder
  5. über einen Abschluss nach vergleichbarer Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe verfügt.

Eine Übersicht über anerkannte vergleichbare Ausbildungen erhalten Sie auf den Seiten Offene Hochschule Bremen

Probestudium mit kleiner Matrikel

Bewerber_innen ohne Fachhochschulreife können zum Studium mit Kleiner Matrikel zugelassen werden, sofern sie glaubhaft machen, dass sie die Hochschulzugangsberechtigung  innerhalb von zwei Jahren erwerben wollen (§ 35 Abs. 1 BremHG). Die Zulassung erfolgt für ein Probesemester. Das Probestudium dauert jeweils ein Semester, insgesamt längstens vier Semester. Danach entscheidet die Hochschule unter Berücksichtigung der Studienleistungen über die endgültige Immatrikulation. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Probestudiums wird die fachgebundene Hochschulreife ausgestellt. Voraussetzungen für die Zulassung sind:

• abgeschlossene Berufsausbildung und

• fünfjährige Erwerbstätigkeit oder entsprechende Ersatzzeiten

Sofern die sonstigen studiengangsspezifischen Voraussetzungen erfüllt sind (z.b. Sprachqualifikationen), kann nach erfolgreichem Abschluss des Probestudiums die Immatrikulation in das zweite Studienjahr des gewählten Studiengangs erfolgen. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen muss das Auswahlverfahren durchlaufen werden.

Das Nähere regelt die Ordnung der Hochschule Bremerhaven für ein Probestudium mit kleiner Matrikel. Probestudiumsordnung

Einstufungsprüfung

Bewerber_inn ohne formale Hochschulreife können zu einer Einstufungsprüfung zugelassen werden, wenn sie zum Zeitpunkt der Bewerbung


1. eine mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf erfolgreich abgeschlossen haben


2. nach der abgeschlossenen Berufsausbildung mindestens drei Jahre eine Berufstätigkeit oder entsprechende Ersatzzeiten ausgeübt haben oder


3. abweichend von 1 und 2 eine mindestens fünfjährige hauptberufliche Tätigkeit in einem Berufsbereich ausgeübt haben, die den Anforderungen eines entsprechenden Ausbildungsberufes vergleichbar ist.

Darüber hinaus wird erwartet,  dass der/die Bewerber_in erfolgreich an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen hat.

Näheres regelt die Einstufungsprüfungsordnung