Deutsch-polnisches Gemeinschaftsseminar

Quelle: C. Blaski

In einem mir bekannten Land

Ein Bericht von C. Blaski

Von Kindesbeinen an wuchs ich zweisprachig auf. Ich verbrachte sämtliche Ferien in unserem Nachbarland Polen. Dies ergab sich, da meine Eltern dort aufgewachsen sind und noch heute ein großer Teil der Familie dort lebt. Weil es mir dort stets gut gefiel, war das deutsch-polnische Gemeinschaftsseminar eine tolle Möglichkeit, ein mir doch eigentlich so bekanntes Land von einer anderen Seite kennen zu lernen.

 

Die polnische Gastfreundschaft und das Essen

In puncto Gastfreundschaft lassen sich die Polen nicht die Butter vom Brot nehmen. So ein zuvorkommendes Verhalten sind wir normalerweise nicht gewohnt. Bereits das erste Aufeinandertreffen hätte herzlicher nicht sein können, wie langersehnte Familienmitglieder wurden wir vom Professor und den Studenten empfangen. Woraufhin wir auch schon zu köstlichem Essen und wohlschmeckenden Getränken eingeladen wurden. Im Laufe der Woche aßen wir polnische Gerichte wie Pierogi (Piroggen), Zurek (Sauermehlsuppe) und Barszcz (Borschtsch), von denen wir nicht genug bekommen konnten. Pierogi sind eine Art Maultaschen, die sehr lecker sind und Zurek beziehungsweise Barszcz sind Suppen, die man einfach probiert haben muss!

Langeweile kam nicht auf

Durch ein reichhaltiges Programm, das diverse Unternehmensbesuche, Städtereisen, Seminare und Besichtigungen beinhaltete, schweißte sich die Gruppe immer mehr zusammen, lernte einiges für das Leben und hatte - nicht zuletzt wegen der feuchtfröhlichen Abende - sehr viel Spaß. Die Unternehmen, die wir besuchten, waren eine Porzellanfabrik, die ihre Produkte in 32 Länder dieser Welt vertreibt und eine Fleischfabrik, die bei einigen für großes Interesse sorgte und bei anderen für gemischte Gefühle.
Ganz besonders haben mir die Ausflüge in die wunderschöne Hafenstadt Danzig gefallen, welche nach diversen kriegerischen Zerstörungen in Detailarbeit restauriert wurde und nun tolle historische Eindrücke für eine der größten Handelsstädte der Welt liefert. Genau wie Danzig liegt die Marienburg an der Weichsel, die das größte aus Backsteinen erbaute Gebäude Europas ist und bei allen bleibende Erinnerungen hinterließ.

Wie bereits erwähnt kam das Feiern auch nicht zu kurz und, dass es eine Miniaturausgabe von Mallorca im polnischen Sopot gibt, wer hätte das vorher gedacht? Am Tage eine wunderschöne Kurstadt die ihres Gleichen sucht und in der Nacht eine Partyhochburg.

Ein Abschied von guten Freunden

Als sich die Woche dem Ende neigte und allen langsam bewusst wurde, dass nicht nur das liebgewonnene Land sondern auch die neugewonnen Freunde verlassen werden mussten, stellte sich eine melancholische Stimmung ein, die den gesamten Rückflug anhielt. Allerdings wich diese Stimmung auch schon einer Vorfreude, denn unsere neuen Freunde sollten uns nur zwei Wochen später, in unserer eigentlich auch recht schönen Hafenstadt, besuchen kommen.


Quelle: C. Blaski